
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Valentin Roschacher im Glück! Kommenden September eröffnet er seine erste Einzelausstellung im Ausland: in Latina bei Rom. «Die Heimat von Michelangelo und Leonardo da Vinci», sagt er. «Ich bin stolz darauf, dass mein Schaffen auch ausserhalb der Schweiz geschätzt wird.»
Vor zwei Jahren war Roschacher am Boden zerstört. Dem Bundesanwalt wurde vorgeworfen, er habe sich bei Ermittlungen wegen Geldwäscherei gegen den Banker Oskar Holenweger (62) von einem Ex-Drogenbaron als Spitzel hereinlegen lassen (siehe Box). Roschacher wies dies zwar zurück, reichte 2006 dennoch seine Demission ein. Der Druck der Medien und des damaligen Justizministers Christoph Blocher (67) war zu gross geworden.
Über Details seines Rücktritts schweigt Roschacher bis heute: «Ich sehe keinen Grund, alten Staub aufzuwirbeln.» Er habe mit der Vergangenheit abgeschlossen und genug aushalten müssen. «Es war sehr belastend, auch mein näheres Umfeld hat immens gelitten.» Einzig beim Malen konnte er abschalten und «Ruhe finden».
Sein Hobby wurde zum neuen Beruf: Bis zu 25 000 Franken verlangt der Zürcher heute für seine Bilder. Er verkauft sie in der ganzen Schweiz, aber auch nach Deutschland, England und sogar nach Äthiopien und Neuseeland. Roschacher malt ausschliesslich Berge. «In Anbetracht ihrer Grösse werde ich demütig, das entspannt mich.» Menschen und Häuser sucht man auf seinen Bildern vergebens. Sämtliche Spuren der Zivilisation ignoriert er. «Die stören nur.» Mehr als einen Monat lang arbeitet er jeweils an einem Bild. «Die Nachfrage ist gross.» Dann lächelt er und witzelt: «Bloss von Blocher habe ich noch kein Angebot erhalten.»
Er lebe nur noch im Jetzt. Und könne es zwischendurch noch immer kaum glauben, wie viel Lebensqualität er als Maler habe. «Auf perverse Art müsste ich Blocher fast dankbar sein», sagt Roschacher, «denn er hat mir dieses neue, wunderschöne Leben erst möglich gemacht.»