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Fühlte sich bereits nach der Rückkehr aus den Ferien schlapp: Patient Kerry F. (ZVG)
Seit Montagfrüh liegt er auf Zimmer 19 im 12. Stock des Kantonsspitals Baden AG. Isoliert. Unter Quarantäne.
Der Zustand des mit Verdacht auf Schweinegrippe in das Kantonsspital Baden (KSB) eingelieferten Mannes ist stabil. Der Kantischüler Kerry F. nimmt das Grippemedikament Tamiflu ein und steht nach wie vor unter Beobachtung.
Aus Kerrys Umfeld habe es keinen weiteren Verdachtsfall gegeben, wie die stellvertretende Aargauer Kantonsärztin Maria-Inés Carvajal am Dienstag auf Anfrage bestätigte. Der junge Mann schwebe nicht in Gefahr.
Ob der Mann an Schweinegrippe erkrankt ist, steht noch nicht fest. Aus dem KSB wurden Proben dem Nationalen Zentrum für Influenza in Genf übergeben. Gemäss Carvajal sollte der Befund innerhalb der nächsten zwei Tagen vorliegen.
Vor zwei Wochen reiste Kerry F. mit sieben Freunden in die Ferien nach Cancún – den Badeort auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Am Sonntag kam er zurück, verbrachte den Tag mit seiner Familie in Baden. «Plötzlich fing seine Nase an zu laufen», sagt Bruder Kevin (23). «Er fühlte sich schlapp.»
Kerrys Vater hat in der Zeitung von der grassierenden Schweinegrippe in Mexiko gelesen. Er ist alarmiert. «Er sagt zu meinem Bruder: Geh besser zum Arzt», so Kevin.
Doch Kerry will nicht – er möchte lieber abwarten. Erst als sich sein Zustand in der Nacht auf gestern verschlimmert, er über 38 Grad Fieber kriegt, sucht der Schüler einen Arzt auf.
«Der Hausarzt hat sich sofort eine Schutzmaske angezogen und mit dem Kantonsärztlichen Dienst Kontakt aufgenommen. Gemeinsam hat man dann beschlossen, den Patienten umgehend ins Spital einzuliefern», so Doktor Andrée Friedl.
Dort wird Kerry F. abgeschirmt. Nur die behandelnden Schwestern und Ärzte dürfen zu ihm. Weil das Schweinegrippevirus hochansteckend ist. Und hochgefährlich. Kerry F.s Pfleger müssen spezielle Schutzkleidung tragen. Nach jedem Besuch wird sie vernichtet.
Familie F. bangt und hofft. «Vielleicht hat er sich nur auf dem langen Flug erkältet», sagt Kerrys Mutter Gloria (50). «Die Schweinegrippe ist in Mexiko ja eher auf dem Land ausgebrochen. Und mein Sohn war an der Küste.»
Trotzdem darf sich die Familie nicht zu sicher fühlen. «Man hat uns gesagt, dass wir uns sofort melden müssen, wenn wir uns krank fühlen», sagt Gloria F.
* Name der Redaktion bekannt