Wüste Worte Frau von Grenchens Stapi Banga beschimpft andere anonym

  • Aktualisiert am 02.01.2012

GRENCHEN SO – Auf grenchen.net häuften sich Beleidigungen gegen lokale Politiker. Verfasst wurden sie von der Ehefrau des Stadtpräsidenten Boris Banga! Seine Gegner fordern jetzt dessen Rücktritt.

Nett war es nicht, was da unter verschiedenen Nicknames in den Kommentaren auf grenchen.net geschrieben wurde. «Lieber pgm», stand da etwa, «nimmst Du deshalb so viel an Gewicht ab, dass Du Dein korrumpiertes ‹Müller-geschmiertes Gesicht› nicht mehr im Spiegel sehen musst?». «Müller-geschmiertes Gesicht» nimmt Bezug auf Heinz Müller, SVP-Gemeinderat und Kontrahent von SP-Stadtpräsident Boris Banga.

Ein weiterer Eintrag unter einem andern Namen lautet: «Lieber rollvi: bässer tu teutsch lärnen!». Selbst die Einträge anderer Leser wurden hämisch kommentiert: «Bin ich froh, dass niemand weiss, all diese Bemerkungen sind ein Sch…».

Den Betreibern von grenchen.net wurde es irgendeinmal zuviel. Sie machten sich gemäss «Aargauer Zeitung» (AZ) mit den IP-Nummern auf virtuelle Spurensuche – und stiessen auf den Privatcomputer des Stadtpräsidenten!

Psychohygiene für sie, Liebesbeweis für ihn


Dessen Ehefrau Barbara Banga gab am Wochenende zu, unter verschiedenen Decknamen die kränkenden Kommentare verfasst zu haben. Und erklärt: «Das war reine Psychohygiene. Auf diesem Internetportal wurde viel Beleidigendes über meinen Mann veröffentlicht, das vom Betreiber nicht vom Portal genommen wurde», sagte sie gegenüber AZ.

Ehemann und Stapi Boris verteidigt sein streitbares Weib: Seine Frau habe sich nur gegen Artikel stark gemacht, die sich gegen ihn als Person gerichtet hätten. «Für mich ist das der grösste Liebesbeweis, den ich je erhalten habe», sagte Banga am Wochenende der «Mittelland Zeitung».

Einen solch romantischen Aspekt vermögen die politischen Gegner der Bangas dem Ganzen nicht abzugewinnen: Das Paar dürfe sich natürlich im Internet äussern, aber dann mit vollem Namen und Angabe der Funktion, so die SVP Grenchen in einer Stellungsnahme.

Rücktritt gefordert

Für die Partei ist klar: «Stadtpräsident Boris Banga und seine ‹First Lady› sind nur noch eine Belastung für Grenchen.»

Bei der FDP Grenchen zweifelt man sogar daran, dass Boris Banga nichts von den Internet-Aktivitäten seiner Ehefrau wusste. Es wird gemutmasst, dass Banga selbst einige Einträge geschrieben habe, da die Wortwahl ganz nach ihm klänge. Und tatsächlich: Barbara Banga hat am Wochenende ebenfalls zugegeben, einen anonymen Beitrag zusammen mit ihrem Mann verfasst zu haben.

Vertreter der SVP und CVP Grenchen forderten heute offen einen Rücktritt von Boris Banga. «Wenn Boris Banga dahintersteckt, soll er dazu stehen und nicht seine Frau hineinziehen und damit schädigen. In diesem Fall ist er als Stadtpräsident nicht mehr tragbar und muss sofort zurücktreten», sagte etwa CVP-Parteipräsidentin Beatrice Corti heute in der «Solothurner Zeitung».

Von einem Rücktritt wollen die Bangas gemäss «Sonntag» nichts wissen. Sie gehen lieber zum Angriff über und wollen rechtliche Schritte einleiten. Weil ihr Privatcomputer von den grenchen.net-Betreibern gehackt wurde. (gux)

Auch gegen ihn schoss Barbara Banga: SVP-Gemeinderat Heinz Müller.- www.grenchen.net

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