Der frechste Sozialhilfe-Bezüger der Schweiz: Beat (23) ist wieder arbeitslos

BERIKON - AG - Sozialfall Beat* lebte jahrelang auf Kosten der Gemeinde Berikon AG. Vor drei Monaten fand der 23-Jährige einen Job. Den ist er jetzt wieder los. Politiker fordern Konsequenzen.

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Ein Paradies für Sozialschmarotzer? Die wohlhabende Gemeinde Berikon kämpft gegen dieses Vorurteil. play

Ein Paradies für Sozialschmarotzer? Die wohlhabende Gemeinde Berikon kämpft gegen dieses Vorurteil.

(BLICK)

«Ich habe eine Arbeit gefunden, die mir sogar richtig Spass macht», schrieb der Sozialhilfebezüger Beat* im März in einem offenen Brief. Er sei jetzt Webdesigner, das Pensum betrage «50 bis 60 Prozent», gab der 23-Jährige aus Berikon AG an (Blick.ch berichtete).

Der Job ist bereits wieder Geschichte: Beat hat seinen Job an den Nagel gehängt, berichtet «Tele M1».

Das kommt bei Andreas Glarner, Bezirkspräsident der SVP Bremgarten und Gemeindeamman von Oberwil-Lieli, schlecht an. Er fordert Konsequenzen, will den Namen des renitenten Sozialfalls veröffentlichen – «wenn er jetzt nicht arbeiten geht.» Glarner: «Das haben wir angedroht, das ziehen wir durch.»

Man habe den Mann geschont, weil er offenbar einer Arbeit nachgegangen sei. Die Stellen, die Glarner Beat anbot, lehnte dieser schriftlich ab.

Beat hat mehrere Geschichten parat

Von Beats Job als Webseitenbetreuer weiss man in seiner Wohngemeinde nichts. Dem Sozialamt meldete der 23-Jährige, er arbeite als Telefonist, was auch schon wieder der Vergangenheit angehört.

Jetzt muss Berikon weiter zahlen, dreht aber den Geldhahn nur bedingt auf. «Er hat im Moment weiterhin Unterstützung: Leistungen für die Krankenkasse und den Selbstbehalt zahlen wir ihm», sagt Rosmarie Groux, Sozialvorsteherin von Berikon.

Weitere Leistungen erhalte er nicht.

Streit geht weiter

Die Gemeinde strich dem Sozialhilfeschmarotzer schon 2011 die Sozialleistungen. Der Mann verhalte sich unkooperativ, ignoriere Termine, hole dringliche Schreiben nicht ab, verweigere gemeinnützige Arbeit.

Nachdem der SonntagsBlick über den Fall berichtete, wurde Beat bekannt als «frechster Sozialhilfebezüger der Schweiz». Denn statt mit den Behörden zusammen zu arbeiten, forderte er vor dem Bundesgericht seine Sozialgelder samt Zinsen ein. Und erhielt Recht. Sein Verhalten sei zwar renitent, aber nicht rechtswidrig.

Man prüfe jetzt, ob man ihm Sozialhilfeleistungen nachträglich zurückzahlen müsse oder diese ganz einstellen könne, sagt Groux zu «Tele M1». Letzteres wäre auch ganz im Sinne von Andrea Glarner.

Der lange Streit zwischen dem jungen Arbeitsverweigerer und Berikon geht in die nächste Runde. (kko)

*Name bekannt

Beliebteste Kommentare

  • Daren  Schiebler , Buchs
    Also da komme ich mir, als jahrelanger Arbeiter und Steuerzahler, als richtiger Depp vor.
  • alexander  geser , oberengstringen
    Der Name von Beat soll publik gemacht werden. Das schreckt ab vor weiteren Betrügern. Jedermann in Berikon kennt doch diesen Schmarotzer und kann den Namen den Behörden nennen . Vor allem die Gemeinde Berikon weiss doch, wem sie das Geld überweist.
    Warum so kompliziert. Veröffentlichen und jedermann weiss, wer er ist. Hätten wir nur solche Spezies, wäre unser Land schon längstens bankrott. Also Foto, Name und Adresse aufs Internet.

Alle Kommentare (28)

  • Karin  Manco , Scherzingen
    Es gab in allen Jahrtausenden zu allen Zeiten, Leute die nicht arbeiten wollten. Warum regt ihr euch blos so auf. Ich rege mich eher auf ab Schweizer-Mitbürger die Sozialhilfe beziehen, die einen neuen Audi fahren, die mit Drogen handeln und richtig Geld machen. Da schreitet niemand ein,klar, das Auto ist auf jemanden anderen zugelassen und das Geld vom Sozialamt ist in wenigen Tagen verprasst an Koks! Denen sollte man nichts geben, die Leute sind sogar Dorfbekannt!!!!
  • chris  bühler , Menznau
    es gab sogar einen noch dreisteren Sozialhilfebezüger, do you remember: da war doch mal was mit dem Müll-Kosovare ...
  • Patrick  Gerber , Schwarzenburg , via Facebook
    IWenn er nicht arbeiten will,soll er es halt bleiben lassen und mit der Konsequenz leben das Leben lang arm zu sein.Und noch an alle die hier meckern die Sozialhilfe sei grosszügig: Dann los,kündet eure Jobs und probiert es aus!Ich wette jeder von euch würde sich spätestens nach 3 Monaten sein altes Leben zurück wünschen..Also gönnt dem Kerl doch seine paar Franken im Monat.In der Privatwirtschaft scheint er ja ohnehin nicht zu gebrauchen zu sein..
  •   martin may , luzern
    Unsere Bundesrichter sollen doch solche Typen aus der eigenen Börse berappen.
  • Anita  Leimgruber , Unterentfelden
    Ich würde mal die verantwortlichen Eltern zur Kasse bitten.
    Es kann doch nicht sein, dass man einfach Nachwuchs auf die Welt setzt und die Verantwortung einfach dem Staat überlässt.
    • Christine  Sprenger , Winterthur
      Wie es ursprünglich hiess, haben auch die Eltern resp. die Mutter alleinerziehend? seit Jahren Sozialhilfe bezogen. So hat dieser junge Mann ja nichts anderes gelernt, als der Allgemeinheit auf der Tasche zu liegen! Uebrigens, die Zeiten wo man sich vorher überlegte, ob ein Kind finanziell tragbar ist, sind längst vorbei. Wenn man unsere Politiker hört, wollen sie für alles und jedes staatliche Hilfe, Eigenverantwortung ist verpönt. Sie denken, man die Steuerzahler noch mehr schröpfen.
      • 14.06.2013
      • als Kommentar auf Anita  Leimgruber , Unterentfelden
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