BADEN - Roland W.* verletzte einen Polizisten. Der «Samurai von Baden» handelte jedoch im Wahn.
In Hand- und Fussfesseln wird Roland W. (55) heute Morgen ins Bezirksgericht Baden geführt. Er muss vor dem Richter antraben, weil er im August vor einem Jahr einen Polizisten mit einem Katana-Schwert angegriffen und verletzt hat.
Damals musste die Sondereinheit Argus der Aargauer Polizei ausrücken, um den Mann mit einem Elektroschocker zu überwältigen. Seither sitzt Roland W. in der Psychiatrie (Blick.ch berichtete).
Heute vor Gericht zeigte sich nun: Roland W. leidet gemäss Gutachten unter einer schweren Geisteskrankheit: paranoide Schizophrenie. Er hört Stimmen, fühlte sich zum Zeitpunkt der Tat schwer bedroht. Das heisst: Er ist schuldunfähig, wird nicht bestraft.
Frei kommt er deswegen aber nicht: Er sitzt weiterhin in der Psychiatrie, muss sich einer stationären Therapie unterziehen. Er muss Medikamente nehmen und versuchen, sich Schritt für Schritt auf eine soziale Integration vorzubereiten. Diese ist derzeit nicht möglich, da ihm gemäss Gutachten ein «soziales Umfeld» fehlt.
Gemäss Gerichtspsychiater Josef Sachs ist es möglich, dass die Massnahmen gegen Roland W. einst gelockert werden, dass er ein einigermassen geregeltes Leben führen kann. Dies sei aber nur mit Medikamenten und mit regelmässiger Kontrolle möglich.
Roland W. selbst tut die Tat sehr leid. «Es war nicht in meinem Sinn, den Polizisten zu töten», sagte er. «Ich möchte mich bei allen entschuldigen.» Ihm gehe es heute zwar besser, doch er sei bereit für eine Therapie. «Man muss an sich arbeiten.»
Der Gerichtspräsident sagte in seinem Schlusswort: «Ich hoffe, dass sie bei der Therapie mitmachen, wenn sie irgendwann mal ein mehr oder weniger selbstständiges Leben führen wollen.» (num/spi)
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