Gefährliches Manöver Staatsanwältin rast Auto-Monteur tot

Ralph A. (31) starb am Bözberg, weil Mirjam Z. (46) unbedingt einen LKW überholen wollte.

  • Publiziert: 03.02.2012, Aktualisiert: 04.02.2012
  • Von Ralph Donghi
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Ralph A. starb nach elf Tagen im Spital.

(zvg)

Normalerweise ermittelt sie für den Staat gegen Verbrecher, versucht, diese vor Gericht zu bringen und eine gerechte Strafe zu erwirken. Doch jetzt steckt die Aargauer Staatsanwältin Mirjam Z.* (46) selber in den Mühlen der Justiz, wegen eines tödlichen Verkehrsunfalls!

«Es läuft ein Verfahren gegen sie wegen fahrlässiger Tötung», bestätigt der leitende Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht die BLICK-Recherchen. «Weil sie Mitglied der Aargauer Staatsanwaltschaft ist, wird der Unfall von einer ausserkantonalen Staatsanwältin untersucht.»

Gefährliches Manöver

Am 17. Januar fuhr Mirjam Z. in ihrem roten Skoda Octavia vom Bözberg in Richtung Frick AG. Es ist 6.35 Uhr, als auf der geraden Hauptstrasse zwischen Bözen AG und Effingen AG ein vor ihr fahrendes Auto ausschert und einen Lastwagen mit Anhänger überholt. 

«Die 46-Jährige wollte vermutlich ebenfalls überholen und schwenkte auf die Gegenfahrbahn», schreibt die Polizei in einer Mitteilung.

Das Auto vor Mirjam Z. kann wieder einbiegen, der Staatsanwältin aber kommt ein grauer Opel Corsa entgegen. Am Steuer: Automonteur Ralph A.* (†31) aus Möhlin AG. «Er war auf dem Weg zu uns. Er hätte um 7.30 Uhr einen Kunden gehabt», sagt sein Chef André Tinner (40) von einer Opel-Garage in Baden AG. «Leider kam es ganz anders.»

Ralph A. wird von Mirjam Z.s Auto frontal gerammt! Die Feuerwehr muss beide aus den Wracks retten. Die Staatsanwältin wird mit der Ambulanz ins Spital gebracht, der Automonteur mit der Rega.

Beim Arbeitgeber herrscht grosse Trauer

«Ralph kam auf die Intensivstation», erzählt Tinner, sein Chef. «Er hatte schwere innere Verletzungen und wurde mehrmals operiert. Einmal war er wach, konnte sich aber nicht an den Unfall erinnern.»

Elf Tage lang kämpfen Ärzte um das Leben von Ralph A. Vergebens. Letzten Samstag stirbt der 31-jährige Automonteur.

«Wir hatten so grosse Hoffnung, dass alles gut kommt», sagt Ralphs beste Arbeitskollegin Ariane Durst (25). Sie hat mit ihm die letzten zwei Jahre in der Administration gearbeitet. «Ralph war immer so aufgestellt, schwärmte von seinen Modell-LKWs und davon, dass er am 11. Mai heiraten werde.»

Ariane Durst und Garagenchef André Tinner kommen über den Verlust ihres Arbeitskollegen nur schwer hinweg. «Dass ausgerechnet eine Staatsanwältin dort überholt, ist unfassbar. Sie sollte wissen, wo es gefährlich ist.»

Gegenüber BLICK wollte Mirjam Z. keine Stellung nehmen.

Ob sie während des Verfahrens weiterhin als Staatsanwältin arbeiten darf, ist noch nicht klar. Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht: «Sie wurde ja selber verletzt, ist wegen des Unfalls vorerst einmal arbeitsunfähig und bleibt zu Hause.»

* Namen der Redaktion bekannt

Kommentare (27)

  • Steinle-Liechti  Jeannette
    das ganze ist sehr sehr tagisch und zeigt, dass auch eine Staatsanwältin nur ein Mensch ist die Fehler macht. Leider mit traurigem ausgang.
    Den Hinterblibenen wünsche ich viel Kraft.
    • 04.02.2012
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  • Michèle  Fischer
    Mei herzlichstes Beileid den Hinterbliebenen von Ralph A. Ich hoffe sehr dass diese Staatsanwältin genau so hart bestraft wird wie sie es verdient hat. Immerhin kam sie nicht ganz unglimpflich davon so dass auch sie beim Unfall den ja sie verschuldet hat auch verletzt wurde. jetzt fehlt nur noch das dazu gehörende Urteil. Ich bezweifle zwar dass dieses gerecht ausfallen wird, denn bei unserer Justiz kann man nichts schlaues erwarten. Warscheindlich wird diese Dame auch gleich nach dem Spitalaustritt wieder rumfahren. Denn leider gelten in unserer ach so schönen Schweiz nicht für alle die Selben Rechte.
    • 04.02.2012
    • 2 Gefällt mir
  • Michel  Kopp
    Wenn es ein normaler Arbeiter gewesen wäre,der würde schon längst in U-Haft sitzen.vor dem Gesetz sind alle gleich,aber viele noch gleicher.
    • 04.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • Pierre-André  Bertholet , Aarau
    Auch hier: zuviel PS, zu wenig Hirn, selbst-Überschätzung! Frau Staatsanwältin hin oder her! Solche typen gehören einfach niemals ans Lenkrad! Ich frage mich dazu welche Strafe dies Dame erhalten wird: mach ein Beruf-Chauffeur/in das Gleiche, erhält er oder sie Minimum eine 3 Monatige Berufs-Verbot! Führerausweis und ist nachher beruflich erledigt!
    • 04.02.2012
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  • Peter  Müller
    Ich hoffe sie bekommt eine gerechte Strafe auf dem Pegel der für Autofahrer momentan üblich ist.
    • 04.02.2012
    • 0 Gefällt mir
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