Abschied von Ylenia

  • Publiziert: 26.09.2007, Aktualisiert: 14.01.2012

APPENZELL – Grau und nass ist das Wetter in Appenzell – und betrübt sind auch die Mienen der mehreren hundert Menschen, die Abschied nehmen von der ermordeten Ylenia.

Die zahlreichen Trauergäste, darunter viele Eltern mit kleinen Kindern und ganze Schulklassen, fanden sich nach dem Mittag in ruhiger Atmosphäre vor der reformierten Kirche ein. Ein grosser Medientross begleitet sie.

In zwei Holzkästen können Kondolenzkarten hinterlegt werden, auf zwei Tischen mit brennenden Kerzen sind Fotografien von Ylenia aufgestellt. Auf einem sitzt sie in einem Tretwagen, auf dem anderen ist sie als Kleinkind auf dem Bauch liegend abgebildet.

«Wir wollten doch noch so viel mit dir erleben. Warum musstest du schon sterben», schrieben die Angehörigen in der Todesanzeige.

Die Abdankung in der nur 200 Plätze fassenden Kirche hält Pfarrer Andreas Schenk; Lautsprecher übertragen seine Predigt auf den Vorplatz.

Die Hinterbliebenen haben die Trauergäste gebeten, nicht in Trauerkleidung zu erscheinen, da Ylenia so gerne Farben gehabt habe. Die Urnenbeisetzung wird zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis stattfinden.

In der Kirche, auf dem Kirchplatz sowie auf den Friedhof sind weder Ton- noch Bildaufnahmen gestattet. Den Ordnungsdienst übernahm die Feuerwehr, die mit Messinghelm im Einsatz ist.

Die Anwesenheit eines Vertreters des Bundesrats hatte die Familie abgelehnt, um die Trauerfeier im Kreise der Freunde und Helfer begehen zu können. Der Tod der Fünfeinhalbjährigen hat in der ganzen Schweiz Wut, Fassungslosigkeit und grosse Trauer ausgelöst. (AP/snx)