
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Die Initianten der Anti-Minarett-Initiative begründen ihr Anliegen mit der «Islamisierung unserer Gesellschaft», die es aufzuhalten gelte. Bestehende Minarette müssten aber nicht abgebrochen werden.
Für Nationalrätin Jasmin Hutter (SVP/SG) ist klar: Minarette seien keine religiösen Symbole, sondern Zeichen eines politischen Machtanspruches. Die Initiative liege ihr aber auch als Frau besonders am Herzen. «Keine Frau kann den Umgang der muslimischen Männer mit ihren Frauen tolerieren. Das ist Unterdrückung pur», sagte Hutter heute in Bern.
Ratskollege Walter Wobmann (SVP/SO), Vorsitzender des «Egerkinger Komitees», erinnerte daran, dass es in islamischen Ländern Tausende Moscheen ohne Minarette gebe. «Ein Verbot verstösst somit nicht gegen die Religionsfreiheit.» Die rund 350000 in der Schweiz lebenden Muslime hätten ihren Glauben immer völlig frei ausüben können.
Bereits bestehende Minarette, wie beispielsweise jenes in Genf (siehe Bild rechts), müssten bei einer Annahme der Initiative nicht abgebaut werden, sagte Wobmann weiter. «Unsere Initiative ist zukunftsgerichtet und gilt nur für geplante Projekte.»
Natiolalrat Dominique Baettig (SVP/JU) deutet den Bau eines Minaretts als Zeichen der Integrations-Verweigerung. «Die Freiheiten, die wir uns angeeignet haben, sind dadurch bedroht», sagte er. Ausgehöhlt würden sie bereits jetzt. Als Beispiele nannte er spezielle Öffnungszeiten der Schwimmbäder für Frauen.
Mitinitiant Ulrich Schlüer (SVP/ZH) betonte, dass die Initiative die Religionsfreiheit vollumfänglich respektiere. Muslime könnten ihre religiösen Bräuche schliesslich auch in einer Moschee ohne Minarett ausüben. «Die Religionsfreiheit wäre erst dann eingeschränkt, wenn die Moscheen verboten würden.» (SDA)
play
Blick vom Innenhof auf das Minarett der Grand Mosquée in der Genfer Gemeinde Petit-Saconnex. (Keystone)