50'000 E-Mail-Adressen gestohlen Hacker dringen in SVP-Datenbank ein

Eine Hackergruppe bekennt sich zu den Cyber-Angriffen auf Schweizer Webshops. Sie wollen die Schweiz «wachrütteln», sagen sie. Sogar zur Datenbank von svp.ch haben sie sich Zugang verschafft.

«Für mehr Sicherheit»: Die politischen Forderungen der SVP sollten auch für die Server-Infrastruktur von «svp.ch» gelten. play
«Für mehr Sicherheit»: Die politischen Forderungen der SVP sollten auch für die Server-Infrastruktur von «svp.ch» gelten. Screenshot/SVP

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Eine Hackergruppe hat sich unerlaubt Zugang zu der Datenbank von svp.ch verschafft und dort Daten gestohlen – darunter 50'000 E-Mail-Adressen. Wie Inside-IT berichtet, will die Gruppe namens NSHC mit dem Angriff zeigen, dass die Schweiz nicht ausreichend gegen Cyberangriffe geschützt sei. Die Daten, die «Inside-IT» vorliegen, sollen nicht veröffentlicht werden.

Silvia Bär, stellvertretende SVP-Generalsekretärin bestätigt gegenüber BLICK: «Am Mittwoch wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass es einen Angriff gab. Wir klären derzeit ab, was genau passiert ist und welche Daten betroffen sein könnten.» Weiter wolle sie sich nicht zu dem Fall äussern.

Auch hinter den Angriffen auf Schweizer Webshops?

Die Hackergruppe behauptet zudem, für die kürzlich stattgefundenen Cyber-Attacken auf grosse Schweizer Webshops verantwortlich zu sein. Die Angriffe auf Interdiscount, Microspot und SBB gingen auf ihr Konto. Dabei sei es darum gegangen, eine Diskussion hervorzurufen, um die «Schweiz wachzurütteln», so die Hacker. Sie sehen sich als «Grey Hats» – Hacker, die ohne böswillige Absicht gegen Gesetze oder ethische Normen verstossen.

Das scheint tatsächlich nötig zu sein. Cybersecurity-Experte Reto Häni sagte im Interview mit BLICK: «Im Vergleich zu anderen Ländern in Europa hat die Schweiz aber in Punkto Cybersicherheit starken Aufholbedarf.» In der Schweiz sei man weniger offen, über solche Angriffe zu sprechen, so Häni. Da der Austausch fehle, sei das Bewusstsein gegenüber den täglichen virtuellen Gefahren begrenzt.

Am Montag waren mehrere Schweizer Webseiten Ziel von sogenannten DDoS-Attacken geworden. NSHC übernimmt nicht die Verantwortung für alle von ihnen – bei Digitec könnte es sich also um andere Angreifer handeln.

Nun nehmen die Cyber-Scharmützel vermehrt auch politische Dimensionen an. Vor dem Angriff auf die SVP wurde bereits die Berner Reitschule Ziel einer Attacke. Rechtsextreme hatten Anfang März die Daten von 3000 Gästen des Reitschule-Flohmarkts gestohlen und im Internet veröffentlicht. Sie sprachen von einem «Schlag gegen die Antifa». (ct/rey)

Publiziert am 18.03.2016 | Aktualisiert am 11.04.2016
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  • Anton  Keller aus Zürich
    18.03.2016
    Nur was können die Angreifer mit Informationen von einer SVP anfangen?
  • Thomas  Zürcher 18.03.2016
    Die Cyber Kriminalität wird zu immer einer grösseren Gefahr für uns alle. Was wir im Netz tun, hinterlässt Spuren und damit Rückschlüsse auf uns selbst, in einer total vernetzten Welt.Mit der Vernetzung der Welt steigt die Wahrscheinlichkeit einer Cyberattacke, die einer Naturkatastrophe gleicht.Aber sind wir für einen Cyber Krieg gerüstet oder sind wir ihm chancenlos ausgeliefert?
    • J.  Meyer 18.03.2016
      Nein, für einen Cyberkrieg ist die Schweiz nicht gerüstet! Aber wir bekommen für 558 Mio neue Duros und die Düsenjets werden sicher auch bald bestellt ...
    • steff  walther 18.03.2016
      @Baumann - die Duros sind neu. Ich dachte die alten werden für den Preis nur gewaschen?
  • Susanne  Keller aus Basel
    18.03.2016
    Ja wo liegt das Problem ? Wer nichts zu verbergen hat muss ja keine Angst haben. Und wer lieber nicht möchte, dass bekannt wird, dass man SVP Mitglied ist, soll es bleiben lassen. Entweder steht man dazu oder eben nicht. lles andere ist wischwaschi Zeug.
    • Marco  Weber 18.03.2016
      Dann sind Sie bestimmt auch für die Totale überwachung durch den Staat oder?
    • Hans  Grüter 18.03.2016
      Liebe Frau Keller. Im Bericht geht es um Cyberkriminalität, nicht um Politik. Sparen Sie sich Ihr SVP-Bashing also, es disqualifiziert Sie höchstens selber.
    • Chrigel  Neff aus St. Gallen
      18.03.2016
      Ich muss leider Widersprechen. Ich kenne sogenannte Kunstschaffende, die die SVP finanziell unterstützen, aber verlangen, dass sie geheim bleiben. Grund: Wenn das kunstschaffende linke Establishment erfährt, dass die SVP unterstützt wird, würden sie keine Jobs mehr bekommen. Soviel zum Thema Ächtung durch linke Kreise.
    • Peter  Meier 18.03.2016
      @ Neff
      Kunstschaffende sind links, SOGENANNTE Kunstschaffende rechts.
  • jürg  frey aus teufen
    18.03.2016
    Gibt es nicht, die IT Welt ist sicher! Wir machen doch Zahlungen und all dergleichen im Netz. Wer sagt das sowas möglich ist, all die IT Experten sicher nicht!
    • Marco  Weber 18.03.2016
      Sie gehen auch auf die Bank und heben dort Geld ab (Physisch) und auch dort ist es möglich das Sie danach überfallen werden!
    • jürg  frey aus teufen
      18.03.2016
      Wie wahr; Herr Weber, dort kann ich mich aber mindestens noch wehren, oder es probieren.
  • Marco  Kälin aus Dietikon
    18.03.2016
    Sorry, aber für mich ist solches Vorgehen mehr als nur Fragwürdig. Wenn diesen Leuten so viel an unserer Sicherheit liegt, wie sie anscheinend vorgeben, dann sollen sie die Presse dahingehend informieren wo diese Lücken sind oder die Firmen direkt konsultieren und ihre Erkenntnisse dort anbringen, Lösungen anbieten und legal diesen Firmen verkaufen. Alles andere sind schlicht kriminelle, geschäftsschädigende Vorgehensweisen!
    • Meier  Ernst aus Erde
      18.03.2016
      Wer weiss, ob die Gruppe eben nicht doch im Vorfeld schon die Firmen informierte und diese die gemeldeten Sicherheitslücken nicht beseitigte? Kenne eine handvoll Fälle von teils namhaften Firmen, die ein gemeldetes Problem einfach so aussitzen wollten statt es zu lösen. DdOS sind eher ein prinzipielles Problem, welches sich nur mit erheblichem finanziellem Aufwand lösen lässt. Oder anders formuliert: Schaden von 2 Millionen durch DdOS gegenüber einem System, das schnell das 4-10-fache kostet...