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Bei Gemeindeversammlungen entscheiden wenige Anwesende für viele Abwesende. So auch am letzten Donnerstag: 166 Suhrer – das sind 3 Prozent aller Stimmberechtigten – entschieden über fünf Einbürgerungsgesuche. Und erteilten drei Jugendlichen aus Serbien-Montenegro eine Absage.
Die Ortsbürgerkommission unter der Leitung von Gemeindeammann Beat Rüetschi (FDP) hatte gegen die Einbürgerung Stimmung gemacht. Laut «AZ online» schrieb sie einen Aufruf zur Teilnahme an der Gemeindeversammlung – und zur Ablehnung der Einbürgerungsgesuche von Jasmin G., Vahid H. und Dzengis I.*
Zur Begründung wurde ein Gewaltverbrechen zitiert.
Am 22. Mai kam es beim Zentrum «Bärenmatte», wo später die Gemeindeversammlung stattfand, zu einem Gewaltverbrechen. Zwei Kosovaren, 15 und 16 Jahre alt, prügelten einen 19-Jährigen Schweizer spitalreif. Schlugen ihm sein eigenes Rollbrett über den Kopf, vor den Augen seiner hilflosen Freundin.
Die beiden geständigen Täter wurden Tags darauf gefasst. Knapp vier Wochen später wurde drei Jugendlichen aus Serbien-Montenegro das Schweizer Bürgerrecht verweigert – und «die Falschen bestraft», wie Heidi Stutz vom überparteilichen Wahlbündnis Zukunft Suhr betont.
Laut dem Bündnis sind die drei abgelehnten Bewerber «integriert, haben einen guten Leumund und schulischen Erfolg» Und: «Mit der Gewalttat hatten sie nichts zu tun.» Stutz glaubt, dass sich die Ortsbürger abgesprochen hatten. Um ein anstössiges und rechtswidriges Exempel zu statuieren.
Fest steht: Der Vater des 19-jährigen Schläger-Opfers wollte ein Zeichen setzen – und spaltete damit seine Gemeinde. Die FDP Suhr sagte im Nachhinein, dass sie die Einbürgerungen lieber zurückgewiesen als abgelehnt hätte. Doch der Gemeinderat klemmte wegen fehlender Begründung.
Offenbar war die Stimmung im Dorf kein Grund zur Rückweisung. «Aber mit oder ohne Beschwerde ist an der jetzigen Situation nicht mehr viel zu retten», sagt FDP-Präsident Urs Zimmermann zur «Aargauer Zeitung». Der Fall Suhr wird die Lokalpolitiker weiter beschäftigen.
*Namen der Redaktion bekannt
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Rote Karte statt Schweizer Pass: Suhr liess drei Gesuchsteller aus Serbien-Montenegro abblitzen. (Keystone)