Misox-Feuer frisst sich den Hang hinauf Brennt der Wald wegen einer weggeworfenen Zigi?

  • Gestern Abend ist im Bündner Südtal Misox ein grosser Waldbrand ausgebrochen.
  • Die A13 ist bis 17 Uhr gesperrt. Die Kantonsstrasse wurde am Nachmittag fregegeben.
  • 6 Löschhelikopter sind derzeit im Bündner Südtal im Einsatz.
  • Bei einem weiteren Brand in Chironico in der Leventina TI mussten bisher 29 Menschen evakuiert werden, er ist mittlerweile unter Kontrolle. Ausgelöst wurde er von unvorsichtigen Teenagern.
  • Der Nordföhn und die Trockenheit erschweren die Löscharbeiten.

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Zwischen Mesocco und Soazza, nur 500 Meter von den Dörfern entfernt, war gestern Abend um 18 Uhr ein riesiger Waldbrand ausgebrochen. Feuerwehr-Korps sowie Rettungskräfte – insgesamt rund 60 Personen – wurden jedoch vor Mitternacht nach Hause geschickt. «Die können momentan nichts machen, der Brand ist zu gross», sagte eine Leserreporterin gestern Nacht zu BLICK.

Feuer im Graubünden: Aktueller Stand und News zu den Löscharbeiten play
Ein Helikopter der Heli Rezia bei Soazza im Einsatz. Yvonne Leonardi

 

Ein weiterer Leserreporter sagte: «Es ist unheimlich, wie schnell sich das Feuer ausgebreitet hat. Innerhalb sechs Stunden stand praktisch schon der halbe Berg in Flammen.» Den Rauch habe man kilometerweit riechen können.

Wegen des Windes konnten die Helis nicht fliegen. Der Waldbrand breitete wegen des starken Nordföhns bis zum Morgengrauen auf rund 1200 Meter auf 400 Meter aus. Das entspricht etwa einer Fläche von 90 Fussballfeldern.

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Flammen, wohin man blickt: Aufgrund des starken Windes konnte die Feuerwehr den Brand bisher nicht löschen. Mario Theus

Drei Superpumas der Armee mit Infrarotkameras im Einsatz

Seit heute Morgen kämpfen drei Superpumas der Schweizer Armee und drei private Löschhelis von Heli Rezia erneut gegen die Flammen. Ein schwieriges Unterfangen! Starker Wind und zwei Hochspannungsleitungen erschweren den Einsatz. Bei einem Fussballplatz hat die Feuerwehr eine Nachfüllstation eingerichtet.

Der Brand frisst sich den Hang hinauf, bedroht einige unbewohnte Maiensässe weiter oben am Berg. Neben dem Laubwald brennt auch der Nadelwald bis auf 1600 Meter Höhe. «Es sind etwa 120 Hektaren Wald betroffen», sagte Förster Luca Plozza am Nachmittag in einer Pressekonferenz. Bedroht sei auch ein Schutzwald.

Das grosse Problem: Vom Boden aus können die Feuerbekämpfer nichts unternehmen. Die Löscharbeiten konzentrieren sich auf die Nordflanke des Tales zwischen Mesocco und Soazza. Am Nachmittag konnte die Polizei wenigstens wieder die Kantonsstrasse freigeben, später auch die Autobahn A13.

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Die Löschhelis sind im Einsatz. Kantonspolizei Graubünden

«Wir gehen davon aus, dass der Brand nicht so schnell gelöscht werden kann», sagt Einsatzleiter William Kloter (32) zu BLICK. Im besten Fall dauere das vier bis fünf Tage. Im schlimmsten Fall könnten die Arbeiten Wochen in Anspruch nehmen. «Die Glutnester müssen am Boden von Hand bekämpft werden», sagt Kloter. Er sei sehr aber froh um die Hilfe der Armee: Mit ihren Infrarot-Kameras erkennen die Superpumas die Glutnester auch in der Nacht.

Zigarette aus dem Autofenster geworfen?

Die Feuerwehren von Calanca, Misox und Roveredo stehen mit 50 Menschen auf Abruf bereit, um einzugreifen, sobald Bodentruppen in das Waldbrandgebiet vorrücken können.

«Wir mussten die beiden Hochspannungsleitung abstellen, damit wir gefahrenlos arbeiten können», sagt Kloter. Ausserdem bedrohen Felsstürze die Arbeiten: «Es können Steine und Felsen auf die Strasse fallen.» Wenn die Vegetation wegen des Feuers geschwächt sei, würde der Hang instabil.

