Abstimmung: So reagiert der Bundesrat

  • Publiziert: 30.11.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Der Bundesrat ist gefordert: Er will die Unverjährbarkeitsinitiative rasch umsetzen, an der AHV-Revision weiterarbeiten, die bewährte Drogenpolitik fortführen und auf das Verbandsbeschwerderecht vertrauen.

Mit seinem Ja zur Initiative «für die Unverjährbarkeit pronofrafischer Straftaten an Kindern» habe das Volk seinen Willen bekundet, dass sich Täter bis ans Ende ihres Lebens nicht in Sicherheit vor Strafverfolgung wiegen könnten, sagte Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf vor den Bundeshausmedien.

Sie werde dafür sorgen, dass der Verfassungsartikel nicht toter Buchstabe bleibe. Das werde «nicht ganz einfach» sein, sagte Widmer-Schlumpf. Eine einheitliche Rechtsauffassung müsse erarbeitet werden.

Keine AHV-Abenteuer

Bundespräsident Pascal Couchepin wertete das Nein zur AHV- Initiative als Absage an alle «Abenteuer» mit den Sozialwerken Angesichts der Alterung der Bevölkerung und den wirtschftlich eher düsteren Aussichten dürfe die AHV nicht einem «Stress» ausgesetzt werden.

Der Bundesrat strebe durchaus Flexibilität beim Altersrücktritt an – allerdings ohne Subventionen, sagte der Sozialminister. Er verwies auf die vom Bundesrat vorgeschlagene Überbrückungsrente. Jetzt sei das Parlament gefordert.

Das Nein zur Hanf-Initiative, die Verankerung der Vier-Säulen- Strategie und der ärztlichen Verschreibung von Heroin an Schwerstsüchtige im Gesetz, öffne den Weg zu einer umfassenden Drogenpolitik. Diese dürfe nicht allein Cannabis, sondern müsse alle psychoaktiven Substanzen erfassen, sagte Couchepin.

Bekenntnis zum Umweltschutz

Bundesrat Moritz Leuenberger freute sich über die klare Absage an die FDP-Initiative zur Einschränkung des Verbandsbeschwerderechts. Volk und Stände hätten ein Bekenntnis zum Umweltschutz auch in wirtschftlich schwierigen Zeiten abgelegt und den Umweltorganisationen ihr Vertrauen ausgesprochen.

Im Übrigen seien die Mängel des Verbandsbeschwerderechts vom Parlament korrigiert worden, sagte der Umweltminister. Das hartnäckige Beharren auf Maximalforderungen sei als «Trotzreaktion» empfunden worden. Auch demokratische Entscheide hätten sich an Recht und Gesetz zu halten. (SDA)

play Ihr steht viel Arbeit bevor: Justizministerin Evelyne Widmer-Schlumpf will die Unverjährbarkeits-Initiative umsetzen. (Keystone)