Bundesanwalt Michael Lauber sagte gestern, die nationale Sicherheit unseres Landes sei in Gefahr gewesen. Hatte der Geheimdienst Informationen über einen Cyberkrieg zwischen den USA und Iran? Sicherheitsexperte Albert A. Stahel könnte sich dies durchaus vorstellen.
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Satellitenabhörsystem Onyx des Nachrichtendienstes des Bundes
Welche Informationen oder Daten sind so gefährlich für unser Land?
Der Strategie- und Sicherheitsexperte Albert A. Stahel nennt zwei mögliche Szenarien: «Die Schweiz hat Informationen über das Ausmass der Korruption eines ausländischen Regierungschefs erhalten. Die Weitergabe dieser Informationen könnte zur Enttarnung der Quelle (ein ausländischer Nachrichtendienst) führen und damit die Glaubwürdigkeit der Schweiz in Frage stellen.»
Oder – noch gefährlicher – es könnte in Richtung Cyberwar gehen: «Die Schweiz hat Daten über das Ausmass des Cyberkriegs der USA gegen den Iran erhalten. Die Weitergabe dieser Daten würde den Ruf des schweizerischen Nachrichtendienstes in Frage stellen.»
Bundesanwalt Michael Lauber sagte gestern: «Die nationale Sicherheit war gefährdet.» Ein Mitarbeiter des Nachrichtendienstes hatte eine riesige Datenmenge geklaut. Diese seien laut Bundesanwaltschaft «sehr sensitiv».
SVP-Präsident Toni Brunner kanns nicht fassen: «Nachdenklich stimmt, dass sich in einem so sensiblen Bereich Einzelne so frei bewegen können, und keiner bemerkt es.» Ein Datendiebstahl sollte ausgeschlossen sein.
Brunner: «Eigentlich müsste automatisch im Haus eine Meldung aktiviert werden, wenn jemand Daten transferiert. Offenbar hatte die Kontrolle total versagt. Aufgabe des Nachrichtendienstes ist es, andere zu überwachen. Das muss erst recht intern gelten.»
Die SVP verlangt nun, dass die Umstände dieses Vorfalls genau abgeklärt werden und mögliche Massnahmen für die Zukunft getroffen werden.
Es wäre nicht das erste Mal, dass unser Land von einem Geheimdienst-Skandal überschattet wird.
Sicherheitsexperte Stahel erinnert an die 70er-Jahre, als Daten der Affäre rund um den damaligen Brigadier Jean-Louis Jeanmaire weitergegeben wurden. Jeanmaire wurde 1977 von der Militärjustiz wegen Landesverrats zu 18 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Ein weiterer Fall war die Weitergabe der Pläne der Mirage-Kampfflugzeuge durch einen Ingenieur bei Sulzer an den Staat Israel.
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