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Welche Schweizer Stadt ist die langweiligste, wollten wir von unseren Lesern wissen – und beinahe 18000 Voten gingen in der Abstimmung ein. Zwei Orte schwangen mit grossem Abstand oben aus, Aarau (20 Prozent der Stimmen) und Zürich (19). Als dritte Stadt aufs Verlierer-Podest kommt Zug, dicht gefolgt von Chur, Basel, Schaffhausen und Sion.
Ein weiterer Rückschlag also für die stolze Zwinglistadt: Zuerst hatte sie den Spitzenplatz in Sachen Lebensqualität an Wien verloren. Dann kam sie in einer Umfrage der Reisewebsite «Tripadvisor» auf den wenig ruhmreichen Platz als zweitlangweiligste Stadt Europas hinter Brüssel (Blick.ch berichtete). Und nun das: 3500 Leser sind der Ansicht, dass Zürich auch hierzulande zu den schläfrigsten Orten gehört.
Doch Obacht: Die Stimmen in unserem Forum zeigen, dass Zürich wohl eher unbeliebt als langweilig ist. Patrick Meier aus St. Gallen dürfte Recht haben, wenn er schreibt: «Die Leute wählen nicht objektiv, sondern nach ihren lokalpatriotischen Ansichten».
Seppe Hügi aus Silvaplana bringt den Anti-Reflex gegen die Bankenmetropole auf den Punkt: «Zürich ist nicht langweilig, nur sehr, sehr geldlastig, oberflächlich und arrogant», giftelt der Bündner. Leser Phil K. vermisst in Zürich Charme, Aufgeschlossenheit und Humor. «Dies kann man eben nicht erkaufen», meint er.
Natürlich gibt es auch die glühenden Zürich-Fans, die das Abstimmungsresultat nicht auf sich sitzen lassen wollen. Chris Zünd findet: «Zürich ist weltoffen, wirtschaftlich stark, bietet kulturell sensationell viel, hat Charme und die schönsten Frauen.» Und ein Zürcher erteilt den «Neidern» aus dem Aargau oder Basel eine Abfuhr: «Dann sollen alle, die jetzt gegen Zürich gestimmt haben, zuhause bleiben und ihre Cüplis in der Provinz schlürfen. Fertig Züri-Chicas, nur noch Landeier!», verlangt Oswald Müntener.
Aarau muss mit dem Makel der langweiligsten Stadt leben – hat aber auch seine Fürsprecher. So verteidigt Manuel Sutter seinen Wohnort: «Aarau hat sehr wohl einiges zu bieten. Boiler, das Art Cigar, die Halde und die gesamte Gastronomie. Aarau hat die schönsten Dächer der Schweiz und war die erste Bundeshauptstadt der Schweiz. Der neue Bahnhof, der jetzt gebaut wird, gibt Aarau ein noch moderneres Gesicht».
Chur hat seinen fünften Platz offenbar der restriktiven Politik gegen das Nachtleben zu verdanken: «Rauchverbot, Alkoholverbot ab 0.30 Uhr im öffentlichen Raum. Kinos? Nur Hollywood-Blockbuster. Privatpartys? Viel Spass mit den Nachbarn!», zählt Simon Kappeler die Gründe auf, die gegen den Bündner Hauptort sprechen.
Sein Kantonsgenosse Domenig Wilhelm kann wenig anfangen mit dem allgemeinen Städte-Bashing: Er bezweifelt, dass viele Kommentarschreiber die Orte, über die sie herziehen, wirklich gut kennen. Und betont: «Nur Langweiler können eine Stadt als langweilig bezeichnen. Jeder Ort hat für Leute mit offenen Augen seine Reize!» (hhs)
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Aarau hat einen schlechten Ruf – aber wenigstens «die schönsten Dächer der Schweiz». (Aarau Info)