Die geldgierige Chefarzt-Gattin und ihr ältestes Opfer «Als ich mich wehrte, steckte sie mich in die Psychiatrie»

  • Publiziert: 15.01.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Corinne Landolt
play Arthur Denes verlor alles, weil er der angeblich «guten Freundin» Francine B. (r.) vertraute. (André Albrecht, ZVG)

Arthur Denes rettet Francine B. (56) das Leben. Sie dankt es ihm, indem sie ihm alles nimmt.

Heute soll das Urteil über Francine B.* (56) gefällt werden. Die in vierter Ehe mit einem pensionierten Chefarzt verheiratete IV-Rentnerin ist in Basel angeklagt. Wegen Betrugs, Veruntreuung und Urkundenfälschung (im BLICK).

Ihr ältestes Opfer: Arthur Denes (70), pensionierter Facharzt für innere Medizin. Er führte in Bottmingen BL eine lukrative Praxis. Francine B. kennt er seit 30 Jahren. «Ich habe ihr das Leben gerettet», so Denes.

Doch er leidet an manischer Depression. «Ich konnte immer damit umgehen.» Bis er sich scheiden lässt. Er reist nach Spanien. In der Villa «Aquarius» lässt er sich von Francine und Gerhard B.* (83 )aufpäppeln.

«Eines Tages bot sie an, mein Vermögen zu verwalten. Zahlungen zu erledigen. Ich vertraute ihr.» B. macht den Job offenbar gewissenhaft. Doch dann kauft sie einen Steinway-Flügel für 46000 Franken. Und ein Collier für 40000 Franken. Nicht für Denes, sondern für sich. Aber von Denes’ Geld. Laut Staatsanwalt verwendete sie innert zwei Jahren bis 1,1 Millionen Franken «unrechtmässig zu ihrem Nutzen».

Betrogen habe sie ihn auch beim Hauskauf in Spanien, klagt Denes. «100000 Franken, die sie dem Verkäufer übergeben sollte: verschwunden!» Auch die Kreditkarte habe sie missbraucht: «Sie liess ihren mexikanischen Pianisten in teuren Hotels wohnen, zahlte mit meiner Visa und einer gefälschten Vollmacht.»

Und seine geliebte, kostbare Uhrensammlung, die er ihr anvertraut hatte, ist weg. Verscherbelt. «Dass ich ihr so lange vertraute! Aber hinterher ist man immer schlauer», so der Geprellte. «Als ich sie zur Rede stellte, stritt sie alles ab, ging auf mich los. Und liess mich in eine psychiatrische Klinik in Malaga einweisen. Das Grauenvollste, das ich je erlebte», sagt Denes, der als Fünfjähriger ins KZ Bergen Belsen deportiert worden war. «Per Rega liess mich mein 97-jähriger Vater dort rausholen.»

Francine B. streitet alles ab: «Erstunken und erlogen!» BLICK erreicht sie in einer vornehmen Klinik am Bodensee. «Herr Denes verprasste sein Geld mit Huren aus Russland und ging mit meinem Sohn ins Puff!» Ihr Mann Gerhard B. fügt an: «Ich verstehe nicht, dass die Justiz einem Geistesgestörten und einem Kriminellen glaubt.»

Dabei war ihr Sohn schon in Haft. Und auch sie selbst ist vorbestraft: wegen Veruntreuung, Urkundenfälschung und Diebstahls.

*Namen bekannt