Syrien Russen und Chinesen blockieren trotz neuer Gewalt Syrien-Resolution

Nikosia – Trotz neuer Berichte über Dutzende Tote allein in einer Nacht zuvor bleibt der Weltsicherheitsrat in der Syrien-Krise auch weiterhin stumm. Mit einem Doppelveto brachten Russland und China am Samstag eine von einer breiten Mehrheit unterstützte Resolution zu Fall.

  • Publiziert: 04.02.2012

Die anderen Staaten zeigten sich entsetzt. "Wir haben so viel versucht, um einen Kompromiss zu finden", sagte Marokkos UNO-Botschafter Mohammed Loulichki. Er hatte den von Arabern und Europäern unterstützen Entwurf vorgelegt und auf russisches Drängen immer wieder abgeschwächt.

US-Aussenministerin Hillary Clinton zeigte sich empört über das Veto Russlands und Chinas: "Es ist Zeit, dass wir uns erklären: Sind wir für Frieden und Sicherheit oder werden wir Komplizen bei fortgesetzter Gewalt und Blutvergiessen sein?" Sie sei enttäuscht über das Doppelveto: "Ich möchte Sie fragen: Was müssen wir denn noch wissen, um im UNO-Sicherheitsrat entschlossen zu handeln?"

Ähnliche äusserte sich der britische Aussenminister William Hague. Es stelle sich die Frage, "wie viele Menschen noch sterben müssen, bis Russland und China dem UNO-Sicherheitsrat erlauben zu handeln". Anstatt die syrische Bevölkerung zu unterstützen, hätten die beiden Vetomächte sich auf die Seite des "brutalen Regimes" von Syriens Präsident Baschar al-Assad gestellt, beklagte Hague.

Russland und China wehrten sich gegen die Vorwürfe; "Wir bedauern diesen Ausgang", sagte Russlands Botschafter Witali Tschurkin. "Aber dieser Entwurf war unausgewogen." Russland habe einen Kompromiss finden wollen. "Aber diese Versuche wurden von Ländern unterlaufen, die zu viel wollten, sogar einen Regimewechsel."

Chinas Botschafter Li Baodong forderte ein Ende der Gewalt, sagte aber auch: "Die Ordnung in Syrien muss so schnell wie möglich wieder hergestellt werden." Syriens Souveränität müsse unangetastet bleiben.

Russland und China haben bislang jede Kritik am Waffenkunden Syrien unterdrückt. Vor genau vier Monaten hatten beide Staaten schon einmal ihr Veto gegen eine Syrien-Resolution eingelegt, wurden dabei aber noch von einigen anderen Staaten unterstützt. Diesmal stimmten alle 13 anderen Länder für die Resolution.

Unmittelbar vor der Abstimmung im Weltsicherheitsrat erlebte das Land die blutigsten Kämpfe seit Beginn des Aufstandes vor elf Monaten. Bei einem stundenlangen Beschuss von Wohnvierteln mit Panzer- und Mörsergranaten waren in der Rebellenhochburg Homs mindestens 260 Menschen getötet und weitere 1000 verletzt worden, wie Aktivisten aus der belagerten Stadt berichteten. (SDA)

Kommentare (4)

  • Max  Brüllhardt
    so so Hilary zeigt sich empört... man erinnere sich: die USA bombardieren willkürlich vermutete Ziel in Pakistan und wo noch. Dabei kommen unzählige Menschen ums Leben. Was für eine Heuchelei
    • 05.02.2012
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  • Hans  Telmo , Freienbach
    Es gibt Radiosender, welche behaupten, die Meldung über die Toten sei reine Fantasie und strategisches Hilfsmittel.
    Ich glaube kaum, dass Syrien so agressiv gegen die Bevölkerung vorgeht, es fehlen Beweise. Im Krieg wird gelogen, dass sich die Balken biegen.
    • 04.02.2012
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  • Renato  Mastel
    Wie lange wollen die Pro-Staaten der Unoresolution dem Morden noch zuschauen?Wann endlich hebeln sie die Russen aus!Eine Schande,ihr Feiglinge,nur weil euch das Hemd näher ist,wie der Mut!
    • 04.02.2012
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  • Rolf  Hess , Münchenbuchsee
    Wie lange darf dieser Massenmörder noch auf sein Volk schiessen lassen, bevor er von den anderen sanktioniert wird? Nicht so, wie dies jetzt geschieht. So, wie das mit dem Aegypter und dem Libyer gemacht wurde. So, meine ich. Aber wenn ihm die Russen und die Chinesen zur Seite stehen, traut sich Niemand so richtig einzugreifen. Diese zwei sind die grossen Waffenlieferanten für Syrien.
    Da will sich wohl keiner die Hände schmutzig machen. Weil Syrien einfach zu wenig Oel exportiert, ist es auch nicht interessant. So feige ist die Welt.
    • 04.02.2012
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