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André K. im Zimmer seiner Tochter Zora. Doch die Kleine kommt kaum mehr vorbei.- Philippe Rossier/BLICK
André K.* (38) sitzt im Kinderzimmer seiner Tochter. Hier war Zora (4) lang nicht mehr. Doch der Lastwagen-Chauffeur aus Menziken AG lässt das Zimmer, wie es ist. Er möchte seine Kleine wiedersehen.
Alles beginnt im August, als sich seine Frau Stefanie (29) von ihm trennt. «Ich gebe zu, wir hatten ein paar Probleme. Doch wir waren uns einig, sie anzupacken und zu lösen», sagt André K.
Er vermutet gleich, dass seine Frau einen anderen hat. «Sie stritt es ab. Bis ich an ihr Handy ging.» André stellt fest, dass seine Nummer nicht mehr unter «Schatz», sondern unter «André» gespeichert ist. Dafür steht da ein Neuer – unter «Schnügu». «Ich stellte sie zur Rede. Dann gab sie es zu», erzählt André K.
Schnell zeigt sich: Leidtragende der Trennung ist die kleine Zora. Das Mädchen kriegt das Hickhack seiner Eltern mit. «Meine Frau beantragte bei der gerichtlichen Trennung die Obhut für Zora. Immerhin: Ich teile noch immer das Sorgerecht und dürfte meine Tochter eigentlich alle zwei Wochen übers Wochenende zu mir nehmen.»
André K. zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus. «Bereits eine Woche später zog ihr Neuer ein.» Beim nächsten Treffen habe ihm die kleine Zora verstört gesagt: «Mami und ihr Freund rutzen im Bett.»
Rutzen? Der Vater wird verlegen. «Die Kleine ertappte Stefanie und mich einmal im Bett. Da sagten wir, das sei ‹Rutzen›.» André bat jetzt seine Noch-Gattin, sie solle die neue Beziehung langsam angehen. «Zora zuliebe. Aber sie sagte nur, sie wisse schon, was gut für unsere Tochter ist.»
Stefanie beginnt, sich gegen Andrés Besuchsrecht zu wehren. «In den letzten vier Monaten war Zora nur dreimal über Nacht bei mir», sagt André K. Seine Frau erfände ständig neue Ausreden.
Zuletzt habe sie gesagt, Zora müsse zuerst vom Psychologen untersucht werden, bevor sie wieder zu Papi könne. «Dabei hatte sie das abgelehnt, als ich zu Beginn eine psychologische Betreuung für meine Tochter vorgeschlagen hatte. Ich verstehe die Welt nicht mehr», seufzt André K.
Weihnachten, so war ausgemacht, feiere die Familie zusammen. Dann änderte die Mutter ihre Meinung. «Ihre Erklärung: Sie wolle unserer Tochter keine Familienidylle mehr vorspielen.» Man könne ja am 25. Dezember kurz ein Glacé essen gehen.
Die kleine Zora hat nun einen Beistand von der Gemeinde. «Aber auch der hilft mir nicht», sagt André. «Er sagte: Nur die Obhutsberechtigte könne über das Kindeswohl entscheiden.»
Obhutsberechtigte sei aber derzeit eben die Mutter. Basta.
Der Kampf um Zora zermürbt André K. «Ich kann nicht mehr schlafen, denke die ganze Nacht darüber nach.» Er bittet einen Psychologen um Hilfe. «Der gab mir ein leichtes Schlafmittel. Genau das verwendet meine Frau nun wieder gegen mich: Ich sei psychisch nicht fit.»
Letztes Mal, als er sein Kind abholen wollte, öffnete Stefanie K. einfach nicht. Der Vater: «Ich könnte mein Besuchsrecht per Polizei einfordern, doch Zora leidet so schon genug. Es muss schlimm für sie sein. Aber ich will sie nicht kampflos aufgeben. Sie ist mein Ein und Alles.»
Als Vater habe man so wenig Rechte. André K. weiss nicht, warum seine Frau ihm das antut. «Ich denke, sie betrachtet mich als Störfaktor für ihre neue Familie mit dem neuen Freund und will mich raushalten.»
Elf Jahre war André K. mit Stefanie zusammen, fünf davon verheiratet. «Meine Familie ist mir wirklich sehr wichtig. Ich dachte, es wäre für immer. Dass es einmal so endet – das hätte ich nie gedacht.»
* Namen bekannt
Ein Bild aus glücklichen Tagen: Stefanie K. mit Tochter Zora.- zvg