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Schlägereien, Sachbeschädigungen, Störungen der Spiele. Hooligans in und um Schweizer Sportstadien machen immer wieder Schlagzeilen. Dabei handelt es sich um eine relativ kleine Gruppe, die Vereinen und Fans den Sport versauen.
Laut Bundesamt für Polizei (fedpol) gibt es in der Schweiz rund 250 «extrem gewaltbereite» Hooligans. Rund 1500 weitere Personen seien «gewaltbereit». Dabei haben gewalttätige Zwischenfälle in jüngster Zeit zugenommen.
In der Zeit seit der Euro 2008 wurden 80 Matches von Gewalt überschattet; über 150 Personen wurden verletzt und über 200 wurden festgenommen. «Es scheint, dass seit dem Ende der Euro 08 die Fans viel gewaltbereiter sind», schreibt die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD).
«Fans» werden radikaler
Laut dem Sportwissenschafter Thomas Busset verwischt sich zusehends die in den letzten Jahren gemachte Unterscheidung zwischen Ultras – den leidenschaftlichen Anhängern eines Klubs – und Hooligans, die in erster Linie die Gewalt suchen. Man spricht deshalb heute eher von «gewalttätiger Anhängerschaft».
In den letzten fünf Jahren sei die Anzahl Personen in den Fankurven stark angewachsen, sagt Thomas Gander, Geschäftsführer von Fanarbeit Schweiz. Darunter seien viele Junge zwischen 15 und 21 Jahren. Es sei eine Art Jugendkultur, Gruppenkultur, die leicht in Gewaltausbrüchen zum Ausdruck komme. Zum Teil hätten sich die Fans dadurch radikalisiert.
Polizei schuld an Zunahme von Gewalt?
Gander sieht einen Grund der Gewaltzunahme in der verstärkten Polizeipräsenz und den Repressionen durch die Gesetzeshüter. Es brauche vielmehr Prävention.
«In anderen Domänen findet dieses Prinzip Anwendung, also warum nicht auch im Sport?», fragt Thomas Gander. Zwar brauche es Sanktionen, räumt der Sozialarbeiter ein. Aber für sich allein «verstärkt die Repression das Problem».
Doch genau auf Abschreckung und Strafen setzt die Schweiz. Vermehrte Stadionverbote und ab der Saison 2011/2012 mit der Fancard. Es sollen nur noch registrierte Eishockey- und Fussballfans die Spiele der obersten Ligen besuchen dürfen. (SDA/zum)