BETTLACH SO – Ein lebendiger 1-Tönner in der Schalterhalle: Mit dieser Drohung wollte der Bauer Klemenz Marti der UBS Beine machen. Mit Erfolg.
Die Ohrmarke des mächtigen Munis trägt die Nummer 0007. «Fast wie James Bond», sagt Klemenz Marti über seinen vierbeinigen Prachtskerl. «Doch er heisst Calu.» Der fünfjährige Muni bringt sogar Martis Tierwaage an den Anschlag: «Die geht nur bis 900 Kilo», so der Bettlacher Pferdezüchter zu Blick.ch.Das starke Duo hat jetzt der UBS-Filiale Grenchen eingeheizt. Weil die sein Geld anders angelegt hatte, als Marti es wünschte – und prompt in den Sand setzte. Der Bauer stellte der Bank letzte Woche ein schriftliches Ultimatum: Er möchte vor Weihnachten nicht mit leeren Händen dastehen, schrieb Marti. Und: «Ich werde somit meinen eine Tonne schweren Zuchtmuni mitbringen.»Passt der schwere Brocken in die Bank?Die tierische Idee zeigte Wirkung: Er habe noch nie so schnell Antwort von der
UBS bekommen, wie auf diesen Brief. Marti hielt auch am Muni-Besuch fest, als die
Polizei am letzten Freitag auf seinem Hof aufkreuzte. Sie will zwischen Bauer und Bank vermitteln. Und hörte von Marti, er wolle sich die Tür der UBS-Schalterhalle noch genau ansehen. Nicht, dass «das liebe Tier» darin stecken bleibt.Marti wollte sein Geld sicher anlegen: «Ich sagte ihnen mehrmals, ich wolle keine Aktien. Die sind mir zu riskant.» Die Bank zählte aber ein Paket von 402 UBS-Namenaktien zum Risikoprofil des Kunden. Und verlor knapp zehn Prozent des Kapitals, wie die UBS gegenüber der «Solothurner Zeitung» zugeben musste.Mit «normalem Geschäft» wäre nichts passiertDer Landwirt selbst beschuldigt die Bank, drei Viertel seiner Summe in den Sand gesetzt zu haben. Seinem Unmut macht er auch auf selbst gemalten Plakaten Luft: «Früher waren die Diebe und Betrüger in den Wäldern – heute sind einige in der UBS», steht an einem Anhänger auf Martis Weide. Die Bank verzichtet auf ein Verfahren wegen Verleumdung.Doch Klemenz Marti führt seinen Kampf weiter: Vor fünf, sechs Jahren und mit einem «einigermassen normalen Bankgeschäft» wäre ihm das auch bei der UBS nicht passiert, sagt er. Gut, hat er noch Geld bei der Raiffeisenbank. Deren Filiale in Bettlach hatte sein eigener Vater im Februar 1952 mitgegründet.