Ex-Armeechef Roland Nef 50'000 Fr Schmerzensgeld fürs Stalken

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Corinne Landolt
«Ich habe kein grosses Bankkonto.» Roland Nef auf TeleZüri- Niklaus Stauss

Roland Nef hat seiner Ex mit Sex-Inseraten das Leben zur Hölle gemacht. Dann zahlte er 50 000 Franken – und sie schwieg.

Bei seinem Fernsehauftritt vergangene Woche jammerte Roland Nef (50), dass seine Familie unter der Wiedergutmachung leide, die er an seine Ex-Partnerin zahlte. «Ich habe kein grosses Bankkonto. Meine Familie ist heute in ihrer Handlungsfähigkeit massiv eingeschränkt.»

50 000 Franken soll der Ex-Armeechef seiner Ex-Freundin laut der Zeitung «Sonntag» gezahlt haben. Damit das Verfahren gegen ihn eingestellt wird.

Ein Verfahren, das für den hohen Militär höchst peinlich war. So soll Nef zwischen 2005 und 2006 Dutzende Sexinserate geschaltet und beantwortet haben – mit dem vollen Namen und der Wohnadresse seiner Ex-Freundin.

Zudem hat er laut Polizeiprotokoll die Musikerin mit SMS, Telefon und Postsendungen monatelang terrorisiert.

Nef hat die Stalking-Vorwürfe auch in seinem TeleZüri-Auftritt vom vergangenen Montag nicht dementiert. Trotzdem sieht er sich als Opfer und klagt, dass seine neue Familie jetzt finanziell zu leiden habe.

Dabei verdiente Nef als Armeechef rund 330 000 Franken im Jahr. Nicht zu vergessen: Nef erhielt nach seinem Abgang noch ein halbes Jahr den vollen Lohn sowie eine Abgangsentschädigung von 275 000 Franken.

Als Arbeitloser erhält Nef das Maximum

Seit März 2009 hat Roland Nef Anspruch auf Arbeitslosengeld. Als Ex-Angehöriger der höchsten Bundes-Lohnklasse 38 erhält er also weiterhin bis zu 10500 Franken – pro Monat. Und auch vor seiner Ernennung zum Armeechef war er kein Kleinverdiener: Bereits als Kommandant Lehrverband Panzer/Artillerie gehörte er zu den Bestbezahlten der Schweizer Armee, mit einem Jahreslohn von über 180 000 Franken.

Verschiedene Anwälte bezeichneten Nefs «Wiedergutmachung» gegenüber BLICK als eher tief, «sollten die Vorwürfe tatsächlich stimmen». «Mangels Aktenkenntnissen» will sich keiner öffentlich zum Fall Nef äussern.

Auch Nefs Ex schweigt – dafür hat sie ja die 50 000 Franken erhalten. Geld, das wohl nur einen Teil des monatelangen Terrors aufwiegt.

«Gerade beim Stalking werden die finanziellen Folgen fürs Opfer unterschätzt», sagt die Zürcher Anwältin und Co-Leiterin der Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt, Cornelia Kranich Schneiter. «Neben der extremen psychischen Belastung entsteht dem Opfer ein manchmal hoher Schaden, z.B. bei Einkommensausfall, Wohnortswechsel oder Psychotherapie. Das summiert sich.»

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Schweiz

Nach allem, was Nef gemacht hat: Sind 50'000 Franken genug?»

  • 8% Ja, so schlimm war es dann doch nicht.
  • 62% Nein, den Betrag hat er doch kaum gespürt.
  • 30% Lasst ihn in Ruhe.