12'000 für Widmer-Schlumpf

  • Publiziert: 11.04.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Die Solidaritäts-Demo für Eveline Widmer-Schlumpf in Bern ist ein Riesen-Event. «Ich werde mich mit aller Kraft für euch alle einsetzen», versprach die Bundesrätin.

Bereits vor dem Beginn der Kundgebung war der Bundesplatz in Bern gedrängt voll. Unterdessen demonstrieren über 12000 Personen auf dem Bundesplatz in Bern für SVP-Bundesrätin Eveline Widmer- Schlumpf. Sie protestieren auch gegen die politische Kultur der SVP. Der Bundesplatz war gerammelt voll, bis in die Seitengassen hinein.

Um 15 Uhr trat die Bundesrätin selbst unter grossem Applaus auf die Rednerbühne. Gerührt und überwältigt bedankte sie sich in allen vier Landessprachen für die Unterstützung. Sie könne diese in den «nicht leichten Tagen» gut gebrauchen, sagte die Bundesrätin.

«Ich werde mich mit aller Kraft für euch alle einsetzen», versprach Widmer-Schlumpf. «Sie sind nicht nur wegen mir hier, sondern weil wir uns alle dagegen wehren, wenn demokratische Werte in Frage gestellt werden und wenn Grenzen im Umgang miteinander überschritten werden.»

Die Demonstrierenden stünden ein für die Werte der Meinungsfreiheit, der Toleranz, des Respektes und des Anstandes, hielt Widmer-Schlumpf fest. Rosmarie Zapfl, Präsidentin von «alliance f», zeigte sich ebenfalls überwältigt von der Menschenmenge.

Unter den Rednerinnen und Rednern waren die neben Zapfl, die ehemalige Bundesratskandidatin der Grünen, Leni Robert, CVP-Präsident Christophe Darbellay sowie die ehemalige Nationalrätin Cécile Bühlmann (Grüne), die bekannte: «Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich einmal für eine SVP- Bunderätin auf die Strasse gehe.»

Die Mehrheit der Demonstrierenden waren Frauen, aber auch viele Männer fanden sich auf dem Bundesplatz ein. Neben bunten Ballonen führten manche Transparente mit. Auf einem Plakat stand «SVP durchschauen: Die sind doch nur gegen Frauen». Eine Gruppe Frauen schwenkte Bündner Fahnen.

Die Organisation «alliance f» und die Dachverbände der Schweizerischen Frauenorganisationen hatten zu dieser Veranstaltung aufgerufen. Über 100000 unterschrieben bis am Freitag auf der Website der Organisation eine Protestnote.

Sie wollen die SVP-Bundesrätin Eveline Widmer- Schlumpf unterstützen. Ihre eigene Partei hatte ihr ein Ultimatum gestellt, bis heute aus der Partei auszutreten. Widmer-Schlumpf hat das von Anfang an abgelehnt. (SDA/snx)