Steuerstreit SBVg-Chef bezeichnet Übernahme von UBS-Kunden als "unverständlich"

  • Publiziert: 11.02.2012

BERN - BE - Der Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), Patrick Odier, hat es als "unverständlich" bezeichnet, dass gewisse Schweizer Banken nach dem Fall UBS noch deren Kunden übernahmen.

Dies sagte er in einem Interview gegenüber der "Neuen Zürcher Zeitung" und "Le Temps". Sollte sich die Anklageschrift gegen die Bank Wegelin bewahrheiten, so habe diese "ganz klar im Widerspruch zur Strategie des Finanzplatzes gehandelt". "Institutionen, die sich falsch verhalten haben, müssen dafür auch die Verantwortung übernehmen", sagte Odier.

Doch man dürfe nicht alle 300 Banken in den gleichen Topf werfen. Im Allgemeinen habe man den Ernst der Lage erkannt. "Die Einsicht setzt sich durch, dass es für eine Firma, die im Graubereich arbeitet, keine Zukunft gibt", sagte Odier.

Er sei ausserdem überzeugt, dass es den USA nicht in erster Linie um die Banken gehe. Die Amerikaner wollten einfach zu ihrem Recht und zu ihren Steuern kommen. "Das müssen wir akzeptieren - sofern die Grenzen vom Rechtsstaat gesetzt werden", sagte Odier.

Deshalb müsse der Nationalrat unbedingt in der nächsten Session den Zusatzbericht zum neuen Doppelbesteuerungsabkommen autorisieren. "Sonst wird die Situation eskalieren". Zu einer Datenlieferung per Notrecht dürfe es nicht kommen. (SDA)

Kommentare (4)

  • Hans  Plüss
    Herr Odier als Präsident der Bankiervereinigung zeigt, dass er noch lange kein Experte ist und sollte das Maul halten. Zuviele Köche verderben nur den Brei und jeder weitere Senflieferant ist einer zuviel.
    • 11.02.2012
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  • Karl  Liniger , Cham
    Diese ganze Geschichte wird dem schweizer Steuerzahler sehr teuer zu stehen kommen. Aber warum sollten wir dafür Steuern zahlen? Wenn ALLE die Steuern nicht bezahlen.....
    • 11.02.2012
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  • Urs  Hagen , Baar
    Dieser Graubereich ist doch geschaffen worden weil das Bankgeheimnis aufgeweicht wurde. Geheimnisse sind keine Graubereiche sondern Geheimnisse. Banken die nachher die Kunden übernommen haben sind Banken mit Rückgrat die nicht einfach langjährige Kunden im Regen stehen lassen. Wir sind doch einfach erpressbar geworden weil die Kette ein faules Glied hatte, dieses faule Glied hätte man von Anfang an eliminieren sollen. Wenn irgend ein ausländischer Finanzminister schreit gehen unsere Weichkäsepolitiker in die Knie, wenn die USA schreit, küssen sie die Füsse. Ich denke die Schwarzgelder werden in Zukunft von anderen Staaten übernommen, es gibt ja auch noch ein paar aufstrebende auf dieser Welt.
    • 11.02.2012
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  • Fred  Bartlome
    Herr Odier haette sich seinerzeit dafuer Einsetzen sollen, dass so etwas nicht haette passieren koennen, bekannt waren ja damals schon die Tatsachen und selbst die involvierten Banken wurden mit Namen in der Presse genannt. Diese verspaetete Aussage haette jeder Trottel machen koennen, inklusive meiner Wenigkeit, machen koennen.
    • 11.02.2012
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