Das Schockgeständnis Er schlitzte ihr die Kehle auf

  • Aktualisiert am 02.01.2012
  • Von Ralph Donghi (Text und Fotos)

Daniel H.* (25) hat zugegeben, Lucie (16) getötet zu haben. Und das auf übelste Art: Am Ende ihres Todeskampfes schnitt er ihr einfach die Kehle durch.

Hermann H.* (62) hatte Hoffnung, dass nicht sein Sohn Au-pair Lucie Trezzini getötet hat. «Mein Dani ist doch kein Mörder», sagte er am Montagabend zu BLICK. Doch Daniel H.* legte fast zur gleichen Zeit ein Geständnis ab. Nachdem er sich gestellt hatte, gab er bei der ersten Einvernahme der Kapo Aargau zu: «Ja, ich habe Lucie umgebracht.»

Der vorbestrafte und arbeitslose Koch erzählt dem Beamten, wie er das Au-pair kennengelernt hat. Wie er sie mit der Aussicht auf Fotos für Schmuck in seine Wohnung gelockt hat. Dort muss es Streit gegeben haben. Warum? Wollte Daniel Sex? Wollte das Lucie nicht?

BLICK weiss: Viele junge Frauen haben Daniel H. in den Medien erkannt – und sich bei der Polizei gemeldet. Diese will alle befragen. Und den Taxifahrer (gestern im BLICK), der Daniel zum Drogenkauf und junge Frauen zu ihm nach Hause fuhr.

Schockgeständnis

Bei Lucie steht fest: Daniel hat sie geschlagen. Massiv. Durch seine Dachwohnung gejagt. Dann hat er sie mit einem Messer verletzt. Zum Schluss schnitt er ihr die Kehle durch. Die Polizei findet Lucies Leiche später in Daniels Bad.

Daniel haut nach der Tat ab. Seine beiden Nachbarn unter ihm haben «nichts von der Tat gehört» und Daniel «vor einer Woche das letzte Mal gesehen» – da verschwand Lucie. Aber dank ihrem Handy, mit dem Daniel einen 18-jährigen Kollegen anrief, kam die Polizei Lucies Mörder auf die Spur. Der 18-Jährige ist wieder frei, Daniel bleibt in U-Haft.

«Ich bin enttäuscht von Dani», sagt sein Vater gestern Abend zu BLICK. «Aber er ist halt immer noch mein Sohn.» Warum hat Daniel so etwas getan? «Wenn ich das wüsste», sagt Hermann H. «Er ist anständig. Wir hatten es gut, auch wenn wir uns nicht so viel sahen.»

Nie mit Fremden mitgehen

Doch dann hat Daniels Vater doch noch eine Idee, wie es zur Tat kommen konnte. «Alkohol und Drogen», sagt Hermann H. «Anders kann ich es mir nicht vorstellen. Aber eben, er ist alt genug. Und ich wusste ja nicht, was er nachts tat.»

Zum ersten Mal weint Hermann H. «Ich leide. Danis Mutter auch.» Doch der Vater denkt auch an die Angehörigen von Lucie: «Was soll ich sagen ... Es tut mir leid. Aber ich konnte es auch nicht verhindern.»

Das sieht die Kindergärtnerin Mary Brunnschweiler (35) anders. Sie kommt gestern, wie viele vorwiegend jüngere Frauen, zum Haus, wo Lucie starb – und gedenkt ihr. «Ich glaube, dass Eltern und Lehrpersonen mit ihren Kids schon ganz früh über solch traurige Geschichten sprechen sollten. Als Prävention.» Brunnschweiler hat es mit ihren 11 Kindergärtlern getan. «Sie wissen jetzt, dass sie nie mit Fremden mitgehen sollten.»

Das weiss auch Aurelia. Die 14-Jährige ist mit ihrer Mutter gekommen, legt eine Kerze zur Gedenkstätte und liest einen handgeschriebenen Brief vor: «Mein herzliches Beileid. Du hattest noch dein ganzes Leben vor dir! Tschüss Lucie.» Unbekannte fanden andere Worte. Und schmierten ans Haus, wo Daniel H. Lucie eiskalt tötete: «DU HUERESOHN».

Der Bischof von Freiburg soll den Kreis von Lucies Leben schliessen. Bernard Genoud, ein Freund der Familie Trezzini, hatte das Mädchen vor 16 Jahren getauft. «Das ist das erste Mal, dass ich jemanden beerdigen muss, den ich getauft habe», sagt Genoud zu BLICK. Lucie ist auch das erste Mordopfer, für das der Bischof eine Trauermesse zelebriert. «Aber wir dürfen den Mut nicht verlieren.»

* Namen der Redaktion bekannt

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