Abzock-Psychiater Frank K. lässt Prozess platzen – Vater von Opfer Ronny Meuwly († 32) klagt an «Der macht frisch und fröhlich weiter»

TAFERS FR - Anstatt seine Patienten zu therapieren, knöpfte der Psychiater und Psychotherapeut Frank K.* ihnen mehrere Hunderttausend Franken ab. Am Dienstag war der Prozess angesetzt, doch Frank K. erscheint nicht.

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Es war ein schwerer Gang für Richard Meuwly (57). Der Garagist aus Wünnewil FR verlor vor zwei Jahren seinen Sohn Ronny (†32) durch Selbstmord (BLICK berichtete). Am Dienstag war der zweite Todestag des sensiblen Sozialarbeiters.

Sein Vater kommt trotzdem zum Bezirksgericht in Tafers FR. Um 8.30 Uhr ist der Prozess gegen den ehemaligen Psychiater von Ronny angesetzt, den Deutschen Frank K.* (57). Im Gerichtssaal warten drei weitere ehemalige Patienten darauf, dass der Abzock-Psychiater zur Rechenschaft gezogen wird. Die Anklage lautet auf gewerbsmässigen Betrug und Geldwäscherei.

Statt in der Praxis im Sensebezirk seinen Patienten bei der Bewältigung ihrer Probleme zu helfen, missbrauchte Frank K. ihr blindes Vertrauen zu ihm und nahm sie aus. Er versprach ihnen hohe Renditen im Handel mit Edelsteinen, mit Ananasplantagen sowie Hotelprojekten in Afrika.

Zwischen 2010 und 2014 erschlich sich Frank K. rund eine halbe Million Franken. Das Geld, das ihm seine Patienten anvertrauten, deklarierte er als Darlehen.

26 Seiten lang ist die Anklageschrift. Darin sind 13 Patienten als Straf- und Zivilkläger aufgelistet. Drei weitere sind mittlerweile tot, darunter Ronny Meuwly. Auf Antworten oder eine Entschuldigung warten die Opfer gestern vergeblich. K. erscheint nicht. Der Prozess platzt.

Der Deutsche hatte von Oktober 2014 bis April 2015 191 Tage in U-Haft gesessen, doch nach seiner Entlassung flüchtete er nach Deutschland, tauchte unter. Dies war möglich, weil die Behörden keine Fluchtgefahr sahen.

«Die Vorladung wurde ihm am 19. September 2016 zugestellt», sagt Gerichtspräsident Peter Rentsch und liest die Adresse vor: Ein Dreisternehotel im Kurort Bad Liebenstein im Thüringischen Wald. «Ich bin genauso leer wie vorher», sagt Ronnys Vater Richard Meuwly.

Am 6. Dezember ist der neue Termin für den Prozess. Falls der Abzock-Psychiater wieder nicht erscheint, findet er trotzdem statt. Vater Meuwly: «Wir sind nichts für ihn. Es ist kaum zu glauben, aber er macht einfach frisch und fröhlich weiter.» Tatsächlich praktiziert Frank K. nun in Deutschland.

BLICK versuchte ihn gestern zu erreichen. Im genannten Hotel heisst es, Frank K. wohne seit kurzem nicht mehr dort. Seine neue Adresse? Unbekannt.

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 19.10.2016 | Aktualisiert am 20.10.2016
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4 Kommentare
  • Hans  Scheidegger 20.10.2016
    Unbegreiflich! Seinesgleichen (!) wird den Behörden wohl wortreich geschildert haben, dass bei Frank K. keine Fluchtgefahr bestehe!! Unglaublich. Dass dieser sogenannte Psychiater weiterhin seinen Beruf ausüben darf, ist völlig unverständlich. Einer, der seine Patienten so schamlos ausnützt und deren Vertrauen auf widerliche Art missbraucht, gehört tatsächlich für lange Zeit weggesperrt.
  • Stefan  Wanner aus Otelfingen
    20.10.2016
    In Abwesenheit verurteilen, Prozess abschliessen... So können mehr Fälle wie diese bearbeitet werden...
  • Peter  Wyss 20.10.2016
    Jaja, die gutgläubigen Behörden sahen keine Fluchtgefahr, wiederum ein klägliches Versagen.
  • Peter  Brunner 20.10.2016
    Da haben aber die sogenannten Behörden eine schöne Pfuscharbeit geleistet.