Dani H.: Aggressiv aber frei Versagen die Behörden?

  • Publiziert: 10.03.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

ZÜRICH – Daniel H. ist wahrscheinlich Lucies Mörder. Der arbeitslose Koch war der Polizei bekannt. Er ist einschlägig vorbestraft. Und trotz seiner Gefährlichkeit wieder frei gekommen. Was läuft da falsch?

«Mein Dani ist doch kein Mörder», sagt Daniels Vater gegenüber BLICK. Sein Sohn sei ein Schlitzohr, mehr nicht.

Daniel H. hat aber bereits einmal fast eine Frau getötet. 2003 stiess er sein Opfer betrunken und auf Kokain eine Treppe hinunter. Und schlug danach mit einem Schlagring auf die Frau ein. Erst als sie sich tot stellte, liess er von ihr ab.

Das Gericht prüfte eine Verwahrung, wies ihn aber in eine Arbeitserziehungsanstalt mit Therapie ein. Dort war Daniel H. 5 Jahre. Danach kam er im August 2008 frei. Zu früh?

Aggressiv auf Koks

Renato Rossi, Direktor des Massnahmezentrums Arxhof in Niederdorf BL: «Unsere Prognose für ihn war sehr gut. Wir wussten aber, dass er weiter zu Gewaltexzessen neigt, sobald er Kokain genommen hat.»

Wieso kam der Koch dennoch auf freien Fuss? «Wir haben eine sehr tiefe Rückfallquote. Das ist unser erster Fall in 17 Jahren», sagte Rossi.

Es war einer zuviel.

Daniel H. wurde offenbar nicht mal ein Jahr nach seiner Freilassung erneut gewalttätig. Hat die Therapie versagt? Oder alle sozialen Kontrollen? Denn zumindest der Kokainkonsum des mutmasslichen Täters war bekannt. Der Taxifahrer René Bähler wusste von den Drogen und er wusste von Mädchen in der Wohnung des 25-jährigen Kochs.

Das Verbrechen an Lucie (16) weckt Erinnerungen an den tragischen Mord an Pasquale Brumann. Sie wurde 1993 vom Frauenmörder Erich Hauert während dessen Hafturlaub umgebracht.

Was meinen Sie: Soll man potentiell gefährliche Menschen besser kontrollieren oder verwahren?

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