Yvonne Feri zum Tag der Frau Hier werden Schweizer Frauen diskriminiert

Heute ist internationaler Frauentag. Ex-SP-Frauenpräsidentin Yvonne Feri sagt, in welchen Bereichen Frauen heute immer noch diskriminiert werden – auch in der Schweiz.

Yvonne Feri, Nationalrätin play
«Mehr Lohn»: SP-Frauen-Präsidentin Yvonne Feri sagt, Frauen werden beim Lohn diskriminiert. Christian Lanz

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1. Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt: Frauen sind auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor mit grossen Hürden konfrontiert. Es gibt in der Schweiz zu wenig Kinderbetreuungsplätze, Tagesstrukturen fehlen und Frauen verdienen deutlich weniger als Männer. Weil Familie und Beruf so schwer zu vereinen sind und Männer nach wie vor oft die Machtpositionen besetzen und gut vernetzt sind, ist es für Frauen schwer, bis in die oberen Etagen zu gelangen.

2. Armut im Alter: Im Alter sind Frauen stärker von Armut betroffen als Männer – dies hat mit der Erwerbsbiographie einen direkten Zusammenhang. Weniger Lohn, Tieflohnbranchen, Teilzeitarbeit und Erwerbsausfälle aufgrund von Mutterschaft führen zu tieferen AHV- und BVG-Renten.

3. Sexuelle Gewalt und Sexismus: Frauen erfahren viel zu häufig sexuelle Gewalt. Jede fünfte Frau in der Schweiz erlebt in ihrem Leben mindestens einmal sexuelle Übergriffe. Hinzu kommt die symbolische Abwertung: Nicht nur Autos, sondern beinahe jedes Produkt wird mit nur leicht bekleideten Frauen verkauft. Die Körper von Frauen werden sexualisiert und Frauen stereotypisiert.

4. Gratis-Arbeit: Frauen leisten in der Schweiz jedes Jahre mehrere Milliarden Stunden Care-Arbeit, sprich Betreuungs-, Pflege- und Hausarbeit. Mehrheitlich ist das Kinderbetreuungsarbeit und fast immer ist diese Arbeit unbezahlt. Wenn Care-Arbeit bezahlt wird, dann oft nur schlecht. Es fehlt die gesellschaftliche Anerkennung für diese Arbeit, die immerhin 20 Prozent aller in der Schweiz geleisteten Arbeit ausmacht.

5. Fehlende Repräsentation: Frauen haben erst vor 45 Jahre das Stimmrecht auf nationaler Ebene erhalten. Bis heute sind politische Gremien von Männern dominiert: Gerade mal 32 Prozent beträgt der Frauenanteil im Nationalrat. Bei einzelnen Parteien wie beispielsweise der SVP sinkt er gar auf unter 20 Prozent. Auch in kantonalen Parlamenten sind Frauen durchschnittlich nur zu einem Viertel vertreten.

Publiziert am 08.03.2016 | Aktualisiert am 08.03.2016
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Das sagen Frauen zum Internationalen Frauentag «Früher hätte man uns den Mund zugeklebt!»

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3 Kommentare
  • Ann Sophie   Leopoldsky aus Zürich
    08.03.2016
    Es gibt fuer junge Frauen nichts diskriminierenderes als permanent als schutzbeduerftig und schwach dargestellt zu werden - und das von Frauen.
    • Salome  Fröse 09.03.2016
      Richtig ! Und Männer werden auch noch permanent Diskriminiert. Wann härt dieser schwachsinn endlich mal auf ????
  • jürg  frey aus teufen
    08.03.2016
    Ok, mit der Lohngleichheit, dass ist so eine Sache. Ich bin voll dafür dass gleiche Leistung mit gleichem Lohn abgegolten wird unabhängig vom Geschlecht. Aber die Leistung muss dann auch gleich sein. Ist er -oder sie besser, gibts halt mehr, dass ist auch richtig so. Die Betriebe werden sich aber 2x überlegen ob bei einem Gesetz nicht besser der Lohn des Mannes nach unten korrigiert wird als der von Frau nach oben. Ist doch logisch, auch mal so überlegt?