Die Ursache des Brandes kennt die Polizei noch nicht. Brandstiftung komme allerdings eher nicht in Frage. Da das Feuer nahe der Verkehrswege in der Talsohle begonnen habe, sei es durchaus möglich, dass eine Unachtsamkeit – beispielsweise eine weggeworfene Zigarette – am Anfang des Infernos stehe.

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Der Einsatzleiter der Bündner Kantonspolizei, William Kloter (32) hofft auf die Superpumas der Armee. Screenshot

Verletzte gab es offenbar nicht. Allerdings mussten gestern um 20 Uhr wegen des starken Rauches vier Menschen aus zwei Wohnhäusern in Mesocco evakuiert werden.

Evakuierungen in der Leventina – Teenager Schuld am Feuer

Bei einem zweiten Brand im Gebiet des Monte Doro oberhalb von Chironico hat die Rega schon gestern Menschen evakuieren müssen. Das Inferno, das seit gestern in der Leventina wütet, ist laut der Tessiner Kantonspolizei und der Jugendanwaltschaft von einem Feuer ausgegangen, das vier Minderjährige entfacht haben.

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Ein Teenie-Lagerfeuer hat diesen Brand auf dem Monte Doro in der Leventina verursacht. Screenshot

Die vier 16-Jährigen, die auf dem Monte Doro offenbar in den Ferien waren, sollen im Freien ein Feuer entfacht haben. Wegen des starken Windes und des trockenen Bodens habe sich dieses fahrlässig angezündete Feuer schnell ausgebreitet.

Mittlerweile mussten 29 Menschen per Helikopter ins Tal geflogen werden. Die Löscharbeiten wurden heute Morgen wieder aufgenommen. Nach Angaben der Polizei sind vier Helikopter im Einsatz. Verletzte gibt es bisher nicht. Im Einsatz sind 40 Personen der Feuerwehren von Biasca, Faido und Tre Valli. Am Nachmittag kriegten die Brandbekämpfer die Situation unter Kontrolle.  Ein Dutzend Feuerwehrleute wurden für die Überwachung in der Nacht auf Donnerstag eingesetzt. Die Löscharbeiten sollen am Morgen fortgesetzt werden.

Weiter brannte es heute auch bei Camorino am Fusse des Monte Ceneri in der Nähe von Bellinzona. Zu diesem Brand sind noch keine Details bekannt. Allerdings hat die Polizei das Feuer unter Kontrolle, wie sie am Vormittag meldet. (sda/kra/gru/stj/bih)

Publiziert am 28.12.2016 | Aktualisiert am 13.01.2017
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5 Kommentare
  • Martin  Matin 28.12.2016
    Vermutlich sei das Feuer durch eine weggevorfene Zigarette entfacht worden? Heisst es im Artikel, diesbezüglich muss einfach mal gesagt werden. Das vielen Raucher der Anstand fehlt. Achtlos werden Zigis weggeschmissen obwohl Aschenbecher nebendran sind, oder eben zum Auto raus, obwohl in jedem Auto ein Aschenbecher ist, pder einfach auf den Boden schmeissen. Nach dem Moto, nach mir die Sinntflut. einfach traurig.
    • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
      28.12.2016
      Die Zigi war im Misox schuld, an der A13. Wie wollen Sie dieses Problem lösen? Auf dieser Autobahn verkehrt halb Europa. Wir können nicht 250 Millionen Europäer nacherziehen.
  • Melissa  Baumann 28.12.2016
    ZITAT: Das Inferno, das seit gestern in der Leventina wütet, ist laut der Tessiner Kantonspolizei und der Jugendanwaltschaft von einem Feuer ausgegangen, dass vier Minderjährige entfacht haben. Meine Frage: Haben die im Kindesalter keine Erziehung erhalten um so etwas machen zu müssen? Ich hoffe, dass die Eltern eine saftige Rechnung als Neujahrsgeschenk bekommen. Nicht Kinder, sonst würden das alle Kinder machen, sondern die Eltern sind schuld, wenn ihre Kinder so etwas furchtbares machen!
    • Marco  Weber 28.12.2016
      Frau Baumann vieleicht haben diese Kinder auch einfach etwas gespielt mit Feuerkwerk oder sonst einfach ein Feuer gemacht und das ganze ist ausser kontrolle geraten? Sowass sollte nicht aber kann durchaus passieren da können Sie Ihre Kinder noch so gut erziehen!
    • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
      28.12.2016
      @Marco Weber
      Nein, so etwas passiert nicht einfach. Das 16-jährige, die sehr wohl fähig wären, die Konsequenzen ihres Handelns abzuschätzen, falls sie von den Erwachsenen entsprechend erzogen wurden. Von mir aus soll man deren Eltern die Rechnung für die Löscharbeiten schicken.