Absurder Prozess um Ex-«Tagesschau»-Mann Stefan Tabacznik Rächte sich Ex-Swisscoy-Kollege wegen Ueli-Maurer-Schelte?

War sein Tadel an die Adresse von Ueli Maurer schuld? Der Ex-Swisscoy-Offizier J.F. (61) soll den ehemaligen Tagesschau-Moderator Stefan Tabacznik (68), der ebenfalls im Kosovo Dienst tat, in einem Mail vom 16. September 2013 schlimmster Kriegsverbrechen beschuldigt haben. «Bitte sei vorsichtig und geniesse DEINEN Frieden».

Ex-Tagesschau-Sprecher Stefan Tabacznik bedroht

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Ein Fernsehstar und seine Militärvergangenheit: Gestern stand der ehemalige Swisscoy-Offizier J. F.* (61) vor dem Bezirksgericht Zürich, weil er den früheren «Tagesschau»-Moderator Stefan Tabacznik (68) in einem ­E-Mail schlimmster Kriegsverbrechen beschuldigt haben soll.

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Stefan Tabacznik (68) war 40 Jahre bei der «Tagesschau». SRF/Merly Knörle

 

Streitpunkt ist der 16. September 2013. An diesem Tag hatte der Ex-«Tagesschau»-Mann im BLICK massive Vorwürfe gegen Bundesrat Ueli Maurer erhoben. Dieser habe bei einem Swisscoy-Truppenbesuch im Kosovo einem Kameramann «Schaf­seckel, brich dir s Gnick!» an den Kopf geworfen. Seinerzeit distanzierte sich Maurer von dieser Aussage.

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Tabacznik vor dem Gericht in Zürich. STEFAN BOHRER

Am Vormittag, an dem dieser BLICK erschien, erhielt Tabacznik ein anonymes Mail mit wirrem Inhalt: «In SEHR heikler Situation habe ich DIR im Kosovo Dein Leben gerettet (Russenmafia Botschaft Pristina, DU erinnerst dich). Dürfen wir ehemaligen Kämpfer der Swisscoy DICH in aller Freundschaft sehr höflich ersuchen, DICH wegen Deinem desolaten Einsatz als Regimegetreuer vollständig ruhig zu halten.»

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Diesen wirren Text soll der Ex-Swisscoy-Offizier J. F. dem früheren   «Tagesschau»-Mann Stefan Tabacznik gemailt haben. Zvg

 

Im Mail werden «Extremtaten» angedeutet, wie Drogen-, Blut- und Waffenhandel – gar Beihilfe zu Kinderhandel. Tabacznik, der wie J. F. im Jahr 2000 für die Schweizer Truppen im Kosovo Dienst geleistet hatte, informierte sofort das VBS. Der Fall wurde später an die Zürcher Staatsanwaltschaft abgetreten. Gemäss Anklage ging das Mail tatsächlich von der IP-Adresse des Geschäftscomputers von J. F. ab. War ihm Tabaczniks Aussage über Ueli Maurer in den falschen Hals geraten?

«Ich bin nicht der Absender des Mails», behauptete J. F. gestern vor der Richterin. Nur: Während der Untersuchung hatte er dies nicht ausgeschlossen. J.F. wehrte sich mit einer bizarren Theorie: «Tabacznik hat sich das Mail wohl selber geschrieben, um damit zwischen 6000 und 10'000 Franken herauszuholen.» Er wisse, dass der TV-Mann unter einer Persönlichkeitsstörung leide. Zudem sei er mit alt Bundesrat Adolf Ogi (74) in einer Geheimarmee.

Die Staatsanwältin verlangte wegen Nötigung eine bedingte Geldstrafe von 9000 Franken und 500 Franken Busse. Die ­unwahren Äusserungen hätten Tabacznik in Todesangst versetzt. Schliesslich habe er im Kosovo mit allen Konfliktparteien zu tun gehabt.

Dann noch eine Wende: Der Prozess ist geplatzt! Das Ober­gericht muss entscheiden, ob die Staatsanwältin zugunsten Tabaczniks befangen war. Dies behauptet der Verteidiger von J. F. Es seien zudem keine Beweise gesichert worden: Nicht einmal der PC, von dem das Mail gesendet worden sein soll.


* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 22.09.2016 | Aktualisiert um 00:24 Uhr
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3 Kommentare
  • Stefan  Meili 22.09.2016
    Nach meiner Meinung mögen diese Anschuldigungen sehr wohl stimmen. Das grosse Erdbeben wird noch durch das Schweizer Volk gehen und für verzweifelte Gesichter sorgen. Die Zeit des Aufdeckens hat erst begonnen und die Zeit der Vergeltung wird folgen. Merke: Nur primitives Pack mit Blut an den Fingern kann Karriere machen. Denn man muss die Vasallen erpressbar und somit kontrollierbar halten.
  • hans  zottel aus Dübendorf
    22.09.2016
    Für mich ist jeder aber auch wirklich jeder der für die Swisscoy nach Pristina geht ein Fantast und lebt an der Realität vorbei. Ich kann nur hoffen, dass das Parlament die 40 Mio pro Jahr NICHT mehr bewilligt. Ich kenne als Offizier und Kollege von Teilnehmern zu viele Details über diese Einsätze. Einfach ein Skandal durch und durch.
    • R  S aus St.Gallen
      22.09.2016
      Die Swisscoy ist und bleibt eine persönliche Einnahmequelle. Nirgends verdient ein Soldat mehr wie wenn er Einsätze bei der Swisscoy macht. Ich hätte es auch nur wegen dem Geld gemacht. Verdienen und keine Ausgaben haben. Somit kann man viel Geld sparen.
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