Welcher Irre macht so was? Tierhasser schoss Büsi Bein weg

  • Publiziert: 29.09.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Sandro Inguscio

OBERENTFELDEN - AG - Eine Ladung Schrot verletzte den Kater von Andreas Schmid schwer.

Schmerzerfülltes Miauen geht durch den OP-Saal in der Tierklinik in Oberentfelden AG. Der Kater Action-Jackson versucht aufzustehen. Fällt wieder um. Zittert vor Angst. Nur die Streicheleinheiten von Andreas Schmid (36) aus Boswil können das Büsi beruhigen.

Die Schulter des dreijährigen Katers ist einbandagiert. Am Hals hat er eine dicke Narbe. Wenige Stunden zuvor musste sich das Tier unters Messer legen. Sein rechtes Vorderbein ist nicht mehr zu retten. Es wird amputiert!

«Ein Spinner hat mit Schrot auf mein Büsi geschossen», sagt Schmid. Der Aargauer will Anzeige erstatten. Denn im Dorf werden drei weitere Katzen vermisst. «Solche Leute muss man stoppen.»

Schmids Perser-Mischling ist verspielt. Er liebt es, durch den nahen Wald zu streunen. Darum heisst er auch Action-Jackson. «Als ich ihn abholte, wollte er sofort spielen. Ohne sein Bein ist von Action aber nicht mehr viel übrig», sagt Schmid traurig.

Samstagnacht entdeckt er die fiese Attacke auf seinen Kater. Das Vorderbein hängt nur noch runter. Schmid fährt sofort ins Tierspital.

Dort stellt Klinikleiter Peter Beck die Diagnose: «Wir können das Bein nicht mehr retten.» Laut dem Tierarzt sah es übel aus. Der Knochen war zersplittert. Alles war schon voller Eiter. Das ist eine fiese, hinterhältige und feige Attacke», so Beck.

Action-Jackson erhält Antibiotika und Schmerzmittel. Am nächsten Tag wird er operiert. Nicht zum ersten Mal.

Vor eineinhalb Jahren gerät das junge Büsi in einen Mähdrescher. Die Maschine reisst ihm die Hälfte des Schwanzes ab, schlitzt seinen ganzen Hinterlauf auf.

«Er hat einfach so Pech», sagt Andreas Schmid. «Ich musste weinen, als ich ihn jetzt wieder so sah.» Dass der Kater diesmal von einem Menschen verletzt worden ist, will sein Besitzer nicht wahrhaben. «Wie kann jemand so etwas tun? Ein Büsi kann sich doch nicht wehren. Der gehört ins Gefängnis.»

Schmid kostet die Rettung seines Katers fast 2000 Franken. Geld, das er nicht hat. Vor drei Jahren geht seine Sicherheitsfirma bankrott. Heute hat Schmid 60 000 Franken Schulden. Die Voranzahlung für die Behandlung von Action-Jackson musste ihm sein Vater leihen.

Doch ohne sein Büsi kann der 36-Jährige nicht sein. «Wenn man mir noch meine Katze wegnehmen würde, hätte ich nichts mehr. Action-Jackson ist wie ein Kind für mich. Er gibt mir Lebensfreude. Er ist zurzeit mein einziger Grund zu leben.»

Alle Kommentare (19)

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    Genau deshalb hätten wir die Tieranwälte gebraucht! Jetzt kapiert wohl der letzte der Nein-Stimmenden dass das eine falsche Entscheidung war! Der Täter kommt dann wohl wieder mit einer mickrigen Busse davon! Mir wird es übel wenn ich sowas lese! Harte Strafen für jeden der ein Tier so qäult!
    • 30.09.2010
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    Tja, unser Büsi, der Daneli wurde zwar nicht erschossen, dafür aber vergiftet. Er wurde im Wald von sogenannten Jägern mit einem Giftköder gegen streunende Füchse erwischt. Der Aufenthalt in der Notfallklinik und das anschliessende Einschläfern kostete auch über 1000 Franken. Ein Lob auf die Jäger. Weidmannsheil weiterin!!!
    • 29.09.2010
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    Erwischen, vor Gericht, einsperren und alles zahlen.
    Es ist himmeltraurig. Vermutlich wird nach dem Täter nicht gefahndet,w ieso auch es war ja nur ein Tier....
    • 29.09.2010
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    Hallo Andreas, Ich werde in der nächsten Zeit mit Dir Kontakt aufnehmen und Dir mein Weihnachtsgeld von 100.00 spenden,
    Ich war mal auch in der gleichen Scheisse wie Du, wo mein Mogli (Tigerkatze) durch einen Tierquäler mein ehemaliger Nachbar mit Klarlack übergossen wurde. Ich musste sofort zum Tierarzt mit Mogli die kosten waren extrem ich musste auch zum Vater da mein Lohn nur 1650.00 CHF war (und das war vor 18 Jahren) Na ja die Polizei meinte nur wo ich eine Anzeige machen wollte ich hätte ja meine Katze einschläfern können.
    • 29.09.2010
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    Aus diesen Gründen, kann ich Katzenfreunde nur dazu ermutigen, ihre Tiere als Stubentiger zu halten. Wenn möglich, mit einem gesicherten Balkon oder Gartenteil.
    Sonst haben sie ganz einfach keinen Einfluss darauf, was mit ihren Katzen passiert.
    Es gibt auch Leute, welche mit Gotcha-Druckluftpistolen Jagd auf Katzen machen, wie meine netten Nachbarn. Viel Zuversicht, Andreas, und gute Besserung Action-Jackson!
    Th. Zedi von www.wohnungskatzen.com
    • 29.09.2010
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