Tragischer Olympia-Auftakt Rodler stirbt nach Horror-Crash

  • Publiziert: 12.02.2010, Aktualisiert: 10.02.2012

WHISTLER – Der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili ist nach einem Horror-Sturz im Abschlusstraining seinen schweren Verletzungen erlegen.

Die Olympischen Spiele in Vancouver erleben noch vor der Eröffnungsfeier eine Tragödie. Der Rodler Nodar Kumaritaschwili wird im Abschlusstraining bei Tempo 144 kurz vor dem Ziel aus der Bahn geschleudert und prallt mit dem Hinterkopf gegen einen ungeschützten Stahlträger.

Die sofort eingeleiteten Reanimierungsmassnahmen bleiben erfolglos. Der Georgier erliegt später seinen schweren Verletzungen. Kumaritaschwili wird nur 21 Jahre alt.

Das Training wird nach dem Unglück sofort abgebrochen. Davor hat auch der Schweizer Stefan Höhener zwei Testläufe in der Eisrinne absolviert.

Der Eiskanal stellt für die Athleten eine besondere Herausforderung dar. Schon beim Weltcup-Final 2009 und bei der internationalen Trainingswoche zu Beginn des Olympiawinters ist es immer wieder zu Stürzen gekommen.

Der Hochgeschwindigkeitskurs ruft selbst bei den Besten der Zunft grossen Respekt hervor, die Angst vor schweren Stürzen fährt bei der Medaillenjagd immer mit. Jetzt wird heftige Kritik an der zu schnellen Bahn laut. Zu spät für Kumaritaschwili.

«Es ist sehr dumm gelaufen. Das ist halt Rennsport, die Geschwindigkeit ist hoch, die Energie gross. Es müsste nicht passieren, aber es trifft manchmal ein. So etwas kann nie ausgeschlossen werden», sagt der Schweizer Trainer Reto Gilly nach dem Horror-Sturz.

Bezüglich der Frage, ob alle nötigen Sicherheitsmassnahmen getroffen worden seien, will sich Gilly, notabene ein ehemaliger Aktiver, nicht auf die Äste rauslassen. Sollte schwächeren Athleten auf solch einer schwierigen Bahn der Start untersagt werden, braucht es härtere Selektionen?

Gilly: «Dieses Schicksal hätte auch einen besseren Fahrer ereilen können.» Den verstorbenen Kumaritaschwili kannte er nicht näher.

Für ihn als Schweizer Cheftrainer gehe es nun darum, sich um seine Athleten Stefan Höhener und Martina Kocher zu kümmern.

«Stefan dürfte das etwas bessere Nervenkostüm haben. Martina wird diese Sache wohl eher verfolgen. Aber zum Glück können wir ja im Olympischen Dorf bei Swiss Olympic professionelle Hilfe eines Sportpsychologen anfordern. Ich habe einen entsprechenden Antrag in die Wege geleitet.»

Ob das Männer-Rennen wie geplant in der Nacht auf Sonntag (2 Uhr MEZ) lanciert werden kann, weiss Gilly noch nicht. (Si/msc)

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