Engadiner Nusstorte Alles nur geklaut!

  • Publiziert: 21.02.2012
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Pultorte: Die Firma bezeichnet sich als «Ursprungshaus der Engadiner Nusstorte seit 1926».

SAMEDAN - GR - Die Geschichte der Engadiner Nusstorte muss neu geschrieben werden. Statt aus Graubünden stammt sie nämlich aus Frankreich.

Bislang galt Fausto Pult aus Samedan als Erfinder der Engadiner Nusstorte. 1926 soll er das Original-Rezept erfunden haben.

Doch der Exil-Engadiner Gaudenz Zimmermann hat laut der «Südostschweiz» herausgefunden, dass das Rezept geklaut ist.

Pult arbeitete nämlich bei der Konditorei Heinz & Tester im französischen Toulouse. Dort verkauften ausgewanderte Engadiner Zuckerbäcker erfolgreich die Nusstorte.

Pult nahm das Rezept mit ins Engadin und machte sie von dort aus unter dem Namen Pultorte zu einem weltweiten Erfolg. Schlechter erging es der Konditorei Heinz & Tester. Sie ging 1930 Konkurs.

Im Engandin wachsen gar keine Nussbäume

Die Familie Tester war sehr wütend wegen des «Rezept-Klaus». Dolf Kaiser, Historiker und Enkel von Angiola Tester-Moggi, die den Laden in Toulouse führte, sagt: «Sie wollten das Rezept sogar patentieren lassen, liessen es aber bleiben, weil sie wegen eines Kuchens nicht noch Ärger bekommen wollten.»

Auf diese Version der Geschichte reagiert der Geschäftsführer der Firma Pultorte Fadri Pult gelassen. «Mein Grossvater hat nichts Neues erfunden. Er war aber der erste Konfiseur im Engadin, der begonnen hat, die Nusstorte in einem Unternehmen zu vermarkten», sagt er zur «Südostschweiz».

Ein Engadiner könne es sowieso nicht gewesen sein, im Engadin würden ja gar keine Nussbäume wachsen. (sas)

Kommentare (6)

  • Marcel  Schaffer , Vientiane
    Warum soll die Nusstorte nicht Engadiner Ursprungs sein? Die Arbeitgeber in Toulouse waren ja offensichtlich auch ausgewanderte Engadiner. Sicher, Baumnüsse gibt es im Engadin keine, in Frankreich aber schon. Siet Ewigkeiten essen wir allerorts in der Schweiz ja auch importierte Baumnüsse mit der Bezeichnung " Noix de Grenoble". Wo liegt denn also das Problem. Pult hat das Rezept offensichtlich seinen Arbeitgebern in Toulouse wohl geklaut, und somit wieder ins Engadin zurückgebracht.
    • 22.02.2012
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  • Heinz  Muenger
    Um eine Nusstorte zu "erfinden", müssen die Nüsse ja nicht in der eigenen Umgebung wachsen, aber waren dort bestimmt auch zu kaufen. Auch muss das Rezept nicht "geklaut" sein, es gibt die sog. "Dublizität" bei Erfindungen, d.h., dass währen gleicher Zeit an zwei komplett verschiedenen Orten eine Person die gleiche "Idee" hat. Auch das ist schon oft vorgekommen, z.B. bei mir selbst. Im Jahr 1967 hatte ich einen Schirm, den "Knirps" nach einer eigenen Idee aufgezeichnet, welcher nicht wie der damals aus Solingen D stammende, ca. 35cm kurze, sondern nur noch 18cm war, was funktioniert hätte. Rund 2-3 Monate später kam nahezu gleich in der Konstruktion ein Knirps in der Schweiz auf den Markt, welcher von einem Konstrukteur aus China stammte, als ob er meine Konstruktionszeichnungen vor sich liegen gehabt hätte. Ob jetzt die Nusstorte aus Graubünden stammt oder nicht, ist mir egal, mir schmeckt sie auf jeden Fall sehr gut!
    • 22.02.2012
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  • Maja  Naef
    Erfunden wurde sie sicher von ausgewanderten Engadiner. Das Rezept wurde nur nach hause gebracht.
    • 22.02.2012
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  • Markus  Eigenheer
    Auch das Bündnerfleisch ist ja nicht aus Fleisch aus Graubünden sondern Fleisch aus Brasilien das nur in Graubünden verarbeitet /bearbeite wird, wie bei der Nusstorte das gleiche prinzip. Übrigens Walliser Trockenfleisch 100 Schweizerfleisch.Rinder aus dem Wallis
    • 21.02.2012
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  • carlos  zapato , St. Gallen
    In Appenzell wächst der Most auch nicht auf den Bäumen, trotzdem haben sie das Mostbröckli erfunden.
    • 21.02.2012
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