OBERENTFELDEN - AG - Eine Ladung Schrot verletzte den Kater von Andreas Schmid schwer.
Schmerzerfülltes Miauen geht durch den OP-Saal in der Tierklinik in Oberentfelden AG. Der Kater Action-Jackson versucht aufzustehen. Fällt wieder um. Zittert vor Angst. Nur die Streicheleinheiten von Andreas Schmid (36) aus Boswil können das Büsi beruhigen.
Die Schulter des dreijährigen Katers ist einbandagiert. Am Hals hat er eine dicke Narbe. Wenige Stunden zuvor musste sich das Tier unters Messer legen. Sein rechtes Vorderbein ist nicht mehr zu retten. Es wird amputiert!
«Ein Spinner hat mit Schrot auf mein Büsi geschossen», sagt Schmid. Der Aargauer will Anzeige erstatten. Denn im Dorf werden drei weitere Katzen vermisst. «Solche Leute muss man stoppen.»
Schmids Perser-Mischling ist verspielt. Er liebt es, durch den nahen Wald zu streunen. Darum heisst er auch Action-Jackson. «Als ich ihn abholte, wollte er sofort spielen. Ohne sein Bein ist von Action aber nicht mehr viel übrig», sagt Schmid traurig.
Samstagnacht entdeckt er die fiese Attacke auf seinen Kater. Das Vorderbein hängt nur noch runter. Schmid fährt sofort ins Tierspital.
Dort stellt Klinikleiter Peter Beck die Diagnose: «Wir können das Bein nicht mehr retten.» Laut dem Tierarzt sah es übel aus. Der Knochen war zersplittert. Alles war schon voller Eiter. Das ist eine fiese, hinterhältige und feige Attacke», so Beck.
Action-Jackson erhält Antibiotika und Schmerzmittel. Am nächsten Tag wird er operiert. Nicht zum ersten Mal.
Vor eineinhalb Jahren gerät das junge Büsi in einen Mähdrescher. Die Maschine reisst ihm die Hälfte des Schwanzes ab, schlitzt seinen ganzen Hinterlauf auf.
«Er hat einfach so Pech», sagt Andreas Schmid. «Ich musste weinen, als ich ihn jetzt wieder so sah.» Dass der Kater diesmal von einem Menschen verletzt worden ist, will sein Besitzer nicht wahrhaben. «Wie kann jemand so etwas tun? Ein Büsi kann sich doch nicht wehren. Der gehört ins Gefängnis.»
Schmid kostet die Rettung seines Katers fast 2000 Franken. Geld, das er nicht hat. Vor drei Jahren geht seine Sicherheitsfirma bankrott. Heute hat Schmid 60 000 Franken Schulden. Die Voranzahlung für die Behandlung von Action-Jackson musste ihm sein Vater leihen.
Doch ohne sein Büsi kann der 36-Jährige nicht sein. «Wenn man mir noch meine Katze wegnehmen würde, hätte ich nichts mehr. Action-Jackson ist wie ein Kind für mich. Er gibt mir Lebensfreude. Er ist zurzeit mein einziger Grund zu leben.»
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