Schüler (13) missbraucht Pädo-Lehrer darf weiterarbeiten

  • Aktualisiert am 19.01.2012

WOHLEN – Zwei Jahre lang habe er sich an einem Schüler vergangen, gestand Urs K. in einem Brief an die Schulleitung. Dennoch dürfte er weiterhin als Lerher arbeiten.

Vergangene Woche schnappten die Handschellen zu. Urs K* (53) wird festgenommen. Im Knast gesteht der Heilpädagoge und Lehrer, dass er einen seinen Schüler missbraucht hat und schreibt einen Entschuldigungsbrief an die Schule. Darin bereut er seine Taten gegenüber Kollegen und Vergesetzten.

1996 bis 1998 hat sich Urs K. an einem damals 13-jährigen Buben mehrfach vergangen, als er in Merenschwand AG unterrichtete. Sein Opfer war aber erst vor zehn Tagen bereit, eine Anzeige zu erstatten und seinen Albtraum aufzuarbeiten. Die Polizei versucht nun zu klären, ob der Mann für weitere Missbrauchsfälle verantwortlich ist.

Unverständlich: Obwohl Urs K. seine Taten zugegeben hat, kommt der Lehrer nicht auf eine Schwarze Liste. Dafür brauche es ein rechtskräftiges Urteil, wie die Aargauer Bildungsdirektion gegenüber «Radio DRS» sagte. Der Pädo-Pädagoge könnte damit grundsätzlich in einer anderen Gemeinde wieder als Lehrer arbeiten.

Im Moment sitzt Urs K. immer noch in Untersuchungshaft. Sein jetziger Arbeitgeber, die Oberstufe Wohlen, hat ihn aber per sofort freigestellt. Nur drei Tage vor seiner Verhaftung, hatte der Lehrer eine Ausbildung zum schulischen Heilpädagogen abgeschlossen.

Während dieser Weiterbildung hat Urs K. «schulisch Schwächere» betreut – auch im Einzelunterricht, wie sein Vorgesetzter Rolf Stadler gegenüber der «Aargauer Zeitung» sagte. (bih)

*Name der Redaktion bekannt

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