
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Eveline Brunner war von Anfang an gegen das Minarett im Wangner Bahnhofquartier. Ende Juni weihte der Türkische Kulturverein Olten den Bau in der Agglomeration ein (Blick.ch berichtete). «Wenn ich es sehe, bleibe ich dabei: Es stört mich», wird Brunner in der «Mittelland Zeitung» zitiert.
Die Anwohnerin hat kein Problem mit dem Turm an sich, sie stört das «Symbol für Leute, die sich kulturell nicht anpassen wollen». Sie habe Mühe mit dem Islam, sagt Brunner, nur Männer kämen ins Kulturzentrum. «Wo sind ihre Frauen und was machen sie?»
Die Schweizerin, die seit rund 30 Jahren in Wangen lebt, wird die Anti-Minarett-Initiative annehmen.
Anders Agnes Ochsner, die mit ihrer Familie 24 Jahre im Quartier wohnt: «Ich bin für Religionsfreiheit», sagt sie. Sie habe keine Probleme mit den Leuten, die im Minarett ein- und ausgehen. «Nicht jeder Moslem ist ein Fanatiker», betont Ochsner. Und fügt an, dass auch christliche Kirchen nicht über jeden Zweifel erhaben seien.
Wenn nur diese Fahne nicht wäre
Andere von der «MZ» befragte Anwohner – andere Meinungen. Eine Frau, der die Initiative «eigentlich völlig egal» sei, bedauert, wie es in Wangen gelaufen ist: «Wenn es so weitergeht, werden wir einmal nichts mehr zu sagen haben im eigenen Land.» Ein Mann, der gegen die Lärmbelästigung kämpfte, freut sich heute, dass sich die Situation rund ums «Türmli» beruhigt hat.
«Das sind ganz anständige Leute», sagt eine weitere Nachbarin. Was Rentner Thomas Meier so nicht unterschreiben würde: «Wir müssen uns in ihrem Kulturkreis auch anpassen und nicht umgekehrt», sagt er, auch wenn er mit den Leuten von der Moschee keine direkten Konflikte habe.
Meier sowie eine Geschäftsfrau in Sichtweite des Minaretts stört es, dass sich das Kulturzentrum nicht von der umstrittenen Organisation der «Grauen Wölfe» (siehe Kasten) distanziert. «Ich komme nicht, solange diese Fahne dort weht», hat die Anwohnerin den Türken gesagt, die sie schon zu Festen einladen wollten. (dip)