Todesschuss von Gränichen AG Das erste Geständnis

GRÄNICHEN - AG - Drei Männer treffen am Sonntag in einer Werkstatt in Gränichen AG aufeinander. Kranmonteur David M.* (†31) liegt am Ende tot auf dem Boden. Wer hat David M. getötet?

  • Publiziert: 09.10.2012, Aktualisiert: 17.10.2012
  • Von Ralph Donghi und Michael Spillmann

Drei Männer treffen am Sonntagabend im Industriegebiet in Gränichen AG aufeinander. Am Ende liegt einer von ihnen erschossen auf dem Werkstattboden: Kranmonteur David M.* (†31). Die zwei anderen, Firmenchef Da­niel G.* (48) und sein Schwager Beat G.* (48), der im Obergeschoss wohnt, lassen sich widerstandslos festnehmen (BLICK berichtete).

Aber was wollte Familienvater David M. überhaupt in der Werkstatt?

BLICK weiss: Um 21 Uhr wäre er dort mit Ehefrau Nadya M.* (31) verabredet gewesen. «Meine Tochter wollte sich mit David für eine Aussprache treffen. Darüber reden, wie es weitergeht», sagt Albert M.* (66). Denn nachdem der jähzornige David M. bei seiner Familie ausgezogen war, hörten die Probleme nicht auf. «David ist immer wieder ausgerastet, war aggressiv. Einmal drohte er, die ganze Familie auszulöschen. Meine Tochter wollte nicht mehr, dass er heimkommt.»

Für das Treffen will Nadya M. darum einen neutralen Ort. Firmenchef Daniel G., seit Jahren ein guter Freund der Familie M., bietet ihn an. Treffpunkt: der Partyraum hinter seiner Werkstatt. Er selber hätte in dieser Zeit in Teufenthal AG die zwei Kinder hüten sollen.

So weit kommt es nicht: «David tauchte schon um halb neun auf», weiss Albert M. Nur fünf Minuten später habe das Handy seiner Tochter geklingelt, ein aufgeregter Daniel G. habe ihr gesagt: «Komm ja nicht runter. Hier gibt es ein Ghetto.» Dann habe er aufgehängt.

Weitere zehn Minuten vergehen, bis der Todesschuss fällt.

BLICK weiss auch: Daniel G. sagte bei der Polizei aus, er habe Hobbyboxer David M. empfangen und ihm den Partyraum geöffnet. Er habe dann in der Werkstatt weitergearbeitet. Plötzlich habe David M. geschrien, dass jemand auf ihn geschossen habe. Daniel G. sieht ihn auf sich zuwanken mit einem Schuss in der Brust.

Der Werkhofangestellte Beat G. hingegen sagt aus, dass er David M. in der Werkstatt mit einer Waffe gesehen und dieser seinen Schwager Daniel G. bedroht habe.

Später erzählt Beat G. den Ermittlern eine neue Version: Er sah «eine unbekannte Person», habe «aus Angst» seine Pistole geholt und vor der Werkstatt von aussen «einen ungezielten Schuss» durch die Tür abgegeben. Die Spurensicherung zeigt: Es war nicht dieses Projektil, das David M. in die Brust traf.

Nur: Wer dann hat David M. getötet? Firmenchef Daniel G. bestreitet es. Zeigen die Bilder aus den Überwachungskameras bei der Werkstatt etwa, was sich abgespielt hat?

Elisabeth Strebel von der Staatsanwaltschaft: «Gegen die beiden Verhafteten wurde eine dreimonatige U-Haft beantragt.»

*Namen der Redaktion bekannt.

Werbung überspringen

Alle Kommentare (2)

  • Gautschi  Gregor , via Facebook
    Ich denke mal für die ist U-Haft unnötig !
    Und warum hat denn eine Frau solch ein Mann / und noch Kinder mit dem,wenn der so zur Gewalt neigt... !!
    Grüsse aus Chur Gregor
    • Karl  Liniger , Cham
      Vielleicht stehen halt gewisse Frauen auf solche "Bad Boys" und jammern dann später.
      • 10.10.2012
      • als Kommentar auf Gautschi  Gregor
      • 84
      • 37

Top 3

1 Chauffeur häckselte gerade Holz Lastwagen in Schutt und Aschebullet
2 Brutale Pfingsten 25 Mal häusliche Gewalt – allein im Aargaubullet
3 Auto kracht in Lieferwagen Frontalcrash fordert zwei Schwerverletztebullet

Schweiz