Korruptionsdaten oder Cyber-Krieg Worum gehts in der Geheimdienst-Affäre?

Bundesanwalt Michael Lauber sagte gestern, die nationale Sicherheit unseres Landes sei in Gefahr gewesen. Hatte der Geheimdienst Informationen über einen Cyberkrieg zwischen den USA und Iran? Sicherheitsexperte Albert A. Stahel könnte sich dies durchaus vorstellen.

  • Publiziert: 28.09.2012
  • Von Karin Müller
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Satellitenabhörsystem Onyx des Nachrichtendienstes des Bundes

Welche Informationen oder Daten sind so gefährlich für unser Land?

Der Strategie- und Sicherheitsexperte Albert A. Stahel nennt zwei mögliche Szenarien: «Die Schweiz hat Informationen über das Ausmass der Korruption eines ausländischen Regierungschefs erhalten. Die Weitergabe dieser Informationen könnte zur Enttarnung der Quelle (ein ausländischer Nachrichtendienst) führen und damit die Glaubwürdigkeit der Schweiz in Frage stellen.»

Oder – noch gefährlicher – es könnte in Richtung Cyberwar gehen: «Die Schweiz hat Daten über das Ausmass des Cyberkriegs der USA gegen den Iran erhalten. Die Weitergabe dieser Daten würde den Ruf des schweizerischen Nachrichtendienstes  in Frage stellen.»

Bundesanwalt Michael Lauber sagte gestern: «Die nationale Sicherheit war gefährdet.» Ein Mitarbeiter des Nachrichtendienstes hatte eine riesige Datenmenge geklaut. Diese seien laut Bundesanwaltschaft «sehr sensitiv».

Toni Brunner: «Interne Überwachung funktionierte nicht»

SVP-Präsident Toni Brunner kanns nicht fassen:  «Nachdenklich stimmt, dass sich in ­einem so sensiblen Bereich Einzelne so frei bewegen können, und keiner bemerkt es.» Ein Datendiebstahl sollte ausgeschlossen sein.

Brunner: «Eigentlich müsste automatisch im Haus eine Meldung aktiviert werden, wenn jemand Daten transferiert. Offenbar hatte die Kontrolle total versagt. Aufgabe des Nachrichtendienstes ist es, andere zu überwachen. Das muss erst recht intern gelten.»

Die SVP verlangt nun, dass die Umstände dieses Vorfalls genau abgeklärt werden und mögliche Massnahmen für die Zukunft getroffen werden.

Geheimdienst-Affären gab es immer wieder

Es wäre nicht das erste Mal, dass unser Land von einem Geheimdienst-Skandal überschattet wird.

Sicherheitsexperte Stahel erinnert an die 70er-Jahre, als Daten der Affäre rund um den damaligen Brigadier Jean-Louis Jeanmaire weitergegeben wurden. Jeanmaire wurde 1977 von der Militärjustiz wegen Landesverrats zu 18 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Ein weiterer Fall war die Weitergabe der Pläne der Mirage-Kampfflugzeuge durch einen Ingenieur bei Sulzer an den Staat Israel.

Beliebteste Kommentare

  • peter  vonlanthen
    Liebe Leute, eben genau das ist doch geheim! Versteht ihr?
    Über geheime Sachen spricht man nicht, sei es Papier, Bunker, Flugzeuge oder Abmachungen unter Parteien.
    • 28.09.2012
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  • Christian  Dürig , Bern
    Herr Brunner: «Offenbar hat die Kontrolle total versagt.»
    Er sagt dies so lautstark und weiss selber nichts. Wie was sich wirklich abspielte wissen nur wenige. Toni Brunner gehört nicht zu ihnen. Die Kontrollen haben funktioniert und man hat den Dieb rechtzeitig stellen können. Ist jetzt etwas offenbarer geworden ? Ich benutzte eine solch abwegige Formulierung, weil sie im Bundeshaus an der Tagesordnung sind. Herr Brunner, wie verzweifelt müssen Sie sein ! Manchmal wäre Schweigen besser angebracht.

Alle Kommentare (6)

  • fritz peter  friedli , utzenstorf
    Was heisst da Geheim, dieser Zwischenfall sollte so Geheim sein, dass er auch als Interna im Geheimdienst bleibt und nicht in die Presse gelangt. Somit gäbe es auch keine Geheimdienst Affäre.
    • 29.09.2012
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  • peter  vonlanthen
    Liebe Leute, eben genau das ist doch geheim! Versteht ihr?
    Über geheime Sachen spricht man nicht, sei es Papier, Bunker, Flugzeuge oder Abmachungen unter Parteien.
    • 28.09.2012
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  • Heinz  Mustermann
    Ob nun das nicht Wissen beruhigender ist als wenn der Bürger wüsste um was es sich handelt!? Hauptsache jedes Land investiert Unsummen für Landesschutz sowie Krieg und alles was der Normalo beobachten kann ist dass wir Menschen der kompletten Verfeindung und Zerstörung erfolgreich entgegen hetzen. Aber eigentlich sollten wir das doch gar nicht wissen.
  • Christian  Dürig , Bern
    Herr Brunner: «Offenbar hat die Kontrolle total versagt.»
    Er sagt dies so lautstark und weiss selber nichts. Wie was sich wirklich abspielte wissen nur wenige. Toni Brunner gehört nicht zu ihnen. Die Kontrollen haben funktioniert und man hat den Dieb rechtzeitig stellen können. Ist jetzt etwas offenbarer geworden ? Ich benutzte eine solch abwegige Formulierung, weil sie im Bundeshaus an der Tagesordnung sind. Herr Brunner, wie verzweifelt müssen Sie sein ! Manchmal wäre Schweigen besser angebracht.
    • Ronnie  Simeon
      Herr Dürig. Ich denke, Sie haben genau so wenig Ahnung wie Herr Brunner. Deshalb empfehle ich Ihnen dasselbe, wie Sie Herrn Brunner empfehlen. Besser schweigen anstatt solchen Müll zu schreiben.
      • 28.09.2012
      • als Kommentar auf Christian  Dürig , Bern
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    • Turi  Gubler
      Herr Dürig, es ist doch ganz klar, dass die Kontrolle versagt hat. Wissen sie, auch ein SVPler kann einmal recht haben. Ich meine, es wäre ein Kleinigkeit, die Leute beim verlassen des Hauses zu kontrollieren.
      • 28.09.2012
      • als Kommentar auf Christian  Dürig , Bern
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