Sponsored Content Pornographie im Netz

„Medienkompetenz zu vermitteln ist das gleiche, wie den Kindern beizubringen, über die Strasse zu gehen – nur in digitaler Form.“

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Neulich traf ich einen angehenden Lehrer, der bewusst digitale Abstinenz lebt. Dass viel Unterrichtsmaterial in seinem Studium digital vermittelt wird, stört ihn. Zeitung liest er analog. Profile auf sozialen Medien hat er keine. Ich finde das beeindruckend und begrüsse die Geradlinigkeit, aber: als Lehrer ist es seine Pflicht, digitale Medien in den Unterricht miteinzubinden – mit all ihren Vor- und Nachteilen. Medienkompetenz ist eine allgegenwärtige Sprache, die gelernt werden will.

Der Lehrplan21 wird momentan in verschiedenen Kantonen eingeführt. Damit wird Mediennutzung einen gewichtigeren Platz im Schulzimmer bekommen. Studien belegen, dass die Hälfte aller Primarschüler und fast alle Jugendlichen heute in der Schweiz ein Handy haben. Wenn Eltern den Zugriff ins Internet nicht gesperrt haben, können die Kinder alles Mögliche suchen und alles Unmögliche finden.

Ab diesem Moment braucht es Sensibilisierung. Das Problem: Solange sich Lehrkräfte hinter einem generellen Handyverbot verstecken und behaupten, sie hätten damit Ihre Schuldigkeit getan, gibt es noch Nachholbedarf. Das Phänomen von Porno-Seiten, die mit zwei Klicks erreichbar sind, muss in einem zeitgemässen Stoff-Plan an einer Mittel- oder Oberstufe Thema sein. Genau so das Spielen von Gewalt-Spielen, Hass-Seiten links- oder rechtsradikaler Gruppierungen, Webseiten, die Magersucht schönreden.

Nicht als Angstmacherei, sondern weil unsere Kinder mit dem Verkehrspolizisten in der Schule auch lernen, wie  sie richtig über die Strasse gehen. Medienkompetenz ist das gleiche, nur in digitaler Form.

Es ist nötig, Klarheit über die Mechanismen zu schaffen und unsere Lehrkräfte , sich aktiv mit den Smartphones und Tablets der Schülerinnen und Schüler auseinander zu setzen. Und vielleicht auch offen über Pornoseiten zu sprechen.
 

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„Medienkompetenz zu vermitteln ist das gleiche, wie den Kindern beizubringen, über die Strasse zu gehen – nur in digitaler Form.“ - Michael In Albon (42), er ist Jugendmedienschutz-Beauftragter und Medienkompetenz-Experte bei Swisscom.

Facebook: facebook.com/MichaelInAlbon
Twitter: @michaelinalbon

Publiziert am 04.11.2016 | Aktualisiert am 04.11.2016

Michael In Albon spricht zu diesem Thema an den Swiss Education Days:

Besuchen Sie die Messe an der BernExpo am 8. November in Bern

www.swiss-education-days.ch

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