Acht verletzte Soldaten bei Unfall Sind Duros zu gefährlich?

Ein Duro-Lastwagen überschlägt sich, mehrere Armeeangehörige werden gestern im Appenzellerland verletzt. Sicherheitsgurte gibt es im Truppentransporter keine. Ist das Sicherheitsrisiko für die Soldaten zu gross?

Armee-Duro stürzt 30 Meter in die Tiefe

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In Schwellbrunn AR stürzt gestern Morgen ein Truppentransporter der Armee 30 Meter über ein Wiesenbord hinunter. Mehrmals überschlägt sich der Duro dabei. An Bord befinden sich 18 Unteroffiziersanwärter, sieben von ihnen werden nach dem Unfall ins Spital gebracht. Dass sich keiner von ihnen lebensgefährlich verletzt, grenzt an ein Wunder. «Die Soldaten hatten ein Riesenglück», sagt Ueli Frischknecht, Mediensprecher der Ausserrhoder Kantonspolizei.

Im hinteren Teil des Mannschaftstransporters sitzen die Armeeangehörigen jeweils auf zwei Längsbänken quer zur Fahrtrichtung – anschnallen können sie sich nicht. Ein Sicherheitsrisiko für die Soldaten.

 

Für über eine halbe Milliarde Franken sollen ein Grossteil der 3000 vor 20 Jahren eingekauften Duro-Lastwagen nachgerüstet werden. Zum Programm gehören unter anderem neue Motoren, Partikelfilter, ein Antiblockiersystem – und ein Vier-Punkte-Gurtesystem.

«Die Werterhaltung erhöht die Sicherheit der Truppe und verlängert die Nutzungsdauer der Duro I bis 2040», heisst es auf der Website des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Der Nationalrat winkte das Rüstungsprogramm samt Duro bereits durch.

Doch auch mit den Gurten wären nicht alle Sicherheitsfragen ausgemerzt. 2012 hat der TCS nachgewiesen, dass Kleinbusse mit längs eingebauten Sitzbänken «zur tödlichen Falle» werden können.

Die Geländefahrzeuge Duro, die die Armee 1993 für 140'000 Fr gekauft hat, werden saniert. play

Die Geländefahrzeuge Duro, die die Armee 1993 für 140'000 Fr gekauft hat, werden saniert.

Keystone

Egal ob die Duros gepimpt werden oder nicht, die Längsbänke bleiben. Ein anderes Fahrzeug, das die Transportbedürfnisse im selben Masse erfüllt, sei auf dem Markt nicht verfügbar. «Ein Militärfahrzeug muss immer auch bestimmte Funktionen erfüllen, wie geländegängig sein oder Lastentransporte ermöglichen», sagt Armeesprecher Walter Frik zu BLICK. Zudem müsse es den Truppen möglich sein, rasch ein- und auszusteigen. (lex)

Publiziert am 21.01.2016 | Aktualisiert am 21.01.2016
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  • Lucio Silva  Safnanno aus San Vito Lo Capo
    21.01.2016
    ...zudem muesse es den Truppen moeglich sein, rasch ein und auszusteugen. Dieser Satzt bezeichnet das ganze Paradoxon des Autos und des CH Militaers ueberhaupt. Rasch ein- und aus steigen? Wieso? Damit anschliessend wieder 2 Stunden rumgestanden werden muss. Wo geht die Zeit verloren?
    • Marco  Weber 21.01.2016
      Waren Sie mal im Militär? Ihnen ist der Sinn einer Armee bekannt oder? Ob dies jetzt in der Schweiz Sinn macht ist jetzt mal egal! Aber im Fall der Fälle müssen die Soldaten so schnell wie möglich in ein Fahrzeug einsteigen oder aussteigen können!
  • Mert  Francesco , via Facebook 21.01.2016
    Ich sass gestern bei diesem duro mit. Wenn wir angegurtet wären, wären mindestens 2 Unteroffiziersanwärter Tod, weil da wo der Duro zum stehen gekommen ist ein Felsen sich reingebort hat, wo eines der längssitzbänke war. Diese methode ist einfach zu gefährlich! Alle bei unsere kaserne sind davon überzeugt! Wen sie das weiterführen sollte doch mindestens ein überschlagbügel das ganze hintere transportteil sichern!! Wir hatten so ein riesen glück!
  • Peter  Fritz 21.01.2016
    Ich glaube man hat seit der Bestellung der ersten Duros Heimatschutz betrieben! Und zwar sehr teuren Heimatschutz! Auch die Aufrüstung kostet jetzt ja Millionen! Wie wäre es mit bewährten UNIMOG `S? Auch die renovierten und sanierten Duros bleiben gefährliche Blechkisten!
  • Rico  Brunner 21.01.2016
    Wenn der Duro schon zu gefährlich sein soll, wieso schreibt dann keiner über die Tuppentransporte auf den Lastwagen? Völlig ungesichert und zusammengequetscht wurden wir regelmässig auch über grössere Distanzen z.B. Saragans-Andermatt transportiert.
    Würden Schweine so transportiert, käme gleich die Polizei und der Tierschutz gerannt.
  • Robert  Erni aus Rotkreuz
    21.01.2016
    Mit dem Duro ist es wie mit dem Silvester in Köln. Es wird solange möglich alles verheimlicht. Es sollte endlich eine Unfallstatistik dieses gefärlichen Fahrzeugs veröffentlicht werden. Auch der extreme Spritverbrauch sollte thematisiert werden.
    • Marco  Weber 21.01.2016
      Was wird den verheimlicht?