Abwesenheits-Ranking im Nationalrat Nur einer schwänzte häufiger als Blocher

Antonio Hodgers (37) verpasste im Nationalrat 169 Abstimmungen. Der Grüne aus Genf ist mit 53 Prozent Spitzenreiter im Abwesenheitsranking.

Antonio Hodgers (Grüne GE) play
Beteiligte sich nicht mal an jeder zweiter Abstimmung: der Genfer Nationalrat Antonio Hodgers (Grüne). Keystone

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Ein Grüner hat die Nase vorn! Doch Lob wird es für ihn nicht absetzen. Der Genfer Antonio Hodgers hat an der heute zu Ende gehenden Session am häufigsten gefehlt. Der 37-Jährige war bei 169 Abstimmungen nicht im Saal – das ist mehr als jede zweite!

Mit einer Abwesenheitsrate von 53 Prozent führt er das von der Politplattform Politnetz.ch zusammengestellte Abwesenheits-Ranking an. Damit ist Hodgers noch seltenerer Gast in den parlamentarischen Beratungen als politische Schwergewichte wie Christoph Blocher (SVP, ZH) oder CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay (42).

Der Zürcher Alt-Bundesrat Blocher (73) fehlte bei 140 Abstimmungen und war damit 44 Prozent abwesend; der Walliser Darbellay war bei rund einem Drittel der Abstimmungen (139 oder 35 Prozent) nicht präsent. Am viertmeisten fehlte der Genfer CVP-Nationalrat Luc Barthassat (53).

Barthassat liegt damit noch knapp vor dem Walliser Neo-Regierungsrat Oskar Freysinger (SVP, 53). Dieser sorgte mit seiner Abwesenheit national für Aufruhr. Weil er eine Abstimmung verfehlte, fiel bekanntlich das Berufsverbot für Pädophile nach einem Stichentscheid von Nationalratspräsidentin Maya Graf (Grüne, BL) zwischen Stuhl und Bank! Das war für Freysinger und seine Mitkämpfer umso ärgerlicher, weil der Walliser im Initiativ-Komitee sitzt, das genau jenes Berufsverbot fordert.

Mit einer Abwesenheit von 28 Prozent (90 Abstimmungen) belegt die Winterthurer SP-Nationalrätin Chantal Galladé den 6. Rang und ist damit jene Sozialdemokratin, die am seltensten im Saal präsent war.

Nadine Masshardt und Walter Wobmann am fleissigsten

Am anderen Ende der Skala finden sich immerhin zehn Parlamentarier, die gemäss Politnetz.ch keine Abstimmung verpassten. Zu ihnen gehören die junge Berner SP-Frau Nadine Masshardt (29) wie ihre Parteikollegin Silvia Schenker (BS, 59). Zu den Fleissigsten gehört aber auch Walter Wobmann (SVP, SO, 46). Auch er hat keine Abstimmung verpasst und zeigt damit, dass er nicht nur neben dem Ratsbetrieb derzeit für Aufsehen sorgt.

Wobmann ist jener Parlamentarier, der Bundesrätin Doris Leuthard (CVP, 50) ins Schwitzen bringt, weil er die Referendumsabstimmung gegen die Preiserhöhung der Autobahnvignette orchestrierte. Kaum hat der Kanton Tessin am Wochenende Ja zum Verschleierungsverbot gesagt, kündigte der Solothurner an, noch im kommenden Frühling – zusammen mit seinem Parteikollegen Lukas Reimann (SVP, SG, 31) eine nationale Volksinitiative mit gleicher Stossrichtung zu lancieren.

Die Top 10 der «Schwänzer»

RangNamePartei% verpasst
1Antonio HodgersGrüne53%
2Christoph BlocherSVP44%
3Christophe DarbellayCVP35%
4Luc BarthassatCVP34%
5Oskar FreysingerSVP32%
6Chantal GalladéSP28%
6Jürg StahlSVP28%
8Jean-François SteiertSP27%
9Urs GascheBDP27%
10Lorenzo QuadriLega26%

 

Die 10 «Musterschüler»

RangNamePartei% verpasst
1Walter WobmannSVP0%
1Ursula Schneider SchüttelSP0%
1Silvia SchenkerSP0%
1Guy ParmelinSVP0%
1Nadine MasshardtSP0%
6Thomas HardeggerSP0%
6Bernhard GuhlBDP0%
7Andi GrossSP0%
8Andrea GeissbühlerSVP0%
9Roland FischerGLP0%
Publiziert am 27.09.2013 | Aktualisiert am 27.09.2013
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Befürchtet einen schleichenden EU-Beitritt: Nationalrat Christoph Blocher. play
SVP-Nationalrat Christoph Blocher belegt Platz zwei in der Abwesenheitsliste. Keystone

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41 Kommentare
  • Hans  Häberli , via Facebook 27.09.2013
    Ah, Politiker werden also gewählt um danach bei der Ausübung ihres Mandates abwesend zu sein. Wozu dann noch Wahlen und pauschale Amtsentschädigungen? Es ist gut, dass eine solche Abwesenheitsliste veröffentlicht wird.
  • Adrian  Teuscher aus Oey
    27.09.2013
    Da muss ein System her wie z.B. in den Schulen. 1 Absenz pro Session, mehr nicht. Wer mehr Schwänzt kriegt eine Verwarnung nach 2 Verwarnungen wird der fehlbare Rausgeschmissen. Das müsste Natürlich in ein Reglkement geschrieben werden. Wer sich damit nicht einverstanden erklären kann soll sich gar nicht erst zur Wahl aufstellen lassen. Die vakanten Posten werden durch "Nachrutschen" gem. den letzten Wahlen wieder besetzt. So einfach ist das.
  • Nikolaus  Grimmi aus Schwerzenbach
    27.09.2013
    Darbellay hat gem. Bericht 139 x gefehlt 35 Prozent. Blocher hat 1x gefehlt und somit 44 Prozent. Also wenn 1x fehlen 9 Prozent ausmacht, dann hätte es ja max. 11-12 Sitzungen gegeben. Ist alles eine Betrachtungsweise, Hauptsache man der SVP eins auswischen. Ich glaube keiner Statistik, die nicht selbst gefälscht habe.Churchill
    • yosh  eden aus Mount Maunganui
      27.09.2013
      kein wunder glauben sie keiner Statistik, wenn sie selber schon solch falsche Zahlen verbreiten. Blocher hat 140x eine Abstimmung geschwänzt, und nicht etwas nur 1x. Wie kommen Sie nur darauf? Besser informieren vor dem Motzen!
  • Maja  Naef , via Facebook 27.09.2013
    Unglaublich - es sollte dringend eine minderst Anwesenheit verlangt werden. Wer sie nicht erfüllt muss gehen.
  • Eric  Pudles , via Facebook 27.09.2013
    Wenn ich einmal gewählt bin brauch ich mich nicht mehr um das kümmern was ich versprochen habe. Meinen guten Lohn mein 1.Klasse GV und sonstige Vergünstigungen krieg ich ja sowieso.
    Und so habe ich mehr Zeit für Nebeneinnahme aus sehr gut bezahlten Mandaten. Wäre doch blöd wenn ich etwas anderes machen würde.
    Das ist das leider das Leitmotiv vieler unserer sogenannten Volksvertreter.