Alkoholverwaltung konfisziert Feuerzeuge Zippo-Zoff im Tabakladen

WIL SG - Inspekteure der Alkoholverwaltung haben in einem Tabakladen in Wil Feuerzeuge und T-Shirts beschlagnahmt. Der Grund: unerlaubte Alkoholwerbung. Das sorgt für Ärger im «Smoke Town».

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Damit hatte Pablo Rupp nicht gerechnet: Er arbeitet im Tabakladen seines Sohnes in Wil SG und bekam am Montag unangekündigten Besuch von der Alkoholverwaltung. Zwei Beamte wollten den Shop inspizieren, eine Polizistin im Schlepptau.

Ein T-Shirt mit «Jack Daniels»-Aufdruck im Schaufenster habe ihre Aufmerksamkeit erregt, sagte einer der Beamten zu Rupp.

Am Ende beschlagnahmten die Inspekteure das Kleidungsstück zusammen mit sieben weiteren T-Shirts und 19 Zippo-Feuerzeugen, die ebenfalls mit Schriftzügen von Spirituosen bedruckt waren. Der Grund: unerlaubte Alkoholwerbung. Gegen Rupps Sohn Marco, Inhaber von «Smoke Town», wurde Strafanzeige erstattet.

Regeln im Alkoholgesetz

«Ich finde diese Aktion ziemlich peinlich und lachhaft», sagt Pablo Rupp, der sich mit seiner Geschichte an BLICK wandte. Er habe nie Probleme mit der Alkoholverwaltung gehabt. Und schliesslich gebe es solche Feuerzeuge und T-Shirts auch in anderen Shops in der Schweiz zu kaufen.

Nur: Die Beamten haben das Gesetz auf ihrer Seite. Artikel 42b des Alkoholgesetzes besagt: Werbung für gebrannte Wasser darf sich nicht auf Gegenständen befinden, die mit dem Alkohol selbst nichts zu tun haben. «Darunter fallen auch Feuerzeuge und T-Shirts», sagt Christian Calamo, Chef des Rechtsdienstes der Alkoholverwaltung, zu BLICK.

Strafe kann, aber muss nicht

Wer dagegen verstösst, müsse mit einer Bussgeldzahlung in Höhe von 200 bis 300 Franken rechnen - im schlimmsten Fall. Calamo: «Eine Strafe ist vorgesehen, aber nicht zwingend.» Sollte sich der Ladenbesitzer einsichtig zeigen, könne die Staatsanwaltschaft auch unter Auflagen auf eine Strafe verzichten.

Über das Vorgehen der Beamten vor Ort allerdings lasse sich streiten. «Unter Umständen reicht in solchen Fällen auch die Aufforderung, die Feuerzeuge an den Hersteller zurückzugeben», so Calamo. Aber das liege im Ermessen der Inspekteure.

Rupp hält die Aktion für unverhältnismässig - vor allem, weil die Beamten in Begleitung der Polizei bei ihm auftauchten. Er sei behandelt worden wie ein «Schwerverbrecher», klagt er. Dabei sei es um eine Lappalie gegangen.

Publiziert am 08.09.2016 | Aktualisiert am 11.09.2016
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28 Kommentare
  • Carolus  Magnus aus Luzern
    09.09.2016
    Die Schweiz ist ja für seine Pingeligkeit bekannt, doch hier handelt es sich eindeutig um unterforderte Beamte, die Ihren Arbeitsplatz legitimieren müssen um ihn nicht zu verlieren. Es wäre sinnvoller, überflüssige Bürokratie-Stellen einfach abzubauen. Inzwischen arbeitet jeder 4. Arbeitnehmer im öffentlich-rechtlichen Sektor und ein weiteres Viertel als kaufm. Angestellte, um all diese Gesetzesschikanen von Wirtschaftsseite bewältigen zu können. Die Hälfte der Angest. produziert also Leerlauf.
  • Hugo  Wirz 09.09.2016
    Sagt Rupp zur Polizistin: "Jetzt nehmen Sie doch endlich Vernunft an" - "Tut mir leid, ich bin Beamtin, ich darf nichts annehmen".
    Unser Gesetzgeber und dessen Ausführender Arm verkommen immer mehr zur Farce! Ein schlechter Witz, das ganze. Zum lachen, wenn es nicht so traurig wäre.
  • Fortunato  Gatto , via Facebook 09.09.2016
    Dafür Werbung über Casino Games, Kredite, KreditKarten, Medis...jajaja
    Ich sags immer wieder DoppelmoralCHisten....
  • Sam  Moor , via Facebook 09.09.2016
    Als wären die Zeiten für Betreiber kleiner Läden nicht schon schwer genug, werden sie nun auch noch von Behörden schikaniert. Und etwas anderes als Schikane ist das hier nicht. Wenn man gegen solche Produkte vorgehen will, dann muss man den Hebel beim Vertrieb ansetzen und nicht beim Detaillisten, der seine Produkte im Glauben einkauft, dass ein etablierter Grosshändler keine verbotenen Produkte vertreibt.
    • Heinrich  Z aus Zürich
      09.09.2016
      Bei allen Gesetzen die man so machen will, vielleicht aus guten Gründen, muss man damit rechnen dass daraus das Gegenteil, von den staatlichen Stellen produziert wird. Leider ist dem etwas gutgläubigen Volk das nicht bewusst. Beipiel ist auch die Glaubens und Gewissensfreiheit, die mit dem Rassimusgesetz sich ins Gegenteil verkehrt hat. Jetzt darf ein Religion schamlos unsere Gesetzgebung ausreizen und ihre menschenfeindliche Religion überall reinschieben.Wer soll jetzt reagieren? Juristen?
    • Marco  Gutknecht 09.09.2016
      Grundsätzlich haben die Behörden hier richtig gehandelt. Allerdings übertrieben (zusätzliche Strafe) und ohne das nötige Fingerspitzengefühl. Das Gesetz ist neu, sollte aber dennoch konsequent umgesetzt werden. Einkaufen "im Glauben" geht allerdings gar nicht. Wer einen Laden betriebt, muss alle Gesetze und Vorschriften kennen und beachten.
  • Remo  Albrecht aus Höri
    08.09.2016
    Das sind keine Werbeartikel, sondern wie von Hr. Perte bereits erwähnt Fan-Artikel. Wieso soll ich kein Zippo mit einem solchen Aufdruck kaufen dürfen? Trage ich zukünftig ein Verbrecher-T-Shirt, wenn ich mit einer Walker-Werbung illegal durch die Gegend laufe aus einem Laden meines Vertrauen gekauft? Lasst es endlich einmal gut sein, dieser Gesundheitswahn geht langsam seltsame sektiererische Wege - Irrweg!
    Überall wird uns gesagt was wir essen und trinken sollen. Ich lebe mein eigenes Leben