Gegenaktion zum Einkauf im Ausland Wo die Schweiz billiger ist

  • Publiziert: 31.10.2012
  • Von Karin Müller

BASEL - Als Beitrag zur Preisdiskussion lanciert die Dachorganisation Handel Schweiz heute die Aktion «Weisse Preise». Auf der Liste aufgeführt sind Waren, die in der Schweiz günstiger sind als im Ausland.

Die Hochpreisinsel Schweiz soll geknackt werden. Weitere Shopping-Exzesse im EU-Raum sollen eingedämmt werden.  So stellt sich dies die Dachorganisation Handel Schweiz vor.

Nach der Lancierung von preisbarometer.ch können sich Konsumenten ab sofort über Twitter und Facebook neu an der Aktion Weisse Preise beteiligen.

Doch welche Produkte sind hierzulande billiger? 

Kaspar Engeli, Direktor Handel Schweiz, nennt am Mediengespräch in Basel Beispiele: Mövenpick-Kaffee «Der Himmlische» kostet in der Schweiz 80 Prozent weniger und Evian 60 Prozent. Doppelbürli sind 33 Prozent günstiger als sein Pendant, das Doppelbrötchen in Deutschland. Beim Chicorée  liegt die Preisdifferenz bei rund 56 Prozent, bei schwarzen Oliven bei 37 Prozent.

Parallelimporte führen zu Preissenkungen

Als Mittel gegen die Hochpreisinsel Schweiz forderte Kaspar Engeli den Verzicht auf Isolation jeder Art. Stattdessen verlangt er  «die Anwendung von bestehenden Gesetzen statt die Einführung von immer neuen».

Parallelimporte müssten ermöglicht werden, um preisgünstig zu bleiben.

So kann eine bestimmte Sorte «Fisherman’s Friend» aus Deutschland nicht parallel importiert werden, weil die Bonbons mit «Pastillen bei Husten und Heiserkeit» beworben werden. In der Schweiz fallen sie als Arzneimittel unter die schweizerische Heilmittelgesetzgebung und sind zulassungspflichtig.

Probleme bei preisbarometer.ch

Erst gestern veröffentlichten Konsumentenorganisationen die Plattform Preisbarometer.ch. Dort werden Schweizer Preise für Produkte mit denjenigen aus Grenzländern verglichen. Etliche blick.ch-Leser beklagten, die Seite würde nicht funktionieren und die Navigation sehr schwierig.

Darauf angesprochen sagt Benno Maurer vom Büro für Konsumentenfragen: «Wir hatten gestern zeitweise viele Besucher auf der Seite, was deren Performance beeinträchtigte. Zusammen mit dem Provider haben wir aber Massnahmen getroffen, die hier eine Besserung gebracht haben.»

Die Konsumentenorganisationen sammeln nun Erfahrungen mit preisbarometer.ch aufgrund derer dann geschaut werde, ob sich Weiterentwicklungen anbieten.

 

Die Website www.weissepreise.ch ist ab morgen Donnerstag in Betrieb.

 

Beliebteste Kommentare

  • Igor  Speicher
    Moment! Es geht nicht um "wo ists günstiger"! Es geht darum, dass es zu krasse Preisunterschiede gibt, die durch nichts und wieder nichts zu rechtfertigen sind.
  • Pascal  Meister , via Facebook
    Klar, Kaffee in Deutschland ist teurer - wegen der Kaffeesteuer. Gleiches gilt für Benzin, während Diesel in Deutschland steuerlich begünstigt wird. Die krassen Unterschiede zu Lasten der Schweizer Konsumenten für Kosmetikprodukte, Sanitärapparate, Autozubehör und dergleichen haben aber null steuerliche Gründe!!

Alle Kommentare (43)

  • Anton  Keller , Zürich
    Das Verkaufspersonal in der Schweiz bekommt immer die gleich miesen Löhne. Mit dem Kauf überteuerter Produkte finanzieren wir einzig die Superboni der Manager der grossen internationalen Hersteller.

    Wenn es dem Handel so schlecht gehen würde, würden ja nicht überall Marmor-Einkaufstempel entstehen.
    • 31.10.2012
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  • Beat  Wüthrich
    Lieber Blick. Ich habe eine echte Bitte: Macht einen Vergleich zwischen den Löhnen in Deutschlans und der Schweiz. Und zwar Brutto und Netto. Bin wirklich gespannt, bereinigt nach Steuern, Versicherungen, Miete, usw. mehr auf seinem Konto hat. Wenn dieser Vergleich gemacht wurde, dann kann man erst sachlich über die Preise diskutieren. Aber der bisherige Preisvergleich zwischen Deutschland und Schweiz ist noch zu wenig aussagekräftig. Schon besten Dank für dieses Lohnvergleich.
    • 31.10.2012
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  • René  Müller
    Ist noch niemand auf die Idee gekommen, dass Kassensturz, Saldo usw. die grössten Arbeitsplatzvernichter sind. Alle Motzen wenn Arbeitsplätze ausgelagert werden. Aber alle wollen nichts bezahlen. Bisher sind ca. 20000 Arbeitsplätze vernichtet worden, weil die Ware nicht mehr über Grosshändler ausgeliefert wird. Das heisst auch, dass Kleinläden schlichtweg keine Chance mehr haben. Aber nun wird wieder gemotzt, weil der Dorfladen zugeht. Ist doch schon Paranoid und Schizhophren.
  • Beat  Büttler
    Da spricht man vom einkaufen im nachbarland man soll dort einkaufen wo man das Geld verdient und zur gleichen zeit wandern Fabriken ins ausland aus wo sie billiger produzieren können und dann wird es ind der schweiz viel teurer verkauft da fragt man sich wieder was ist richtig oder falsch
  • Vanessa  Meier
    Ich bin nicht bereit für Deutsche Markenprodukte doppelt so viel zu bezahlen. Bei uns sind Mieten und Personalkosten höher. Gut, dafür bezahle ich gerne 10 Prozent oder sogar 20 Prozent mehr, aber wieso sind denn viele Deutsche Produkte doppelt so teuer? Die Produktionskosten in Deutschland bleiben ja gleich tief und der Transport kostet heutzutage auch kaum was. Doppelt Teuer heisst auch, doppelte Produktonskosten, doppelte Lohnkosten, doppelter Gewinn für Migros, alles doppelt! Die Schweizer MwSt. ist ja sogar tiefer als in D. Hier profitiert eindeutig die Migros indem sie horrende Margen abzweigt und auch der Hersteller weiss, dass die Migros/Coop nicht so preissensibel einkaufen und verlangt schon mal mehr. Migros und Coop könnten Handeln, wollen aber noch nicht. Mal schauen wie lange sie das noch durchziehen wollen. Anscheinend funktioniert es bei denen nur auf die harte Tour. Immer mehr Kunden kaufen im Ausland ein.
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