Schock für Fans SRF killt das Online-Jassspiel

Erst hat Monika Fasnacht (52) als Moderatorin ausgespielt, und jetzt stellt SRF noch den Online-«Samschtig Jass» ab. Die Fan-Gemeinde ist empört.

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«Einige Konzeptanpassungen» seien bei der beliebten «Samschtig Jass»-Sendung nötig, sagte das SRF vor zwei Wochen. Rolf Tschäppät, Bereichsleiter Comedy und Quiz bei SRF: «Es ist wichtig, auch bewährte Sendungen immer wieder zu hinterfragen.» Die wichtigste Änderung: Monika Fasnacht (52) gibt die Moderation der legendären Sendung auf den 1. Juli 2017 ab (BLICK berichtete). Jetzt übernimmt Roman Kilchsperger (46) – die nächste «Kilchspergers Jass-Show» wird am 7. Januar 2017 ausgestrahlt.

Eine weitere Hiobsbotschaft trifft die Fans des nationalen Kartenspiels schon früher. Und sorgt für grossen Frust: SRF stellt per 1. Januar das beliebte «Samschtig Jass»-Onlinespiel ein – sowohl die Einzel- wie die Mehrspieler-Version. Ein Vermerk steht seit kurzer Zeit auf der entsprechenden SRF-Website.

Riesige Wut der Jasser

«So kurz vor Weihnachten ist das doch unverständlich», schreibt Online-Jasser Hans H.* BLICK. Für viele ältere und auch einsame Leute sei die Plattform eine sehr gute Möglichkeit, sich mit gleichgesinnten Leuten auszutauschen. Die Jass-Kameradschaft funktioniert eben auch am virtuellen Tisch.

«Ist das noch Service public?», fragt sich der Online-Jasser jetzt. Er habe übers Wochenende beim Spielen sicher hundert Reklamationen gelesen. «Überall grosse Enttäuschung, Traurigkeit, Empörung und Kritik an SRF», berichtet H.

Für ihn ist klar: Die Jass-Gemeinschaft müsse nun den Bundesrat einschalten. Kompetent schreibt er seinen Freunden: «Zuständig für SRF ist ja die neue Bundespräsidentin Doris Leuthard.»

«Jass-Game ist nicht SRF-Kernauftrag»

SRF hat gegenüber BLICK Stellung genommen: «Es entspricht nicht dem Kernauftrag von SRF, unterhaltende Online-Games zu produzieren und bereitzustellen. Wir haben deshalb entschieden, weniger Mittel in solche Begleitprodukte zu investieren und das Online-Jassspiel nicht weiter zu betreiben», sagt Mediensprecherin Corinne Bauer.

Immerhin ist wenigstens die SRF-Jass-App nun in den Händen eines neuen Betreibers. Doch die hiesigen Jassfreunde sind mit dieser Lösung nicht zufrieden. «Die ist überhaupt kein guter Ersatz!», sagt H. weiter. Zur Kritik sagt das SRF, dass für Rückmeldungen neu Swisslos zuständig sei. (bih/pma)

*Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 24.12.2016 | Aktualisiert um 14:34 Uhr
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9 Kommentare
  • Michael  Gasser 25.12.2016
    Es gibt und gab vor SRF ja durchaus andere Onlinejassangebote.
    SRF hat zusammen mit dem Hersteller in den vergangenen Jahren den Markt nach Belieben ausgelöscht oder beschränkt.
    Stell dir vor, SRF berichtet über eine Bäckerei und bietet fortan Brot für alle an.
    Genau gleich wie beim Jass würden derart viele Menschen ihr Brot fortan bei SRF abholen und die meisten Bäckereien wären weg.
    Es ist nicht Kernauftrag von SRF die kulturelle Vielfalt zu beschränken.
  • Hans  Hübscher aus Wohlen
    25.12.2016
    SRF will das beliebte Jassgame anfangs Jahr abschalten. Diese Nachricht ist für viele ältere, kranke oder einsame Leute eine schlechte Nachricht. Diese Ankündigung so kurz vor Weihnachten ist wenig sensibel, eher dilettantisch, ja arrogant. SRF hätte wohl andere Möglichkeiten zu sparen. Ist das noch Service Public? Bald geht es ja um Billaggebührenabstimmung. Man darf gespannt sein. Konsumenten sollte man nicht verärgern. Gemäss Aarg Zeitung gibt es immerhin 40000 eingeschriebene Jasser!
  • Ulrich  Hirter 25.12.2016
    bin selber online-jasser und habe mich beschwert, warum mein "Partner" (PC) seine Böcke nicht spielt? Beispiel: "Partner" trumpft "undenufe" - spielt aber die 6 nicht obwohl in der Hand. Oder "obenabe" mit Wys, spielt auch hier die Böcke nicht. Die Antwort meiner Beschwerde/Anfrage hiess: man kenne das Problem und arbeite daran, es werde bei Sitzungen thematisiert. NICHTS ist passiert.... der Wechsel zu "Bluewin-Online-Jass" beschert das selbe Problem. Spiele nun öfter "Differenzler".
  • Walter  Freimann aus Zürich
    25.12.2016
    Das Ganze steht doch in einem viel grösseren Kontext. Das SRF hat grosse Angst vor der No-Billag-Initiative und stellt nun beliebte Angebote ab, um den Leuten Angst zu machen und zu vermitteln, dass noch viel mehr verschwinden würde. Statt endlich sauteure Sendungen wir Musicatars, Kampf der Chöre und ähnlichen Blödsinn abzustellen. Dazu verdienen immer noch viele Moderatoren über 400000...
  • Max  Marillo 25.12.2016
    Viele dieser empörten Jasser motzen vermutlich sonst das ganze Jahr über die Billag. Absolut richtig, dass diese Plattform in private Hände geht, das hat mit Service Public rein gar nichts zu tun und ist definitiv nicht Aufgabe des SRF.
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