Fäbu Rohrer trauert um seinen Freund «Ich habe Martin gewarnt»

  • Publiziert: 21.27 Uhr, Aktualisiert: 09.01.2012
  • Von Reza Rafi

Martin J.* verlor beim Flusssurfen sein Leben – und Fabien Rohrer seinen Freund. Der Snowboarder ist überzeugt: Martin würde noch leben, hätte er auf seinen Rat gehört.

Fäbu ist immer noch fassungslos. «Martin war so ein aufgestellter Kerl, eine gute Seele!» Dann sagt Rohrer (33) versonnen: «Erst gerade habe ich ihn getroffen. Jetzt ist er tot.» Martin J.s (†26) junges Leben wurde am Dienstag ausgelöscht. Er wollte Flusssurfen, hing sich bei Mellingen AG an ein Seil und glitt mit dem Brett auf der Strömung. Er suchte den Kick, das Risiko. Doch die Reuss war stärker, hat ihn mitgerissen. J. blieb, mit dem Seil verfangen, im Strom hängen.

Rohrer hatte seinen Freund noch gewarnt: «Ich habe Martin gesagt: Geh nicht alleine! So was macht man nur mit Begleitung. Und nur mit einer Instruktionsstunde.» Doch J. winkte ab: «Ach, im Notfall hat es ja Passanten.» Martin habe halt immer seinen eigenen Kopf gehabt, sagt Rohrer.

Das wurde ihm zum Verhängnis. J., der stets korrekt war – laut Rohrer «hochintelligent, ein Bürotyp» –, wollte auch mal ein Draufgänger sein. So wie Fäbu. «Aber er ist kein erfahrener Boarder», so Rohrer, «er hat einfach ein Brett gekauft und statt eines Bungeeseils verwendete er ein normales Kletterseil.»

Martin werde ihm schrecklich fehlen, ist Rohrer sicher: «Er war mein Manager und Treuhänder, hat alles über mich gewusst, hielt mir stets den Rücken frei. Wir sahen uns dreimal die Woche.» Am Freitag wird Martin J. in Solothurn beerdigt. «Ich mag solche Anlässe nicht», sagt Rohrer. Er sei eher dem Buddhismus verbunden. «In Fernost wird anders getrauert.

Ich habe für Martins Seele meditiert, mich auf meine Weise von ihm verabschiedet.» Allen Freunden des Risikos will Rohrer ans Herz legen: «Übt solche Funsportarten nie alleine aus, haltet Regeln ein und nehmt Instruktionsstunden!» Er weiss, wovon er spricht. So oft waren seine Knochen gebrochen, dass er 13 Schrauben im Körper trägt.

*Name d. Red. bekannt

VIDEO: So geht Bungee-Surfing – oder «Brättle» – ein Beispiel aus Zürich

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