126'422 stärken ihr den Rücken

  • Publiziert: 21.04.2008, Aktualisiert: 03.01.2012
play Da kann Eveline Widmer-Schlumpf wieder lachen: Die Unterstützung zehntausender Schweizer ist Balsam auf ihre Seele. (Keystone)

BERN – Die Unterstützung, die Eveline Widmer-Schlumpf in ihrem Fight gegen die SVP-Scharfmacher geniesst, ist überwältigend: Zehntausende unterschrieben die Protestnote.

Gestern um Mitternacht endete die Online-Aktion des Frauenverbandes Alliance F gegen die Politik der SVP, mit der diese die «Verräterin» Eveline Widmer-Schlumpf aus der Partei mobben will. Das Resultat lässt sich sehen: In zwei Wochen unterschrieben 126422 Personen die Note.

«Wir sind mit dem Resultat der Petition mehr als zufrieden, unsere Erwartungen wurden übertroffen», sagte heute die ehemalige Zürcher CVP-Nationalrätin Rosmarie Zapfl, Präsidentin von Alliance F. In einem Brief habe sich Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf bereits für die Unterstützung bedankt.

Mobilisierung im Umfeld

Noch diese Woche soll die Petition der Bundesrätin überreicht werden. Widmer-Schlumpf werde ein Bild erhalten, unter dem die Anzahl der Protestnoten vermerkt sei, sagte Zapfl. Die ursprünglich geplante Übergabe sämtlicher Petitionsbögen sei aufgrund der vielen Einsendungen nicht möglich.

Die Solidaritätsaktion war nach Einschätzung Zapfls vor allem deshalb so erfolgreich, weil viele Teilnehmer weitere Leute in ihrem Umfeld mobilisierten. Zum Beispiel hätten mehrere Berufsverbände ihre Mitglieder via E-Mail aufgefordert, sich an der Aktion zu beteiligen. Mehrfacheinträge seien aufgrund des Systems nicht möglich gewesen.

Keine weiteren Aktionen geplant

Das Ausmass des Erfolgs habe wohl auch die Leute überrascht, die wegen ihres «rüden Umgangstons» angesprochen gewesen seien, sagte Zapfl weiter. Vorläufig plant Alliance F keine weiteren Aktionen zur Unterstützung Widmer-Schlumpfs. «Wir schauen jetzt einfach von Geschäft zu Geschäft, wie es läuft.» (SDA/hhs)

Mehrzahl der Kantonalsektionen für Rauswurf

BERN – Die meisten SVP-Kantonalparteien verlangen, dass die SVP Graubünden Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ausschliesst. Kommt die Sektion Graubünden dieser Aufforderung nicht nach, soll sie aus der SVP Schweiz ausgeschlossen werden, droht letztere. Klar für den Parteiausschluss von Widmer-Schlumpf und allenfalls der Sektion Graubünden sind die Kantonalparteien von Zürich, Genf, Tessin, St. Gallen, Aargau, Luzern, Schwyz, Obwalden, St. Gallen und Wallis. In die gleiche Richtung stossen die Sektionen von Nidwalden, Uri und Zug. Noch nicht offiziell entschieden haben einige weitere Sektionen. Überall aber empfehlen die Vorstände, der Mutterpartei zu folgen; nämlich in den Kantonen Schaffhausen, Thurgau, Neuenburg, Waadt, Jura und Appenzell Ausserrhoden. Der Vorstand der Kantonalpartei Bern will sich heute dazu äussern – Blick.ch wird Sie auf dem Laufenden halten. Die Geschäftsleitung der SVP Graubünden widersetzt sich einstimmig dem Ultimatum der Mutterpartei. (SDA)