Lucie starb, weil Daniel in den Knast wollte

  • Aktualisiert am 16.01.2012

AARAU – Die Ermittlungen im Fall Lucie laufen auf Hochtouren Heute informierte die Polizei: Daniel Hofmann (25) hat Lucie schon am ersten Nachmittag ihres Verschwindens getötet. Und: Er killte, weil er in den Knast wollte.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Aargauer Kantonspolizei und die Strafbehörden nehmen heute Stellung: Wann ist der genaue Todeszeitpunkt? Was ist die Todesursache?

Doch nicht nur die Ergebnisse der kriminaltechnischen Untersuchung sind gefragt: Nachdem in den vergangenen Tagen immer mehr Details über die Person des mutmasslichen Täters Daniel Hofmann bekannt geworden sind, fragt sich die Öffentlichkeit auch, was im Strafvollzug des verurteilten Gewalttäters falsch gelaufen ist.

Gemäss Untersuchungsrichter Stefan Kalt wurde gegen den mutmasslichen Täter eine Voruntersuchung wegen vorsätzlicher Tötung eingeleitet. Daniel Hofmann hat in seinem Geständnis zugegeben Lucie am Mittwochabend nach ihrem Verschwinden um 19 Uhr getötet zu haben.

Das Geständnis des Täters

«Während den Befragungen durch die Polizei wirkte der Täter ruhig, beherrscht, und zeigt sich kooperativ», sagte der Chef der Kriminalpolizei Urs Winzenried. Hofmann sei am Mittwochnachmittag nach Zürich gereist um Drogen zu kaufen. Am HB Zürich traf er «absolut zufällig» die 16-jährige Lucie an. Das junge Mädchen sei ihm aufgrund der zierlichen Statur aufgefallen.

Er bot ihr an, Schmuckaufnahmen mit ihr als Model zu machen. Das Mädchen habe freiwillig und ohne lange Gespräche eingewilligt, sagte Winzenried. Die beiden seien mit dem Zug nach Baden und mit dem Bus nach Rieden gefahren.

Noch in der Wohnung hätten die beiden zwischen 15 und 17 Uhr über das angebliche Fotoshooting gesprochen. Lucie war dabei laut dem Täter «absolut ruhig und vertrauensvoll». Daniel Hofmann habe daraufhin Alkohol getrunken, Lucie einen Sirup.

Während des Gespräches kamen dem Täter nach eigenen Aussagen «Phantasien» auf, so Kripochef Winzenried. Darauf habe sich entschlossen, das Mädchen zu töten. Ein sexuelles Motiv sei nicht im Vordergrund gestanden.

Er wollte sein Leben im Gefängnis verbringen

Er habe über sein Leben nachgedacht, über die Auswegslosigkeit seiner Situation und kam zum Schluss, dass er seine Zukunft wieder im Gefängnis verbringen wolle. Darauf holte er ein Schlagwerkzeug und hieb mehrfach auf Lucie ein. Weil sie noch nicht tot war, holte er noch ein Messer und schnitt ihr die Kehle durch. Die Polizei fand die Leiche am Sonntagabend im Badezimmer der Wohnung.

Danach habe der Täter einige Tage lang den Mut nicht gefunden, sich zu stellen. Er übernachtete noch eine Nacht neben der toten Lucie, versuchte sogar, so gut es ging, die Wohnung zu säubern. Erst am Montagmittag, vier Tage nach der Tat stellte Hofmann sich in Zürich.

Polizei sucht Zeugen

Daniel Hofmann habe bestätigt, dass er alleine für den Tod von Lucie verantwortlich sei. Bereits vor der Tat hatte er rund 30 Mädchen mit seiner Modelmasche angesprochen. Fünf bis maximal zehn Mädchen waren auch in der Wohnung in Rieden gewesen. Laut Winzenried habe sich die Kripo deshalb entschieden, das Bild des Täters zu veröffentlichen. (bih)

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