Abgefackelte Autos Ex-Juso drohen drei Jahre Knast

  • Aktualisiert am 19.01.2012
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AARAU – In Aarau brannten acht Luxus-Autos, zwei gehörten SVP-Politikern. Ivo L. (20) und sein Komplize sind aus der U-Haft entlassen – aber nicht aus dem Schneider.

Die Brandserie begann am 23. Mai und dauerte bis zum 14. November. Wöchentlich wurden in Aarau teure Autos angezündet. Darunter eine alte Corvette, einen Alfa Romeo, einen BMW, einen Mercedes und ein Auto der Stadtpolizei (Blick.ch berichtete).

Am 14. November griff die Polizei zu. Ex-Juso-Mitlgied Ivo L.* (20) und sein Kumpel Philipp G.* (20) werden bei frischer Tat ertappt, wie sie das Auto des örtlichen SVP-Parteipräsidenten Marc Dübendorfer (46) anzünden.

46 Tage in U-Haft

Noch vor einem Monat sagte Untersuchungsrichter Dieter Gautschi zu BLICK: «Spuren müssen noch ausgewertet werden. Wir werden aber den beiden Mitgliedern der Linksautonomen-Szene alle Taten beweisen, obwohl sie alles abstreiten.»

Heute musste er an einer Pressekonferenz bekannt geben, dass den zwei jungen Männern aus dem Aarauer Zelgli-Quartier nur der Brandanschlag am 14. November restlos bewiesen werden könne.

Bei fünf weiteren angezündeten Autos bestehe zwar der dringende Verdacht, dass die beiden die Täter gewesen seien, jedoch seien die beiden «nicht sehr kooperativ». Die beiden seien fast täglich verhört worden.

Die Polizei ermittle aber weiter, sagte Gautschi. Bei den zwei verbleibenden Autobränden könne keine Täterschaft zugeordnet werden.

Bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe

Seit dem 30. Dezember sind Ivo L. und Philipp G. wieder auf freiem Fuss – nach 46 Tagen Untersuchungshaft. Weil in zwei Fällen gemäss Gautschi auch eine Gefahr für Leib und Leben bestanden habe, droht den beiden eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren.

Der Sachschaden an den Autos beläuft sich auf 250000 Franken. Die gleichzeitig verübten Sprayereien an Gebäuden verursachten Schaden für weitere 100000 Franken.

Politischer Hintergrund

Die beiden Schweizer sind gemäss den Ermittlungsbehörden der linksautonomen Szene zuzurechnen. Es bestehe «unübersehbar ein politischer Hintergrund», sagte Gautschi.

Es habe sich um eine «eigentlich Brandserie» gehandelt, hielt Polizeikommandant Stephan Reinhardt fest. Die Brände seien mit «krimineller Energie konspirativ geplant und durchgeführt worden». (gca)

*Name der Redaktion bekannt

Ivo L. (20): einst Juso-Nationalratskandidat, heute Brandstifter.- ZVG

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