Wegen 3 Bildern Polizei erschiesst 15-jähriges Mädchen

  • Aktualisiert um 17.33 Uhr

PORT-AU-PRINCE – Mehr als eine Woche nach dem verheerenden Beben versuchen Polizisten den Plünderern Einhalt zu gebieten – und verursachten eine Tragödie.

Als Fabienne Geismar (15) durch einen Kopfschuss tödlich getroffen auf ihre gestohlenen Bilder sackte, hielt sie noch immer einige haitianische Dollar in der Hand.

Ein Passant, der sich nicht um ihr Blut, das in einem Bach die Strasse hinunterlief, scherte, löste die Geldscheine aus Fabiennes Hand und machte sich auf und davon, berichtet «Times Live».

Was vor ihrem Tod genau vorgefallen ist, ist noch nicht vollständig geklärt. Sicher ist: Die 15-Jährige befand sich mit ihrem Vater und zwei Geschwistern an einem Ort, an dem geplündert wurde. Fabienne soll auf dem Dach eines eingestürzten Warenhauses gestanden haben.

Querschläger oder gezielter Schuss?

Einige Medien berichten, dass sie drei Bilder gestohlen habe – die auch auf dem Foto zu sehen sind, das nach ihrem Tod geschossen wurde. Ein Polizist habe die Plünderer auseinandertreiben wollen, soll Schüsse in die Luft abgegeben haben. Eine Kugel traf Fabienne Geismar tödlich.

Noch ist nicht klar, ob ein Warnschuss zum Querschläger wurde, oder ob der Polizist gezielt auf die Schülerin schoss. Osam Geismar, ihr verzweifelter Vater sagte später: «Ich bin mir sicher, dass es Absicht war.» Unter den Augen der weinenden Mutter Armante lud der Vater seine Tochter auf einen Karren und brachte sie nach Hause. (num)

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