Grossaktion mit Grenadieren Blitz-Schlag gegen Balkan-Bande

BREMGARTEN (AG) - AG - Nach einer Serie von Einbrüchen verhaftet die Polizei-Sondereinheit in Bremgarten AG acht Gangster

  • Publiziert: 26.07.2012
  • Von Daniel Riedel

Mit Vollgas und Blaulicht brausen sieben Polizei-Zivilfahrzeuge durch den nächtlichen Aargau. An Bord: ­Grenadiere aus St. Gallen, aus der Luft unterstützt von einem Heli. Ziel der Sondereinheit: die Beiz Frohburg in Bremgarten AG, die einer achtköpfigen Einbrecherbande aus dem Balkan als Schaltzentrale dient.

Gestern um 4.21 Uhr schlug die Elitetruppe zu und überraschte die Gangster in einer Wohnung über dem Schankraum.

«Ein furchtbarer Lärm, Geschrei, Poltern»

Auch Nachbar Sivasankar S.* (28) wird aus dem Schlaf gerissen: «Ein furchtbarer Lärm, Geschrei, Poltern. Als ich aus meiner Tür blickte, sah ich, wie die Polizisten einen Mann in Handschellen abführten.»

BLICK weiss: Der Blitz-Schlag gegen die Balkan-Bande war sorgfältig geplant. Polizisten und Staatsanwälte aus drei Kantonen (Luzern, St. Gallen, Aargau) arbeiteten seit Wochen am Zugriff. Denn die achtköpfige Diebesbande (im Alter von 20 bis 40 Jahren) beging seit längerer Zeit landesweit Einbrüche.

Kurt Graf, Sprecher der Luzerner Polizei: «Die Täter sind wahrlich keine Unbekannten. Sie kommen aus verschiedenen Regionen Osteuropas, das macht die Ermittlungsarbeit nicht leichter.»   Ihre letzte Einbruchstour führte die Gangster direkt in die örtliche Badi.  Dort hatte es die Bande wenige Stunden vor der Festnahme auf den Tresor abgesehen.

Tresor wie Profi-Handwerker aufgeflext

Badmeister Renato Lorenzi (36) beobachtete schon am Mittwoch einen Mercedes mit albanischen Kennzeichen, der auffällig oft um die Badi kurvte. Der Einbruch macht  ihn immer noch fassungslos: «Die sind ganz gezielt vorgegangen und haben den Tresor wie Profi-Handwerker aufgeflext. Da waren locker 7000 Franken drin. Danach zogen sie wild durchs Gebäude, schlugen Lampen kaputt, knackten Schlösser in der Umkleide.»

Offenbar zog es die Gangster ganz bewusst in den Aargau. Die gute Verkehrsanbindung und die Nähe zu Nachbarländern machen den Kanton so attraktiv.

Polizei-Sprecher Kurt Graf schwant Böses: «Bis wir alle Einbrüche und Delikte der Tätergruppe erfasst haben, dürften noch ein paar Wochen vergehen.»

* Name der Redaktion bekannt

Schaffen Grossaktionen der Polizei Sicherheit?»

Beliebteste Kommentare

  • Rene  Suter , via Facebook
    Warum habe wir hier vermehrt Kriminelle aus dem Balkan?
    Wie reagieren die Politiker?
    Habe die von unseren Gerichten gesprochenen Urteile eine Wirkung?
    Wie geht es weiter?
  • daniel  villiger
    Ich will nicht wissen, was diese Aktion dem Steuerzahler kostet, und in einer Woche sind eh wieder alle auf freiem Fuss.

Alle Kommentare (38)

  • ....  ...
    Ich bin froh und dankbar, dass die Polizei für den Schutz der Bevölkerung sich so eingesetzt haben! Jetzt hofft man, dass die Staatsanwaltschaft genügend Mittel haben, dass diese nicht gleich wieder freigelassen werden....
    Der Einsatz war super, weiter so!!!!!!!
    • 27.07.2012
    • 55
    • 4
  • Hansruedi  Meier
    Was mich auch noch interessieren würde...
    Um 4.21 Uhr schlug die Elitetruppe zu. Acht Personen, welche sie verhaftet haben mit einem doch eher sehr grossen Aufgebot. Eine Person auf Bild 2 wird jedoch bei Sonnenschein ins Polizeiauto verfrachtet. Schätzungsweise zwischen 8:00-9:00, sofern ich den Sonnenschatten richtig einschätze. Weshalb dauerte dies denn soooo lange bei einer so grossen Polizeieinheit?
  • René  Böse
    Ein Schlag ins Gesicht von SF1, der am vergangenen Mittwochabend die Sendung über die "die guten Albaner" ausstrahlte. Die bestehenden Vorurteile in unserer Bevölkerung werden sich auch nach einem solchen Film in gar nichts ändern, ja, wie Figura zeigt, werden sie geradezu wieder bestätigt.
  • Susanne  Keller
    Meine lieben Leser ihr vergesst einfach eine Kleinigkeit. Das alles hat nichts mit Schengen und den offen Grenzen zu tun. Wer auf Diebstour in die CH will, geht nicht zu offiziellen Grenzübergängen, es hat genug andere. Ich war diese Woche in der Region Le Locle bis Vallorbe. Hier hat es mindestens 10 Übergänge im Niemandsland, die sind nicht nur mir bekannt. Jedenfalls herrscht dort immer reger Verkehr, selber erlebt. Da kann auch das GWK nichts machen, die haben einfach zuwenig Leute, die Mittel wurden ihnen ja abgesprochen. Da nützen auch auch die neuen Fahrzeuge und Nachtsichtgeräte wenig, sie könne ja nicht überall sein. Es müssten im GWK mindestens 1000 Leute mehr sein, würde schlagartig bessern.
    • 27.07.2012
    • 67
    • 8
  • Albert  Ulrich , Gross
    Werte Blick Redaktion

    Es wäre doch einmal sehr nett, wenn Sie in ihrem Bericht erwähnen würden, dass der Einsatz der Polizei von einem Militärhelikopter, ausgerüstet mit einer FLIR Kamera unterstützt wurde! Dies wäre für mich eine korrekte und ausgewogene Berichterstattung. Wenn irgendwo in der Schweiz bei einer Gewalttat eine Militärwaffe beteiligt war, lesen wir das ja auch sofort!
    Freundliche Grüsse
    Albert Ulrich
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