BASEL - Als Beitrag zur Preisdiskussion lanciert die Dachorganisation Handel Schweiz heute die Aktion «Weisse Preise». Auf der Liste aufgeführt sind Waren, die in der Schweiz günstiger sind als im Ausland.
Die Hochpreisinsel Schweiz soll geknackt werden. Weitere Shopping-Exzesse im EU-Raum sollen eingedämmt werden. So stellt sich dies die Dachorganisation Handel Schweiz vor.
Nach der Lancierung von preisbarometer.ch können sich Konsumenten ab sofort über Twitter und Facebook neu an der Aktion Weisse Preise beteiligen.
Doch welche Produkte sind hierzulande billiger?
Kaspar Engeli, Direktor Handel Schweiz, nennt am Mediengespräch in Basel Beispiele: Mövenpick-Kaffee «Der Himmlische» kostet in der Schweiz 80 Prozent weniger und Evian 60 Prozent. Doppelbürli sind 33 Prozent günstiger als sein Pendant, das Doppelbrötchen in Deutschland. Beim Chicorée liegt die Preisdifferenz bei rund 56 Prozent, bei schwarzen Oliven bei 37 Prozent.
Parallelimporte führen zu Preissenkungen
Als Mittel gegen die Hochpreisinsel Schweiz forderte Kaspar Engeli den Verzicht auf Isolation jeder Art. Stattdessen verlangt er «die Anwendung von bestehenden Gesetzen statt die Einführung von immer neuen».
Parallelimporte müssten ermöglicht werden, um preisgünstig zu bleiben.
So kann eine bestimmte Sorte «Fisherman’s Friend» aus Deutschland nicht parallel importiert werden, weil die Bonbons mit «Pastillen bei Husten und Heiserkeit» beworben werden. In der Schweiz fallen sie als Arzneimittel unter die schweizerische Heilmittelgesetzgebung und sind zulassungspflichtig.
Probleme bei preisbarometer.ch
Erst gestern veröffentlichten Konsumentenorganisationen die Plattform Preisbarometer.ch. Dort werden Schweizer Preise für Produkte mit denjenigen aus Grenzländern verglichen. Etliche blick.ch-Leser beklagten, die Seite würde nicht funktionieren und die Navigation sehr schwierig.
Darauf angesprochen sagt Benno Maurer vom Büro für Konsumentenfragen: «Wir hatten gestern zeitweise viele Besucher auf der Seite, was deren Performance beeinträchtigte. Zusammen mit dem Provider haben wir aber Massnahmen getroffen, die hier eine Besserung gebracht haben.»
Die Konsumentenorganisationen sammeln nun Erfahrungen mit preisbarometer.ch aufgrund derer dann geschaut werde, ob sich Weiterentwicklungen anbieten.
Die Website www.weissepreise.ch ist ab morgen Donnerstag in Betrieb.
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