ZÜRICH – Politiker, Mediziner, Experten – alle raten zur Impfung gegen das H1N1-Virus. Wann, wo und wie die Aktion durchgeführt wird, ist allerdings noch alles andere als klar.
«Ja. Das hab ich mir fest vorgenommen», antwortet Gesundheitspolitiker Toni Bortoluzzi (
SVP) auf die Frage, ob er sich gegen die
Schweinegrippe impfen lassen wird. «Letztes Jahr hat mich die Grippe grausam erwischt», erklärt er seinen Vorsatz gegenüber Blick.ch.Er ist nicht der einzige. Novartis-Boss Daniel Vasella antwortete gegenüber dem SonntagsBlick auf die Impf-Frage: «Sofort. Die ganze Familie.» Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt: «Wenn es mir empfohlen wird, dann sollte ich mich nicht wehren.»Nicht nur Politiker und Pharma-Bosse auch viele Menschen, die zu den Risikogruppen gehören oder in gefährdeten Berufen arbeiten, sehnen die Nadel herbei. Hoffen, dass die Impfaktion gegen die Schweinegrippe endlich beginnt.Doch wann und wo? Selbst Bertoluzzi, Mitglied der Gesundheitskommission des Nationalrats, weiss noch nicht so genau, wann er sich impfen lassen kann: «Wenn es genügend Impfstoff gibt», ist seine Antwort.Viele Fragen zum Impfplan bleiben offen. Erst in einer Woche will das Bundesamt für
Gesundheit (BAG) Details bekannt geben, sowohl zur Finanzierung als auch zur Organisation der Schweinegrippe-Impfungen. Im Moment werden diese Punkte zusammen mit den Kantonen besprochen.Diese Fragen müssen geklärt werden:Impfzentrum oder Hausarzt?«Die konkrete Organisation der Impfung obliegt den Kantonen», sagt Hans-Peter Zimmermann vom Sekretariat der Eidgenössischen Kommission für Impffragen. Ob die Impfungen in regionalen Impfzentren oder beim Hausarzt vorgenommen werden, hängt aber von der Anzahl verfügbare Impfdosen und der Verbreitung der Schweinegrippe in der Bevölkerung ab.Wann beginnt die Impfaktion?Novartis-Chef Daniel Vasella rechnet mit einer ersten Lieferung von Impfdosen für «Ende September, eher Oktober». BAG und Impfkommission gehen von einem Beginn im Oktober aus. Insgesamt hat der Bund 13 Millionen Dosen geordert.Wer soll sich zuerst impfen lassen?«Wir rechnen mit einer offiziellen Empfehlung für Risikogruppen und Personen mit Gesundheitsberufen», sagt Jean-Louis Zürcher vom BAG. Viele dieser Menschen sind sowieso schon in Kontakt mit einem Arzt und werden daher wohl in einer Praxis oder im Spital geimpft.Wie läuft eine Impfung konkret ab?«Wie andere Grippe-Impfungen gewöhnlicherweise auch», sagt Hans-Peter Zimmermann von der Kommission für Impf-Fragen. Das heisst: Eine Spritze in die Oberarm-Muskulatur, ein zweite drei Wochen später. Wie gross aber die jeweiligen Impfstoff-Dosis ist, sei noch nicht bekannt, so Zimmermann.Bezahlt der Bund oder die Krankenkasse die Impfung?Auch wenn es den einzelnen Bürger nicht direkt betrifft: Auch diese Frage wird das BAG bald beantworten müssen. Der Krankenkassenverband Santésuisse will, dass Bund und Kantone jede Impfung mit 24.50 Franken vergüten. Doch die Ärzte laufen dagegen Sturm. Sie möchten die Impfung über die normale Tarifverordnung Tarmed abrechnen.