Zwei Fehler auf einem Stimmzettel Zuger entscheiden über «Entlassungsprogramm»

Auf dem Stimmzettel des Kantons Zug finden sich gleich zwei Fehler. Nicht die erste Panne vor dem Urnengang vom 27. November.

Kanton Zug schreibt Stimmzettel falsch: «Entlassungsprogramm» wählen play

Entlassung oder Entlastung? Freudscher Verschreiber auf Zuger Stimmzettel.

Twitter.com/FlohEinstein

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Der Kanton Zug muss sparen. Als wollte der Kanton die Dringlichkeit des Sparpakets untermauern, hat er auf dem Abstimmungszettel bereits damit angefangen und die beiden Buchstaben B und E gespart: Anstelle von «Rahmenbeschluss» steht dort das Wort «Rahmenschluss». Zudem ist vom «Entlassungsprogramm» anstatt vom «Entlastungsprogramm» die Rede.

Entdeckt hat die Fehler der Zuger Piratenpolitiker Florian Mauchle. Doch wie konnte das passieren?

Der zuständige Finanzdirektor Heinz Tännler klärt in der «Zuger Zeitung» auf: Ein Mitarbeiter der Druckerei habe die bereits abgesegnete und mehrfach kontrollierte Vorlage von Hand abgetippt, anstatt das Dokument digital zu konvertieren. «Bei diesem Vorgang ist der Fehler passiert», so Tännler. 

Regierung übernimmt die Verantwortung 

Nach der Panne in der Druckerei versagte auch das Mehr-Augen-Prinzip: Vier kantonale Angestellte übersahen die Fehler bei der finalen Kontrolle. «Wo viel gearbeitet wird, geschehen Fehler», sagt der Finanzdirektor. Er will mit dieser Aussage aber nichts entschuldigen: «Die Panne ist eine Katastrophe und hätte nicht passieren dürfen.»

Zumal die falsche Formulierung den Gegnern des Sparpakets in die Hände spielen könnte. Von einem Entlassungsprogramm könne aber nicht die Rede sein, hält Tännler fest. «Es wird zu keinen Entlassungen kommen», betont er.

Nicht die erste Panne in Zug

Die Abstimmung wird denn auch nicht verschoben. An einer ausserordentlichen Sitzung am Montag hat der Regierungsrat stattdessen entschieden, sämtliche 76'500 Zuger Stimmberechtigten per Brief zu informieren.

Es ist nicht die erste Panne, die der Zuger Regierung beim Versand von Abstimmungs- und Wahldokumenten unterlaufen ist. Bei den Regierungsratswahlen im Jahr 2014 mussten fast zehn Prozent der Stimmzettel für ungültig erklärt werden – wegen missverständlicher Unterlagen.

Auch in Graubünden lief es schief

Doch Zug kann sich trösten: Auch andernorts kommt es immer wieder zu Abstimmungspannen: So gingen in der Gemeinde Domat/Ems in Graubünden die Unterlagen zur eidgenössischen Vorlage vergessen. Dort erhalten alle Stimmberechtigten bis Ende Woche die Botschaft und Stimmzettel für die Atomausstiegs-Initiative der Grünen nachgeliefert.

Und wir als Journalisten wissen natürlich nur all zu gut, wie schnell ein Verschreiber passiert ist. (sf)

Publiziert am 02.11.2016 | Aktualisiert am 03.11.2016
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  • Fritz  Meier aus Baar
    02.11.2016
    Zug muss sparen. Wohin auch immer der Druckauftrag vergeben wurde, aus der Verwaltung muss das "gut zum Druck" kommen. Viele Stimmcouverts landen aber eh im Abfall, denn sie lassen sich nur ganz schlecht verschliessen. Sie müssen befeuchtet werden - oral oder wie auch immer. Viele Zuger ekelt das Zukleben der Stimmcouverts an - ganz egal ob der Text korrekt ist oder nicht.
  • Rolf  Fritz 02.11.2016
    Die Erstellung der Stimmzettel wird man auch nach Fernost vergeben haben (outsourcing)
  • Mike  S. aus Winterthur
    02.11.2016
    Ich bin mir sicher: Der Kanton hat einen ganzen Blumenstrauss an Prozessen und Qualitätframeworks, alle komplett wertlos und nur um ein paar unnötige Stellen zu befeuern.
  • Walter   Gabriel 02.11.2016
    Schade wurde der Beamtenstatus abgeschafft, jetzt kann man nicht mal einen Witz über die vier schlafenden "Beamten" machen.
  • Heinz  Wun 02.11.2016
    Herr Tännler wieso geben Sie der Druckerei die Schuld?
    Der Text wir zuerst abgesetzt und dann erhalten Sie das Gut zum Druck.
    Nach der Freigabe des Gut zum Druckes, wird an den Daten nichts mehr gemacht.
    Also haben Sie das Gut zum Druck nicht richtig kontrolliert!
    Nicht die Druckerei sondern die kantonalen Angestellten haben den Fehler gemacht.
    Stehen Sie doch einfach dazu und suchen Sie nicht immer Ausreden