Schluss mit Kuschelkurs: 76`000 Schweizer erklären Gaddafi den Cyber-Krieg
ZÜRICH – Hans-Rudolf Merz fasst Libyens Diktator mit Samthandschuhen an – doch gegen diesen Kuschelkurs regt sich nun Widerstand. Zumindest virtuell.
Von Simon Hehli | Aktualisiert um 13:59 | 02.10.2009
Muammar al-Gaddafi führt die Schweizer Diplomatie an der Nase herum und hält Bundespräsident Hans-Rudolf Merz zum Narren. Auf die dauernden Forderungen des Wüstendiktators reagiert die Schweizer Politik mit immer tieferen Bücklingen und Maulkörben – Hauptsache, die beiden Geiseln dürfen bald nach Hause kommen.
Die Schweizer Volksseele hingegen kocht angesichts der erlittenen Demütigungen. Die Forderung Gaddafis, die Schweiz müsse sich wegen der Veröffentlichung der Polizeifotos seines Sohnes Hannibal nochmals entschuldigen, lehnen 93 Prozent der Blick.ch-Leser ab. Und auch auf der Kontaktplattform Facebook regt sich Widerstand auf breiter Front.
Die Gruppe «Wetten, ich finde 10´000 Leute, die Gaddafi ein Arschloch finden» hat die anvisierte Mitgliederzahl mit bisher fast 42´000 Personen klar übertroffen. Und auch die Gruppe «Die ganze Schweiz gegen Gaddafi» ist eine Erfolgsstory: 34´500 Facebook-Surfer haben sich bereits eingetragen.
Der Gründer dieser Gruppe, der unter dem Pseudonym Peter Süss auftritt, ist optimistisch, dass die Zahl noch bis auf 100´000 Personen steigen wird. «Wenn Gaddafi so weiter macht wie bisher, wird das kein Problem», berichtet Süss gegenüber Blick.ch.
Gaddafi als Feindbild Nummer 1
Seine Gruppe besteht erst seit dem 12. September als Zusammenschluss kleinerer Vereinigungen, die Libyens Staatschef zum Feinbild Nummer 1 erklärt haben. «Die ganze Schweiz regt sich grausam auf über Gaddafis Gebaren und vor allem den Kniefall des Bundesrates», sagt Süss.
Sein Antrieb war allerdings weniger die Abneigung gegenüber Gaddafi als vielmehr das Ziel, eine möglichst grosse Gruppe mit einem ernsten Inhalt führen zu können, bekennt der 47-Jährige.
Dementsprechend hat Süss auch keine Motivation, die Gruppe auf ein konkretes politisches Vorgehen einzuschwören, etwa eine Petition an den Bundesrat. Das Motto, hinter das sich alle seine Mitglieder zumindest passiv stellen, steht in vier Sprachen auf der Seite: «Wir, das Volk, fordern die sofortige Freilassung der beiden festgehaltenen Schweizer Bürger in Tripolis und eine Entschuldigung von Gaddafi».
«Death to Switzerland»
Allerdings tobt auf Facebook bereits ein Cyberkrieg zwischen Gaddafis Gegnern und seinen Fans. Die Anhänger des Potentaten haben zwei Gruppen gegründet, eine davon mit dem Namen «Death to Switzerland» («Tod der Schweiz»). Unter den rund 800 Mitgliedern finden sich merkwürdigerweise sogar einige Schweizer.
Der Betreiber der einen Gruppe spart im Forum von «Die ganze Schweiz gegen Gaddafi» nicht mit giftigen Tönen. Der Mann namens Hannibal Assad droht dem «verachtenswerten und feigen Schweizer Volk» mit dem Tod: «Wehe euch und all euren Ministern und dem Präsidenten!», schreibt er. Und sein Landsmann Abdalbaset Elmatluti schwört, dass die Libyer für Allah und Gaddafi sterben würden.
Peter Süss´ Antwort auf die Provokation fällt verhältnismässig moderat aus: «Wir sollten die wirtschaftlichen Beziehungen mit Libyen abbrechen», verlangt er.
Die Schweizer Volksseele hingegen kocht angesichts der erlittenen Demütigungen. Die Forderung Gaddafis, die Schweiz müsse sich wegen der Veröffentlichung der Polizeifotos seines Sohnes Hannibal nochmals entschuldigen, lehnen 93 Prozent der Blick.ch-Leser ab. Und auch auf der Kontaktplattform Facebook regt sich Widerstand auf breiter Front.
Die Gruppe «Wetten, ich finde 10´000 Leute, die Gaddafi ein Arschloch finden» hat die anvisierte Mitgliederzahl mit bisher fast 42´000 Personen klar übertroffen. Und auch die Gruppe «Die ganze Schweiz gegen Gaddafi» ist eine Erfolgsstory: 34´500 Facebook-Surfer haben sich bereits eingetragen.
Der Gründer dieser Gruppe, der unter dem Pseudonym Peter Süss auftritt, ist optimistisch, dass die Zahl noch bis auf 100´000 Personen steigen wird. «Wenn Gaddafi so weiter macht wie bisher, wird das kein Problem», berichtet Süss gegenüber Blick.ch.
Gaddafi als Feindbild Nummer 1
Seine Gruppe besteht erst seit dem 12. September als Zusammenschluss kleinerer Vereinigungen, die Libyens Staatschef zum Feinbild Nummer 1 erklärt haben. «Die ganze Schweiz regt sich grausam auf über Gaddafis Gebaren und vor allem den Kniefall des Bundesrates», sagt Süss.
Sein Antrieb war allerdings weniger die Abneigung gegenüber Gaddafi als vielmehr das Ziel, eine möglichst grosse Gruppe mit einem ernsten Inhalt führen zu können, bekennt der 47-Jährige.
Dementsprechend hat Süss auch keine Motivation, die Gruppe auf ein konkretes politisches Vorgehen einzuschwören, etwa eine Petition an den Bundesrat. Das Motto, hinter das sich alle seine Mitglieder zumindest passiv stellen, steht in vier Sprachen auf der Seite: «Wir, das Volk, fordern die sofortige Freilassung der beiden festgehaltenen Schweizer Bürger in Tripolis und eine Entschuldigung von Gaddafi».
«Death to Switzerland»
Allerdings tobt auf Facebook bereits ein Cyberkrieg zwischen Gaddafis Gegnern und seinen Fans. Die Anhänger des Potentaten haben zwei Gruppen gegründet, eine davon mit dem Namen «Death to Switzerland» («Tod der Schweiz»). Unter den rund 800 Mitgliedern finden sich merkwürdigerweise sogar einige Schweizer.
Der Betreiber der einen Gruppe spart im Forum von «Die ganze Schweiz gegen Gaddafi» nicht mit giftigen Tönen. Der Mann namens Hannibal Assad droht dem «verachtenswerten und feigen Schweizer Volk» mit dem Tod: «Wehe euch und all euren Ministern und dem Präsidenten!», schreibt er. Und sein Landsmann Abdalbaset Elmatluti schwört, dass die Libyer für Allah und Gaddafi sterben würden.
Peter Süss´ Antwort auf die Provokation fällt verhältnismässig moderat aus: «Wir sollten die wirtschaftlichen Beziehungen mit Libyen abbrechen», verlangt er.
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