Achtung: Der Sturm ist hier!

  • Publiziert: 10.02.2009, Aktualisiert: 20.01.2012

BERN – Mit dem Sturm «Quinten» fegt der stärkste Sturm dieses Winters über die Schweiz. Es wurden bereits Böen bis zu 160 km/h gemessen.

«Quinten» fordert schon erste Verletzte. In Aarau wurde ein Kind von einem umgestürzten Baum verletzt. Es erlitt Beinfrakturen und musste ins Spital eingeliefert werden.

In Adliswil ZH wurde ein Bauarbeiter an den Beinen verletzt, nachdem sich auf einer Baustelle ein schweres Schalelement losgerissen hatte und gegen den Arbeiter geschleudert wurde. In Zürich wurde eine Person von einer umherwirbelnden Signalisationstafel leicht verletzt.

Im Kanton Freiburg starben vier Kühe in ihrem Stall in Mossel an einem Stromschlag, als eine Strom- auf eine Wasserleitung fiel.

170 km/h!

In den nächsten Stunden muss in der Schweiz mit entwurzelten Bäumen, herabfallenden Ästen und abgedeckten Dächern gerechnet werden. Der Sturm «Quinten» zieht durch unser Land mit bis zu 170 Stundenkilometern!

Schon während der Nacht wurden die ersten Böen in der Westschweiz gemeldet. In Basel erreichte er heute Morgen bereits 110 km/h und auf dem Bantiger wurden 159 Stundenkilometer gemessen.

Viele Schäden in der Region Bern

Wegen Sturmschäden ist die Bahnlinie Langenthal-Solothurn unterbrochen. Im bernischen Stromversorgungsnetz kam es lokal auch zu einigen Stromausfällen.

Diese seien grösstenteils bereits wieder behoben. Betroffen waren Gebiete im Berner Oberland sowie Mühleberg, Aarberg und Pruntrut JU.

Zahlreiche Bäume stürzten um und blockierten Strassen. Besonders betroffen waren das Gebiet Emmental-Oberaargau sowie das Seeland. Verkehrsbehinderungen gab es auch auf der Autobahn A6 bei Lyss. Personen sind bisher keine zu Schaden gekommen.

Umgestürzte Bäume in Basel

Bei der Basler Polizei gingen heute Morgen rund 50 Anrufe ein. Gemeldet worden seien umgestürzte Bäume, herabstürzende Ziegel oder andere Probleme wegen der starken Sturmböen.

Glück im Unglück hatten zwei Insassen eines Kleinbusses in Reinach. Wenige Meter vor dem Fahrzeug stürzte kurz vor 7.30 Uhr eine grosse Platane auf die Strasse. Der 49-jährige Lenker konnte zwar noch bremsen, kollidierte aber heftig mit dem Baum. Verletzt wurde gemäss Polizeiangaben jedoch niemand.

«Waldspaziergänge vermeiden»

Nun zieht der Sturm weiter Richtung Ostschweiz, wo er seinen Höhepunkt erreichen wird.

Christine Jutz von SF METEO warnt: «Es ist besser, sich heute nicht zu lange draussen aufzuhalten. Spaziergänge im Wald sollten ganz unerlassen werden. Auch schlecht gesicherte Baustellen können gefährlich sein.»

Auf jeden Fall wird «Quinten» der stärkste Sturm des Winters. Er sei zwar nicht so stark wie Lothar, dürfe aber trotzdem nicht unterschätz werden, so Christine Jutz.

Europa stark betroffen

Glücklicherweise befindet sich die Schweiz nur am Südrand des Sturms. Deutschland, die Benelux-Staaten, Frankreich und England trifft es deutlich schlimmer.

In Frankreich legte «Quinten» bereits den gesamten Flugverkehr der Pariser Flughäfen lahm. 500000 Haushalte müssen ohne Strom auskommen.

In London und Südengland regnete es in 24 Stunden so viel wie sonst im ganzen Februar. Autobahnen und Strassen sind wegen Hochwassers gesperrt worden. Etwa 30 Menschen steckten mit ihren Autos auf überfluteten Strassen fest und mussten von der Feuerwehr befreit werden. (SDA/gca)

Gesucht: Ihre Fotos

Tobt der Sturm auch bei Ihnen? Hat er vielleicht gar Schäden angerichtet? Schicken Sie uns Ihre Fotos und Handy-Videos (max. 300 KB) über MMS an die Kurznummer 8989 (70 Rappen) oder per E-Mail an 8989@blick.ch! Bitte schreiben Sie uns, wann und wo Sie das Foto gemacht haben. Für Bilder, die im gedruckten BLICK erscheinen, gibts 50 bis 100 Franken!

19 Durchstartmanöver

Zwischen 8.30 und 11 Uhr mussten 19 Flugzeuge am Flughafen Zürich durchstarten. Ein Teil davon sei in einem zweiten Anlauf in Zürich gelandet, ein anderer Teil zu einem anderen Flughafen weitergeflogen.
Die Verspätungen halten sich bis anhin jedoch in Grenzen, wie Jasmin Bodmer, Mediensprecherin von Unique gegenüber Blick.ch bestätigte.