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Der neue Regierungschef hat in seinem Wahlkampf immer wieder versprochen, er werde das Abfallproblem in Neapel mit oberster Priorität angehen.
Passiert ist bisher nichts. Im Gegenteil. Inzwischen liegen 5000 Tonnen Müll offen herum in der Stadt. Die frustrierten Einwohner haben damit begonnen, die Abfallberge anzuzünden. Allein in der Nacht auf gestern löschte die Feuerwehr 90 Brände.
Ein Spiessrutenlauf. Immer wieder werden die Feuerwehrleute von erzürnten Anwohnern behindert und sogar mit Steinen beworfen.
Die Feuersbrünste sind auch gefährlich: Dioxin wird freigesetzt. Bereits diskutiert Neapel über eine Schliessung des Schulbetriebs.
Heute hält die neue rechtskonservative Regierung unter Silvio Berlusconi wie angekündigt in Neapel ihre erste Kabinettssitzung ab.
Der Regierungschef versprach den Neapolitanern, mehrere Tage pro Woche in der Stadt zu verbringen, bis das Abfallproblem nachhaltig gelöst sei. Zu diesem Zweck mietete er in einem Hotel gleich ein ganzes Stockwerk.
Berlusconi wolle in der Region Kampanien ein Dutzend Standorte für den Bau neuer Mülldeponien bestimmen, schreibt die Zeitung «Repubblica».
Rund um Neapel türmen sich inzwischen weit über 100 000 Tonnen Güsel. Geplant ist, die ganzen Abfallberge mit mehreren Zügen zur Verbrennung nach Deutschland zu transportieren, sagte Pasquale Losa, der Chef des für die Müllabfuhr in Neapel zuständigen Unternehmens Asia.
Während des Wahlkampfs hatte Berlusconi den Präsidenten von Kampanien und früheren Bürgermeister von Neapel persönlich stark angegriffen. Jetzt sagt Antonio Bassolino im «Repubblica»-Interview, er hoffe, Berlusconi habe Erfolg. Neapel gehe sonst zugrunde.
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